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Letzte Aktualisierung: 06.12.2022

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Die „Stadtposaune“ im italienischen Kaffeehaus

Die Mühlengeister von Merkenfritz mit der Kommödie „Das Kaffeehaus“

von Ingeborg Fischer und Karl-Heinz Stier

(21.11.2022) Mit ihrem neuen Stück „Das Kaffeehaus“ – frei nach Carlos Goldoni - liefen die Mühlengeister wieder einmal zu großer Form auf. Nach der 2-jährigen Coronapause konnte das Publikum neben altbekannten Mimen auch neue Gesichter der Laientheaterspieler im Vogelsberg entdecken. Die Mischung war perfekt.

Bildergalerie
Die „Stadtposaune“ im Zwiegespräch mit der Tänzerin
Foto: Karl-Heinz Stier
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Alle Mitwirkenden im Schlussbild auf der Bühne mit Dankesworten des Regisseurs
Foto: Karl-Heinz Stier
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Zu Beginn der Aufführung wirbelten frohgelaunte „Mühlengeister“ – begleitet von dem Schlager-Ohrwurm „Komm ein bisschen mit nach Italien ...“ durch die Zuschauerreihen, warfen fröhlich Wasserbälle ins Volk und stimmten auf die kommenden 2 Stunden in Venedig ein.

Vor stimmiger Kulisse – links ein Kaffeehaus, rechts der Eingang zu einem Spiel-Casino, erschien die Besitzerin des Cafes  – Ridolfia - (Judith Klehm) mit ihrer schnippischen Kellnerin Trappolia (Ann-Kathrin Wächter) und unterhielten sich über den Kaufmann Eugenio (Marcel Weber), der im Casino sein ganzes Vermögen an den Aufschneider und Charmeur Flaminio (Christian von Struve) verspielt hat. Da erscheint Donna Marzina, die neugierig ist, über jeden Bescheid weiß und die Gerüchteküche Venedigs stets mit Halbwahrheiten versorgt. Das ist die dankbarste Rolle in dem Stück, von Andrea Nikolajew brillant gespielt. Nikolajew ist neu im Mühlengeister-Ensemble und eine wirkliche Bereicherung.

Die Handlung ist einfach und vergnüglich. Ridolfina ist hilfsbereit und die gute Seele des Viertels, Trappolia die Kecke, Eugenio der Spielsüchtige, Flaminio der Charmeur. Dazu gesellen sich die Tänzerin Lisaura (Marion Schwedel), die ein Verhältnis mit Flaminio pflegt, die Ehefrauen Vittoria (Simone Weißbrod) und Placida (Roswitha Herd) von Eugenio und Falmino und der Casino-Besitzer Pandolfo. Diese Rolle musste kurzfristig von Markus Karger (Regisseur) für den erkrankten Detlef Maresch übernommen werden. Und Karger meisterte das exzellent!

Während  Donna Mariza alles von jedem weiß und weitertratscht, versichert sie: „Ich kann schweigen wie ein Grab!“ Aber Ridolfina bringt es auf den Punkt: „Donna Marzia ist die Stadtposaune von Venedig!“

Die „Stadtposaune bringt alles durcheinander, so dass es Ehekräche gibt, aber am Ende wird alles gut. Die Eheleute vertragen sich wieder, der Casinobesitzer ist noch einmal wegen gezinkter Karten ohne Strafe davongekommen, Ridolfina hat jedem, der Hilfe brauchte, geholfen, und der Tratsche Marzia schüttet man Wein ins Gesicht. Sie hat es verdient.

Das gutgelaunte Publikum im vollbesetzten Saal des Dorfgemeinschaftshauses Hirzenhain - Merkenfritz dankte mit begeistertem und lang anhaltendem Applaus.

Die Gruppe hatte gut harmoniert, erfahrene Laiendarsteller und die neuen – Christian von Struve, Andrea Nikolajew und Marion Schwedes haben die Aufführung sehr bereichert.

Besonderen Dank spendeten die Zuschauer auch wieder der Souffleurin Astrid Schorge-Reiß, die wie stets im rechten Augenblick geholfen hat.