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Letzte Aktualisierung: 25.06.2024

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Deutsches Romantik-Museum präsentiert `Werthers Welt - Herder und die Sybille`

Führung durch die Studioausstellung am 6. Juni

von Ilse Romahn

(31.05.2024) Führung in der Studioausstellung ‚Werthers Welt: Das Werther-Jahr 1774‘ mit dem Kurator Dr. Johannes Saltzwedel am 6. Juni, 19.00 Uhr. Eher als vielen anderen verrät Goethe im Juni 1774 seinem Freund Christian Heinrich Boie, was als nächstes von ihm gedruckt erscheinen wird: Das Trauerspiel ‚Clavigo‘ und ‚Die Leiden des jungen Werthers‘. Im Handschriftenstudio ist in diesem Monat das Original des Briefes zu sehen.

Decke mit eingewebter Darstellung von Josua und Caleb
Foto: J. Saltzwedel
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Ein weiterer Originalbrief dokumentiert den künstlerischen Alltag in der Opern-Metropole Neapel; daneben kann man sogar eine Tischdecke aus dem Jahr 1774 anschauen. Besonders eindrucksvoll aber ist, wie sich in diesem Monat Urzeit und Prophetie begegnen: Johann Gottfried Herder erzählt in seinem Werk ‚Älteste Urkunde des Menschengeschlechts‘ den Schöpfungsbericht neu und bringt zudem seinen funkelnden Essay ‚Auch eine Philosophie der Geschichte‘ heraus; währenddessen arbeitet er schon an einer Deutung der Johannes-Apokalypse. Parallel zu dieser biblischen Weissagung der Endzeit ist eine sehr seltene Postille zu sehen, die in Reimen schildert, wie die weise Sybille einst dem König Salomon die Zukunft voraussagte – eine aus dem Mittelalter weitergereichte fromme Ermahnung, die im 18. Jahrhundert wie eine literarische Flaschenpost wirkt.

Der Kurator der Ausstellung, Dr. Johannes Saltzwedel, zeigt Stücke voller Geschichte und Geschichten, die dieser Monat zu bieten hat.

Kosten 5 € zuzüglich Museumticket. Begrenzte Teilnehmerzahl. Karten vorab an der Museumskasse erhältlich.

www.freies-deutsches-hochstift.de

Über die Reihe `Verweile doch`
Das Kuratorenteam des Deutschen Romantik-Museums sowie besondere Gäste laden zu einer vertieften Führung rund und um ausgewählte Stationen der Dauerausstellung, denn zu jeder Station gibt es zahlreiche Geschichten, Bezüge und Gedanken, die auch unsere Gegenwart bewegen.