Die Frankfurter Arbeitslosenquote ist auf 5,0 Prozent gesunken
Im August 2018 lag die Quote noch bei 5,3 Prozent
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit um 3,3 Prozent (700 Personen) verringert.
12.615 Personen (61 Prozent), die derzeit arbeitslos gemeldet sind, haben keine Berufsausbildung. 1.345 Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration waren im August 2019 gemeldet. Das entspricht einem Anteil von 6,5 Prozent an der Gesamtzahl der Arbeitslosen. Seit August 2016 ist diese Zahl um 436 Personen gestiegen. Besonders erfreulich: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hat sich durch die unterstützende Begleitung von Agentur für Arbeit und Jobcenter innerhalb eines Jahres um 1.000 Personen verringert.
Noch vor drei Jahren war im Sommer stets eine leichte Erhöhung der Arbeitslosigkeit registriert worden. Dies kann durchaus mit der Lage der Sommerferien zusammenhängen, da in der Regel eine Anstellung neuer Beschäftigter während der Urlaubszeit zögerlicher zum Tragen kommt. In diesem Jahr waren im August sogar weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit aus einer Erwerbstätigkeit und mehr Abgänge in eine Erwerbstätigkeit aus der Arbeitslosigkeit als in den vergangenen Jahren zu beobachten.
Karl-Heinz Huth Leiter der Frankfurter Agentur für Arbeit: “Der Frankfurter Arbeitsmarkt ist in ständiger Bewegung. Dies lässt sich besonders bei Betrachtung der Beschäftigungszahlen erkennen. In den vergangen fünf Jahren (jeweils zum Dezember) stieg die Beschäftigung in Frankfurt stetig an. Das Plus von 3,7 Prozent ist sogar der höchste Anstieg in Hessen. Auch die vielen Betriebe am Flughafen tragen dazu bei, dass „eigentlich immer etwas geht“.
Allerdings ist es ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung sehr viel schwieriger, wieder eine Beschäftigung zu finden. So liegt der Anteil der Arbeitslosen ohne Berufsausbildung derzeit bei über 60 Prozent und bei den Arbeitslosen ohne deutschen Pass sogar bei 76 Prozent. Dies hat oft zur Folge, dass Personen ohne Ausbildung immer häufiger und länger arbeitslos sind, zumal Beschäftigungsmöglichkeiten im Helferbereich insgesamt abnehmen. Folgernd daraus: Eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt kann nur über Sprache, Ausbildung und Qualifizierung erfolgen. Neben zahlreichen Maßnahmen, welche die Arbeitsagentur und das Jobcenter Frankfurt zur Sicherung oder Aufnahme einer Beschäftigung oder Ausbildung anbietet, befinden sich derzeit etwa 1.200 Personen in einer von uns geförderten beruflichen Weiterbildung.“
Nach Rechtskreisen betrachtet stellt sich der Arbeitsmarkt wie folgt dar
Bei der Arbeitsagentur Frankfurt im Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III lag die Arbeitslosigkeit bei 7.602, das sind 85 weniger als im Vormonat. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote lag bei 1,8 Prozent. Im Jobcenter Frankfurt - Rechtskreis SGB II - gab es 13.108 Arbeitslose, das ist ein Minus von 127 gegenüber Juli. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote betrug 3,2 Prozent.
Bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main waren im August 11.016 Arbeitsstellen gemeldet. Davon 1.929 im Helferbereich, 6.664 für Fachkräfte und 2.423 für Experten/Spezialisten. Auch hier zeigt sich erneut, wie wichtig eine gute Qualifikation ist, um eine gute Stellenauswahl zu haben. Da Arbeitgeber häufig das Problem haben, passgenaue Bewerber zu finden, bietet die Agentur für Arbeit regelmäßig im Main-BiZ Bewerberbörsen für die unterschiedlichsten Branchen an. Hier können Unternehmen direkt mit einer Vorauswahl von Bewerberinnen und Bewerbern ins Gespräch kommen.
Gegenüber Juli war ein Stellenrückgang 68 oder einem Prozent zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.452 Stellen weniger (minus zwölf Prozent). Arbeitgeber meldeten im August 2.062 neue Arbeitsstellen, das waren 27 oder ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn sind damit 15.258 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 3.088 oder 17 Prozent.
Mit 3.282 gab es die meisten Stellen im Berufsbereich Verkehr, Logistik Schutz und Sicherheit, gefolgt von Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung mit 1.882 Stellen. Gute Chancen bestehen auch im Bereich kaufm. Dienstleistung, Handel, Vertrieb, Tourismus. Hier stehen 1.621 Stellen zur Verfügung.
Der Ausbildungsmarkt in Frankfurt am Main
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober letzten Jahres meldeten sich 3.960 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 4,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 4.089 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, elf weniger als im Vorjahreszeitraum. Ende August waren 919 Bewerber noch unversorgt und 1.210 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.
Huth betrachtet die Ausbildungssituation in Frankfurt als noch vorläufig: „Obwohl das Berufsberatungsjahr fast zu Ende ist, kann eine detaillierte Aussage zu den unbesetzten Stellen und den noch nicht mit einer Ausbildung versorgten Jugendlichen nicht abschließend getroffen werden. Erfahrungsgemäß melden sich viele Ausbildungssuchende, die bereits mit einer Ausbildung oder Alternative versorgt sind, nicht bei der Berufsberatung ab. Deshalb nutzen die Kolleginnen und Kollegen die Monate August und September, um die noch gemeldeten Jugendlichen zu kontaktieren und nach weiterem Beratungs- und Vermittlungsbedarf zu fragen. Auffallend ist, dass Unternehmen jetzt noch Ausbildungsstellen melden, die sie in diesem Jahr besetzen wollen. Also gute Chancen für Bewerberinnen und Bewerber, noch eine Ausbildungsstelle zu finden. Wer noch keine Ausbildungsstelle in seinem Wunschberuf hat, sollte sich Alternativen überlegen oder bei der Berufsberatung nach anderen Möglichkeiten fragen. Hier bietet sich zusätzlich ein Besuch der Berufsberatung in der offenen Sprechstunde an. “
Auskunft zu Fragen rund um die Ausbildung und eventuellen Hilfen erteilt die Ausbildungsstellenvermittlung der Arbeitsagentur Frankfurt. Zu erreichen per Mail unter: Frankfurt-Main.Ausbildungsstellenvermittlung@arbeitsagentur.de oder kostenfrei unter der Hotline 0800 4 5555 20.
Im Internet finden Sie die Seite der Berufsberatung Frankfurt mit wertvollen Hinweisen und Tipps und www.arbeitsagentur.de/frankfurt > Ausbildung und Studium in Frankfurt
Prognose
Huth, der vor neun Jahren seine Tätigkeit als Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Agentur für Arbeit Frankfurt begonnen hat und diese nun im September beenden wird: „Wie gut Frankfurt aufgestellt ist, lässt sich daran belegen, dass in dieser Zeit die Bevölkerung um zwölf Prozent und die Beschäftigung um 17 Prozent angestiegen sind. Demgegenüber ist die Arbeitslosigkeit in diesem Zeitraum um 23 Prozent gesunken und die Quote von 6,5 auf nunmehr 5 Prozent. Das ist nicht nur eine schöne Bilanz, sondern für mich auch ein Zeichen, dass trotz derzeit schlechterer konjunktureller Prognosen der Frankfurter Arbeitsmarkt relativ beständig bleibt. Wir haben hier sehr gute Netzwerkpartner und die verantwortlichen Akteure arbeiten zum Wohl der Menschen und der Betriebe sehr gut zusammen.“
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