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Letzte Aktualisierung: 24.04.2024

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Diabolisches Spiel mit der Angst

Krimi "Heidelberger Hexentanz" mit viel Spannung

von Michael Hoerskens

(20.11.2023) Das Böse lauert überall. So auch im Kriminalroman „Heidelberger Hexentanz“ von Marlene Bach. Der Leser wird dabei von einer spannenden Geschichte mit teuflischen Handlungen gefesselt, die vielerlei überraschende Wendungen nimmt. Und dabei der Medikamentenhandel eine Rolle spielt. Das Buch überzeugt auch durch erfrischende Aktualität und Authentizität.

Ein spannender Krimi spielt im romantischen Heidelberg
Foto: Emons-Verlag
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Ausgangspunkt und einer der zentralen Orte des Krimis ist die kleine Pension „Chez Rosel“ in der Heidelberger Altstadt. Dort wohnt Mila Böckle, die zusammen mit ihren Freunden Emilio und Hugo die Herberge betreibt. Hier trifft Mila auf der Straße auf eine verstörte Frau, die etwas über Hexen wissen will. Zum gleichen Zeitpunkt berichtet eine Zeitung über einen brutalen Mord auf dem Königstuhl, dem Hausberg der romantischen Stadt am Neckar.

In der Folge wird Mila von der verzweifelten Emma in eine mysteriöse Schnitzeljagd hineingezogen, in der so manch dubiose Gestalten auftauchen. Verschiedene Personen erhalten Rätsel, die sie lösen müssen. Es erwartet sie eine besondere Belohnung. Doch zunächst einmal betritt Hauptkommissarin Maria Mooser die Szenerie. Sie hat daheim einen Wasserschaden und muss sich als Privatperson für einige Zeit eine andere Bleibe suchen: in der Pension Rosel.

Schnell merkt die die Kriminalerin, dass Mila Böckle sich mit einem Problem herumquält und bietet ihre Hilfe an, obwohl sie eigentlich derzeit nicht im Dienst ist. Und sogleich ist sie wichtiger Teil in dem verwirrenden Spiel mit der Angst. Gemeinsam mit Mila sucht Maria Mooser nun nach der Entschlüsselung der Rätsel, wobei immer mehr Personen auf der Bildfläche erscheinen und manche in den Fokus rücken. Wie etwa der seltsame Hannes Freutner oder der trinkfreudige Heiler Richard Korffkes.

Die Spur führt an verschiedene Orte der Region, vom Heidelberger Schloss in den Ortsteil Schlierbach, In eine Fachklinik im nahen Kraichgau oder auch in eine Kirche im Stadtteil Handschuhsheim. Dann erfährt die Kriminalpolizei von einem Medikamentendiebstahl aus einem Depot in der Pfalz. Überall stoßen Mila und Maria, die ihre Kontakte zur Kripo nutzt,  auf die Fährte des kriminellen Rätselspiels und rücken der Lösung des Falles näher. Doch manchmal müssen Umwege und Fehleinschätzungen in Kauf genommen werden. Doch die Geschichte nimmt schließlich ein gutes, wenn auch nicht ganz erwartetes Ende.

Die von Marlene Bach in ihrem spannenden Krimi beschriebenen Personen kommen beim Lesen lebensnah rüber. Maria Mooser ist keine perfekte Super-Kommissarin, liegt auch schon mal falsch. Und hat Probleme hinsichtlich des abgebrochenen Kontaktes zu ihrer Tochter. Mila wiederum hat Liebeskummer. Sie ist in Emilio verliebt, leidet schwer unter der Tatsache, dass ihr Angehimmelter mit Hugo liiert ist. Und sie vermisst ihre jüngste verstorbene Tante, die ihr immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Die ist nun nicht mehr da, und kann ihr in Krisen nicht mehr helfen.

Die Autorin Marlene Bach wurde 1961 im nordrhein-westfälischen Rheydt geboren und wuchs an der holländischen Grenze auf. Die promovierte Psychologin wohnt seit 1997 in Heidelberg, ist dort seit 2006 als Schriftstellerin tätig. Neben Kriminalromanen veröffentlicht sie auch Kurzgeschichten.

 

Marlene Bach: Heidelberger Hexentanz. www.emons-verlag.de; ISBN 978-3-7408-1848-7; 14 Euro.