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Letzte Aktualisierung: 25.01.2022

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Deutsche Bahn beseitigt Engpass im Frankfurter Schienennetz

Zusätzliches Gleis zum Hauptbahnhof fertiggestellt

von Ilse Romahn

(30.11.2021) Ein Nadelöhr im Frankfurter Schienennetz ist Geschichte: Die Deutsche Bahn (DB) nimmt das neu gebaute zweite Gleis am Homburger Damm nördlich der Innenstadt in Betrieb. Damit gewinnt die wichtige Zulaufstrecke zum Hauptbahnhof deutlich an Stabilität.

Homburger Damm
Foto: DB AG / Uli Planz
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Täglich 25.000 Reisende sind dann verlässlicher mit der Bahn unterwegs. ICEs können schneller in den Hauptbahnhof ein- und aus ihm herausfahren – das bringt spürbare Verbesserungen für den bundesweiten Fernverkehr. Auch der Nahverkehr profitiert von den zusätzlichen Kapazitäten. Damit können noch mehr Menschen vom Auto auf die klimafreundliche Bahn umsteigen. Der Bund und die DB investierten für den Ausbau der Infrastruktur am Homburger Damm rund 180 Millionen Euro.

Ronald Pofalla, Infrastrukturvorstand der DB: „Zwei Gleise statt einem Engpass – wir steigern die Kapazität, werden deutlich zuverlässiger und machen den Schienenverkehr noch attraktiver. Wir haben Platz geschaffen, damit perspektivisch mehr Züge in den Frankfurter Hauptbahnhof ein- und ausfahren können. So können wir unseren Fahrgästen ein größeres Angebot auf der umweltfreundlichen Schiene machen. Das ist aktiver Klimaschutz.“

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim geschäftsführenden Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Mit dem neuen Gleis schaffen wir Platz für mehr Züge und beseitigen ein echtes Nadelöhr im Verkehrsknotenpunkt Frankfurt. Damit können wir den Schienenverkehr im Frankfurter Hauptbahnhof flüssiger und pünktlicher abwickeln und so den hiesigen Fahrgästen ein noch besseres Angebot in Aussicht stellen. Genau das braucht es, um noch mehr Menschen zum Umstieg auf die umweltfreundliche Bahn zu bewegen.“ 

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen: „Wenn wir mehr Menschen von der Straße auf die Schiene bringen wollen, brauchen wir ein belastbares Schienennetz. Das zusätzliche Gleis am Homburger Damm ist daher eine wirklich gute Nachricht für alle Zugreisenden aus und nach Frankfurt, ein bedeutender Schritt für ein besseres Angebot im Nah- und Fernverkehr und ein wichtiger Beitrag zu klimafreundlicher Mobilität – und das nach nur vier Jahren Bauzeit. Die ein- und ausfahrenden Züge werden pünktlicher sein, Wartezeiten reduziert. Der Ausbau war dringend notwendig, denn zu einer erfolgreichen Verkehrswende gehören neben unseren Flatrate-Tickets wie beispielsweise dem Schüler-  und Seniorenticket auch mehr Züge und attraktive Angebote auf der Schiene.“

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann: „Der Ausbau des Schienenverkehrs in Frankfurt geht voran: Fünf Kilometer neue Bahnstrecke, 30 Weichen und 180 Millionen Euro Investitionen, die sich auszahlen werden. Nicht nur der Ablauf am Hauptbahnhof wird durch das zweite Gleis reibungsloser, sondern auch die Pünktlichkeit nimmt zu. Das sind gute Nachrichten für einen der wichtigsten Bahnhöfe Europas.“

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds: „Die Inbetriebnahme des zweiten Gleises auf dem Homburger Damm zeigt, dass bei der Schieneninfrastruktur die Zeiten der Ankündigung vorbei sind. Das ‚Jahrzehnt des Bauens‘ läuft. Vor zwei Jahren haben wir die S-Bahnstation Gateway Gardens samt neuem Streckenabschnitt eröffnet. Die Bauarbeiten an der S5-Verlängerung und eigenen Gleisen für die S6 laufen. Die Arbeiten an der Wallauer Spange oder nordmainischen S-Bahn folgen. Dass nun die Bagger rollen, ist für die Mobilitätswende entscheidend: Nur mit mehr Schieneninfrastruktur können wir mehr Fahrten anbieten, die Pünktlichkeit verbessern, mehr Fahrgäste befördern und so immer mehr Menschen zum Umsteigen auf Bus und Bahn bewegen.“

Für das neue Gleis zwischen der Mainzer Landstraße und der Nordseite des Frankfurter Hauptbahnhofs hat die DB fünf Kilometer Bahnstrecke und 30 Weichen gebaut. Dank dieser Infrastruktur fahren Fernzüge nun vorwiegend im südlichen Bereich des Hauptbahnhofs an und ab. Der Regionalverkehr startet und endet größtenteils an der Nordseite der Station. Eine neue Eisenbahnüberführung sorgt dafür, dass die Züge nicht mehr erst andere Verkehre abwarten müssen, bevor sie in den Hauptbahnhof ein- oder aus ihm herausfahren. Das spart Zeit und bringt mehr Qualität.

Der Homburger Damm ist nach dem Elektronischen Stellwerk auf der Tunnelstammstrecke und Gateway Gardens die dritte Inbetriebnahme aus dem Gemeinschaftsprogramm „Frankfurt RheinMain plus“ und für einen zukunftsfähigen Bahnverkehr in der Rhein-Main-Region von hoher Bedeutung. In wenigen Jahren erreicht die DB mit der S6, der Nordmainischen S-Bahn und dem Ausbau des Knotens Stadion einen weiteren Hub für mehr Leistungsfähigkeit auf der Schiene.
 
Weitere Informationen unter: www.frmplus.de