Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 05.05.2021

Werbung
Werbung

,Deutschlernen – und dann?‘

von Ilse Romahn

(03.05.2021) Workshop für Fachkräfte beschäftigte sich mit Sprachbildung am Übergang Schule, Ausbildung und Beruf.

Mit aktuellen Qualifizierungs- und Informationsbedarfen von Fachkräften aus Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben, Intensivklassen und Integrationskursen beschäftigte sich ein Online-Workshop, den der Arbeitskreis Sprachbildung im Dezernat für Integration und Bildung in Kooperation mit FaberiS, der Fachstelle für berufsintegriertes Sprachlernen in der FRAP-Agentur gGmbH, als Abschluss einer vierteiligen Veranstaltungsreihe organisiert hatte.

„Ohne gute bildungs- und fachsprachliche Kompetenzen ist eine erfolgreiche berufliche Ausbildung nicht möglich“, sagt Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber: „Hier brauchen wir kreative Ansätze für Sprachlernende. Sprachbildungsangebote müssen entlang der Bildungsbiografie durchgängig und insbesondere an den Schnittstellen wie am Übergang Schule-Ausbildung-Beruf eng vernetzt erfolgen.“

Für die Teilnehmer des Workshops ging es zunächst um Informationen zu den einzelnen Stationen im Sprachlernprozess: Welche Zielgruppe und Zielsetzung hat zum Beispiel ein Integrationskurs oder Kurs der berufsbezogenen Deutschförderung im Blick? Zudem wurde aufgezeigt, wie die unterschiedlichen Angebote und Akteurinnen – vom Integrationskurs über die InteA-Klasse bis hin zum Ausbildungsalltag im Betrieb – besser miteinander verzahnt werden können. Mit Blick auf die sehr unterschiedlichen sprachlichen Fähigkeiten der Lernenden und die damit verbundenen Herausforderungen für Lehrkräfte und Praxisanleiter wurden mögliche Lösungsansätze erarbeitet.

Lernbedarfe und Bildungsbedürfnisse insbesondere von neu Zugewanderten entwickeln sich stetig weiter. So führt etwa die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt zu immer höher werdenden Anforderungen vor allem an die schriftsprachlichen Kompetenzen der Lernenden. Die Lehrinhalte berufssprachlicher Kurse und Weiterqualifizierungsangebote für Lehrende müssen entsprechend angepasst werden.

Im Berufsschulalltag verhindern sprachliche und soziale Hürden und Verständnisschwierigkeiten, dass Stärken und Potenziale der Jugendlichen voll zur Geltung kommen. Hier können sprachsensible Förderansätze und Dialogangebote etwa in Form eines Tutoring sinnvoll sein. Auch den Ausbildern und Praxisanleitern im Betrieb kommt eine wichtiger werdende Rolle zu: Sie müssen für die besonderen Bedürfnisse ihrer Auszubildenden sensibilisiert werden und diese im betrieblichen Alltag bedarfsgerecht unterstützen – am besten gelingt dies über eine Verzahnung von berufsfachlichem und sprachlichem Lernen.

Für alle Interessierten wird eine Zusammenfassung der Inhalte der Veranstaltung, ebenso wie die vorhergehenden aus der Reihe „Sprache und Sprachbildung“, unter http://www.sprachbildung-in-frankfurt.de eingestellt. Dort finden sich auch zahlreiche weiterführende Informationen über bestehende Sprachbildungsangebote vom Kita- bis ins Erwachsenenalter, interessante Links und Downloads. (ffm)