DIB: "Die Politik muss jetzt liefern!"
Chemieindustrie zur Bioökonomie-Strategie der EU-Kommission
In ihrer am Donnerstag veröffentlichten Bioökonomie-Strategie bestätigt die EU-Kommission die zentrale Rolle der Biotechnologie für Europas nachhaltigen, industriellen Wandel. Das ist ein klares Bekenntnis zu dieser sektorübergreifenden Schlüsseltechnologie, lobt die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB). Zugleich warnt DIB-Geschäftsführer Ricardo Gent die EU vor Selbstzufriedenheit. Die DIB ist die Biotechnologievereinigung des in Frankfurt ansässigen Verbands der Chemischen Industrie e. V. und seiner Fachverbände.
„Die Bioökonomie darf nicht im Labor stecken bleiben. Vielmehr braucht Europa einen strategischen Brückenschlag von der Forschung zur industriellen Skalierung und Wettbewerbsfähigkeit. Dazu gehört der geplante EU Biotech Act. Europa steht in der Biotech-Forschung noch an der Spitze, aber die EU muss auch auf den Märkten zur Top-Liga zählen. Dafür muss die Politik jetzt liefern“, sagte Ricardo Gent.
Biotechnologie ist und bleibt das technologische Rückgrat der Bioökonomie. Sie wirkt als sektorübergreifende Schlüsseltechnologie über Branchen hinweg – von der Chemie und Landwirtschaft bis hin zur Medizin. „Europa fehlt es weiterhin an politischen Leitplanken für eine starke Bioökonomie und Biotechnologie. Der künftige EU Biotech Act muss deshalb zum industriepolitischen Wendepunkt werden“, betont Gent. Ziel müsse es sein, biotechnologische Innovationen deutlich schneller aus der Forschung in den Markt zu bringen. Nur so könne Europa seine internationale Wettbewerbsfähigkeit in der Bioökonomie langfristig sichern. Wer Biotechnologie strategisch fördert, gewinne an Wettbewerbsfähigkeit. USA und China machten es vor.