Die ganze Stadt im Blick beim Neujahrsempfang
Mit den Worten „Ich lasse die Stadt von niemanden schlecht reden“ eröffnete Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef am vergangenen Donnerstagabend den traditionellen Neujahrsempfang der Stadt an dem rund 1.700 Gäste teilnahmen. Vor 300 von ihnen sprach er direkt im Kaisersaal und betonte, dass er heute nur über Positives reden möchte. Doch zuvor begrüßte er die Gäste aus Politik, Wirtschaft, der Kirchen, Vereine und alle aus der Stadtgesellschaft. Besonders begrüßt wurden u.a. der Generalkonsul der Republik Jemen Doyen Waleed Mohammed Ali Al-Shahari als Vertreter des Hessischen Consular Corps, Ehrengast Rudi Völler, die Ausnahme-Fußballerin und Ex-Bundestrainerin Steffi Jones.
„Erfolgreich und friedlich war der Weihnachtsmarkt mit 2,3 Millionen Besucherinnen und Besuchern, stolz sind wir nicht nur auf den höchsten, sondern auch auf den schönsten Weihnachtsbaum Deutschlands“, so der OB. Doch dann ging er auf die Herausforderungen und Chancen für Frankfurt ein. Er betonte dabei, dass die Stadt in internationalen Rankings regelmäßig Spitzenplätze einnehme. Frankfurt erreichte im vergangenen Jahr im weltweiten Vergleich Platz 8 und liegt deutlich vor anderen deutschen Städten und vielen Millionenmetropolen.
Frankfurt ist eine Weltstadt im Taschenformat
„Frankfurt wird als Sitz der Europäischen Zentralbank und als wichtigstes Finanzzentrum Europas geschätzt. Die Stadt vereint internationale Wirtschaftskraft mit hoher Lebensqualität und überzeugt durch ihre markante Skyline sowie ihre überschaubaren Dimensionen. Salopp gesagt: Frankfurt ist eine Weltstadt im Taschenformat. „Deshalb“, so der OB, „sind wir auch der richtige Standort für die ‚World-Design Capital‘, auf die wir uns sehr freuen.“
Sicherheit und Sauberkeit – zentrale Themen
Im Bereich Sicherheit wurde die Zusammenarbeit und Fortschritte mit Polizei und Innenministerium angesprochen, wobei die Vorfälle z.B. an Silvester, zeigen, dass konsequent gehandelt werden muss.
Im Bahnhofsviertel seien bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt worden wie Waffenverbotszonen, mehr Videokameras, häufigere Reinigungen und die Aufwertung des Stadtentrees Kaiserstraße. Die Situation, was suchtkranke Menschen betreffe, sei herausfordernd. „Jeder Mensch verdient Würde und Unterstützung, weshalb wir noch stärker ausstiegsorientierte Hilfen anbieten müssen“, betonte Josef.
Sauberkeit und Sicherheit, die Verhängung von Bußgeldern für Vermüllung und Kontrollmaßnahmen werde intensiviert, um den öffentlichen Raum lebenswerter zu gestalten. Hierzu gehöre auch die Sauberkeit in den zentralen unterirdischen Bahnhöfen, was die Lebensqualität weiter steigern soll.
Infrastruktur und Demokratie
Weiter angesprochen wurden die großen Infrastrukturprojekte wie der Neubau der Städtischen Bühnen und der Bau einer Multifunktionshalle sind entscheidend für die Attraktivität und Wirtschaftskraft der Stadt, um Kontinuität in der Stadtentwicklung zu gewährleisten. Das vergangene Jahr habe gezeigt, „dass das Wohl der Stadt über Parteiinteressen steht und Demokratie funktioniert, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen“, sprach sehr deutlich der OB aus.
Eine lebendige und funktionierende Demokratie sei die beste Antwort auf extremistische Demagogen. Dabei blickte er auch auf wichtige Themen an denen für die Stadt gearbeitet wird und bedeutende Entscheidungen getroffen werden, wie den neuen „Stadtteil der Quartiere“ und die Einhausung der A661.
Soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stärke
Frankfurt setzte sich für soziale Gerechtigkeit ein: Dazu gehöre der Ausbau von bezahlbarem Wohnraum, der Erzieherinnen-Zuschlag für die Betreuungsgarantie, der freie Eintritt für Kinder und Jugendliche in viele städtische Einrichtungen und die Abschaffung der Kita-Gebühren. Der Mietenstopp sei verlängert und die Investitionen in bezahlbaren Wohnraum sowie die Einkommensgrenzen für den Frankfurt Pass erhöht worden. Mit Stolz hob er hervor, dass Dank der starken wirtschaftlichen Basis in Bildung und sozialen Zusammenhalt investiere werden kann. Die IHK unterstützte die Initiativen, die Menschen mit abgeschlossener Ausbildung eine dauerhafte Perspektive biete.
Blick nach vorn: Investitionen und Gemeinwohl
Vorausschauend betonte Mike Josef, dass die kommende Legislaturperiode von der Umsetzung großer Investitionsvorhaben geprägt sei. Dabei gehe es nicht um Symbolpolitik oder Einzelinteressen, sondern um konkrete Verbesserungen in den Bereichen Bildung, Wohnraum, Kultur, Sport, Sicherheit und Engagement. Anspruch sei es, „immer das Gemeinwohl und die gesamte Stadt im Blick zu haben“.
„Wir müssen Gruppeninteressen zusammenführen und das Verbindende suchen anstatt auf Angst, Ausgrenzung oder Ungleichheit zu setzen“, hob der Oberbürgermeister hervor. Dabei gingen wirtschaftliche Stärke und soziale Gerechtigkeit in Frankfurt Hand in Hand. „Gemeinsam können wir Großartiges erreichen – unsere Stadt ist mehr als die Summe ihrer Teile“, und weiter betonte er, dass sich viele Menschen ehrenamtlich engagieren und zum Erfolg und Zusammenhalt beitragen zu einer friedlichen Stadt mit besten Chancen für Kinder und ohne Ausgrenzung. Das Schlusswort des OB ging schon fast im Applaus unter, hier hieß es: „Lassen Sie uns über den Weg streiten, aber nicht über das Ziel. Nutzen wir gemeinsam die Chancen, die das neue Jahr für Frankfurt bereithält“.
Rudi Völler: Wir werden es den Gegnern bei der WM schwer machen“
Traditionell nach der Neujahrsrede des Oberbürgermeisters sprach der Generalkonsul der Republik Jemen, Waleed Mohammed Ali Al-Shahari als Doven für das Hessische konsularische Corps Grußworte aus.
Bevor der Ehrengast des Neujahrsempfangs, der ehemalige Fußball-Weltmeister und heutige Sportdirektor des Deutschen Fußballbundes (DFB) Rudi Völler, in einer Gesprächsrunde gemeinsam mit ,Sportjournalist und ehemaliger Mediendirektor des DFB, zu seinem Fußballer-Leben befragt wurde, gab es eine Videoeinspielung. In ihr wurden die fußballerischen Höhepunkte von Rudi Völler in Erinnerung gebracht. Nicht fehlen durften dabei die mehrmaligen Besuche auf dem Balkon des Frankfurter Römers, zuletzt 2002 mit der Nationalmannschaft als deren Bundestrainer. Angesprochen auf die Fußball-WM in diesem Jahr sagte er „ich kann keinen Titel versprechen, aber wir werden alles geben und die gegen uns spielen werden wir es schwer machen“.
Weitere Artikel aus der Kategorie: