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Letzte Aktualisierung: 01.04.2020

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Die Alte Oper informiert über ihre Saison 2020/21 und kommende Kooperationen

von Ilse Romahn

(13.03.2020) Hochkarätige besetzte Konzerttermine und ausgeprägte programmatische Arbeit bilden auch in der kommenden Saison 2020/21 wieder die Grundpfeiler des Programms der Alten Oper Frankfurt.

Stephan Pauly, Intendant der Alten Oper, Kulturdezernentin Ina Hartwig und Oberbürgermeister Peter Feldmann in der Alten Oper
Foto: Stadt Frankfurt / Holger Menzel
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Die Spielzeit ist zugleich die letzte, die die programmplanerische Handschrift von Stephan Pauly trägt, dessen Amtszeit als Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt am 30. Juni endet.

„Zahlreiche Spitzenorchester und Künstlerinnen und Künstler von Weltrang, die der Alten Oper seit vielen Jahren eng verbunden sind, prägen das Klassik-Programm 2020/21. Zu den herausragenden Klangkörpern, die erneut der Einladung in die Alte Oper folgen, zählen die Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko, das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Roma unter Sir Antonio Pappano, das Gewandhausorchester unter Andris Nelsons, das SWR Symphonieorchester unter Teodor Currentzis, die Wiener Philharmoniker unter Daniel Harding und gleich drei herausragende britische Orchester: das City of Birmingham Orchestra unter Mirga Gražinytė-Tyla, das London Symphony Orchestra unter Sir Simon Rattle und das London Philharmonic Orchestra unter Edward Gardner“, freute sich Oberbürgermeister Peter Feldmann, der auch Aufsichtsratschef der Alten Oper ist.

Aber auch international renommierte Solisten kehren in der Saison 2020/21 in die Alte Oper zurück, unter ihnen Pierre-Laurent Aimard, Sir András Schiff, Yuja Wang, Maurizio Pollini und Iveta Apkalna sowie Anne-Sophie Mutter, Daniil Trifonov, Daniel Müller-Schott und Lang Lang, deren Konzerte die Alte Oper und die Pro Arte Frankfurter Konzertdirektion in Kooperation ausrichten.

„Das Programm der Alten Oper spielt sich nicht allein hinter der ehrwürdigen Fassade ab, sondern wirkt hinein in Stadt und Region, sucht immer wieder nach neuen Kooperationen oder ungewöhnlichen Spielstätten. Der Industriepark Höchst ist in dieser Saison etwa darunter. Und sogar die Eissporthalle Frankfurt wird zur Bühne, auf der es im Musikfest eine spannende Begegnung von Breitensport und künstlerischer Performance gibt“, sagte Feldmann.

Am Beginn der Saison steht in bewährter Form das Musikfest, das diesmal vom 20. September bis zum 4. Oktober stattfindet und bei Charles Ives’ Orchesterwerk „The Unanswered Question“ ansetzt. Eine existenzielle Frage, die keine Antwort findet: Dieses bei Ives mit musikalischen Mitteln zum Ausdruck gebrachte Thema prägt das gesamte Musikfest mit Werken und Programmen verschiedenster Epochen und Genres, in denen ebenfalls Fragen bewusst im Raum bleiben. Das Programm umfasst Konzerte, Gespräche und neue Formate, wie etwa ein im Auftrag der Alten Oper entstandenes Stationen-Musiktheater von Manos Tsangaris, das quer durch die Räumlichkeiten des Hauses führt. Mit dem imposanten Peter-Behrens-Bau im Industriepark Höchst und der Frankfurter Eissporthalle werden außergewöhnliche Spielstätten zum Ort der Auseinandersetzung mit dem Thema. Und nicht zuletzt spiegeln sich die Fragestellungen des Musikfests auch in Jazz, Weltmusik und im Kindertag im Rahmen des Musikvermittlungsprogramms „Pegasus – Musik erleben!“ wider.

„Die Einladung zur Reflexion steht im Einklang nicht nur mit den vergangenen Festivals zur Eröffnung der Saison, sondern überhaupt mit den Programmen, die der scheidende Intendant Stephan Pauly seit der Spielzeit 2013/14 für die Alte Oper entwickelt hat. Immer wieder stand die Musik im Kontext gesellschaftlicher Fragen, und immer wieder durften wir zugleich dabei staunen, wie nah sich etwa Renaissance und Moderne sind, wie Klassisches im Jazz weitergedacht wird, oder auch wie Musik an anderen Spielorten ihre ganz eigene Dynamik entwickelt. Es überraschen uns erneut spannende Allianzen im Dienste einer intensiven Kunsterfahrung. So wie etwa das geplante Wochenende rund um Schumanns ‚Faust-Szenen‘: In der Zusammenarbeit zwischen Alter Oper, Museums- Gesellschaft und Freiem Deutschen Hochstift ist ein konzentriertes Programm entstanden, das Literatur und Musik intelligent miteinander verschränkt“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Ihr Prinzip, mit einzelnen Fokus-Festivals die Spielzeit zu strukturieren, baut die Alte Oper aus und bietet in der Spielzeit 2020/21 erstmals sechs verschiedene Schwerpunkte an, die eine intensive Beschäftigung mit dem Schaffen ausgewählter Künstler oder mit einem Thema ermöglichen. Mit Igor Levit und Seong-Jin Cho stehen dabei zwei Pianisten im Fokus, die jeweils drei Konzertprogramme gestalten. Mit vier Programmen stellt sich die Geigerin Patricia Kopatchinskaja vor. Und auch die Sächsische Staatskapelle Dresden wird in einem dreiteiligen Fokus porträtiert. Für die beiden Fokus-Festivals, die Themen gewidmet sind, hat sich die Alte Oper mit weiteren Institutionen zusammengeschlossen: Im November 2020 klingt das Beethoven-Jahr mit einem dreiteiligen Beethoven-Zyklus mit dem Gewandhausorchester aus, bei dem die Alte Oper und die Pro Arte Frankfurter Konzertdirektion kooperieren. Und im April 2021 schließt sich die Alte Oper mit dem Freien Deutschen Hochstift und der Frankfurter MuseumsGesellschaft zusammen, um ein Wochenende lang Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ erfahrbar zu machen.

Zu den markanten Terminen der Spielzeit, hinter denen ein Zusammenschluss verschiedener Institutionen steht, zählt auch der Internationale Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti, der im Oktober zum neunten Mal in Frankfurt ausgetragen wird. Die Frankfurter Museums-Gesellschaft, der Hessische Rundfunk, die Oper Frankfurt und die Alte Oper Frankfurt richten gemeinsam diesen wichtigen Wettbewerb für den dirigierenden Nachwuchs aus, der am 11. Oktober mit dem öffentlichen Abschlusskonzert und der Preisvergabe in der Alten Oper endet.

Im Entertainmentbereich setzt die Alte Oper ihre eigens kuratierten Reihen fort und bietet jeweils vier Konzerte unter dem Motto „Weltmusik im Mozart Saal“ und „Jazz im Mozart Saal“ an. Vom Thema des Musikfests „The Unanswered Question“ ausgehend, führen diese hin zu Musikkulturen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt sowie zu innovativen Jazzströmungen unserer Zeit. Zu den Konstanten im Entertainmentbereich zählen aber auch Termine wie die stets hochkarätig besetzten „Jazznights“ und nicht zuletzt die große Produktion zur Weihnachtszeit: Vom 17. Dezember bis zum 3. Januar 2021 steht mit „Cats“ eines der beliebtesten Musicals aller Zeiten auf dem Programm.

Das erfolgreiche Musikvermittlungsprogramm „Pegasus – Musik erleben!“ mit Konzerten und Workshops für Kinder und Jugendliche sämtlicher Altersklassen, für Familien, Kindergartengruppen oder Schulklassen geht ebenfalls in die nächste Runde. Wie in den Vorjahren wird auch diesmal das Programm separat veröffentlicht: Am 17. Juni erscheint die Broschüre mit sämtlichen Angeboten, am 24. Juni beginnt um 9 Uhr der Vorverkauf für Familien, am 25. Juni der Vorverkauf für Kitas. (ffm)