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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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DFF zeigt anlässlich 50 Jahre Kommunales Kino die Filmrarität „Das verlorene Halsband der Taube“

von Ilse Romahn

(14.06.2022) In traumhaft schönen Bildern, leuchtenden Farben – an erlesenen Schauplätzen gedreht – und im Erzählstil von 1001 Nacht beschwört der tunesischstämmige Kinopoet Nacer Khemir die Blütezeit der andalusisch-arabischen Hochkultur in Spanien.

Filmstill „Das Halsband der Taube“
Foto: Trigon Film
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Von 711 bis 1492 standen große Teile Spaniens unter muslimischer Herrschaft und bildeten die Brücke zwischen Orient und Okzident. Während längerer Perioden lebten Muslime, Juden und Christen friedlich miteinander.
 
Angelehnt an das in Córdoba um das Jahr 1000 entstandene Buch „Das Halsband der Taube - von der Liebe und den Liebenden“, schildert der Film unterschiedliche Facetten der Liebe. Der junge Hassan erlernt bei einem Meister die Kunst der Kalligraphie. Seine Suche nach den verlorenen Blättern eines Manuskripts und den sechzig arabischen Begriffen für die verschiedenen Formen der Liebe schafft den Rahmen für die geschmeidig verknüpften Episoden.
 
So wie in der Kalligraphie die Buchstaben genauso wichtig und schön sind wie die Texte, spielen die einzelnen Facetten, Bilder und Farben die eigentliche Hauptrolle, wodurch der Film eher einem Gedicht, als einer Erzählung gleicht. Khemir verteidigt, wie er sagt „die Welt des Wünschens, des Begehrens, des Imaginären gegen die Welt des Gesetzes, des Faktischen.“ Die Liebe, das macht er deutlich, ist letztlich das, was zählt.
 
Der Film lief 1991 auf der Berlinale und wurde im Tages-Anzeiger als „der schönste Film der Berlinale“ bezeichnet und gewann beim Filmfestival in Locarno den „Prix Spécial du Jury“. Im Jahr 2007 erhielt der Regisseur den wichtigen französischen Filmpreis „Prix Henri Langlois“.
 
Zu sehen ist der Film im Kino des DFF am Schaumainkai 41. Gezeigt wird er im arabischen Original mit deutschen Untertiteln. Der Eintritt beträgt acht Euro, ermäßigt sechs oder vier Euro. Karten lassen sich telefonisch unter (069)961220220, oder online auf dff.film reservieren.

Weitere Filme der Reihe
Donnerstag, 16, Juni, 17 Uhr: Step across the Border, Einführung: Natascha Gikas
Dienstag, 21. Juni, 18 Uhr: Alice lebt hier nicht mehr, Einführung: Rudolf Worschech
Dienstag, 28. Juni, 18 Uhr: Menschen im Sturm, Einführung: Dieter Reifarth  (ffm)