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Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

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Deutsch-amerikanischer Freundschaftstag

von Ilse Romahn

(30.09.2021) Das Gedenken an den Terrorangriff auf die Vereinigten Staaten vor 20 Jahren stand im Mittelpunkt des aktuellen deutsch-amerikanischen Freundschaftstages. Themen der Veranstaltung in der Paulskirche waren die transatlantischen Beziehungen und Projekte der Städtepartnerschaft Frankfurts mit Philadelphia im Pandemie-Jahr. Redner waren Oberbürgermeister Peter Feldmann und der neue US-amerikanische Generalkonsul Norman Thatcher Scharpf.

US-amerikanischer Generalkonsul Norman Thatcher Scharpf, Feuerwehrmann Christoph Schwarzer und Oberbürgermeister Peter Feldmann
Foto: Stadt Frankfurt, Foto: Maik Reuß
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„Diese Anschläge veränderten die Welt, unser Leben und unseren Alltag“, sagte das Stadtoberhaupt. Sie hätten nach den optimistischen, durch den Mauerfall geprägten 90er Jahren eine neue Phase der Unsicherheit eingeleitet.  „Ground Zero in New York wird für immer eine wichtige Erinnerungsstätte sein. Wir erinnern uns an die zahlreichen Opfer, aber auch an die Welle der Solidarität, die ausgelöst wurde“, sagte Feldmann.
 
„Beispielhaft“ für diesen Zusammenhalt nannte Feldmann das Engagement des ehrenamtlichen Feuerwehrmanns Christoph Schwarzer aus Frankfurts Nachbarstadt Bad Homburg. Er hatte nach den Anschlägen eine Spendensammlung für die Hinterbliebenen der New Yorker Kameraden organisiert. Insgesamt kamen so über eine Million D-Mark für Witwen und Halbwaisen getöteter Feuerwehrleute zusammen. Schwarzer selber berichtete in der Paulskirche von seinem Engagement. Ein Videobeitrag mit Bildern aus New York ließ die Gäste den Einsatz des Feuerwehrmannes noch einmal nacherleben.
 
Oberbürgermeister Feldmann ging auch auf die Entwicklung der transatlantischen Beziehungen unter US-Präsident Joe Biden ein. Dabei hob er die größer gewordene Schnittmenge gemeinsamer Ziele hervor. „Mit dem Wiedereintritt zum Pariser Abkommen sind die USA beim Einsatz gegen den Klimawandel wieder an unserer Seite“, sagte das Stadtoberhaupt. Deutschland und die Vereinigten Staaten verbänden gemeinsame Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte.
 
Sicherlich gebe es unterschiedliche Herangehensweisen zu verschiedenen anderen Themen wie etwa der globalen Menschenrechtspolitik, der Verteidigung oder Handelszöllen. Allerdings sei es jetzt wieder möglich, diese im konstruktiven Dialog anzugehen. Als praktisches Beispiel gelungener deutsch-amerikanischer Kooperation nannte er den von Biontech und Pfizer hergestellten Corona-Impfstoff, eines der weltweit meistgenutzten Vakzine.
 
In seiner Rede ging Feldmann auch auf die praktischen Auswirkungen der Pandemie ein. Die Entscheidung der USA, demnächst die Einreiseregeln für Europäer wieder zu lockern, sei für die Wirtschaft im Handelszentrum Frankfurt eine gute Nachricht. Die Mainmetropole ist zudem seit 2015 mit Philadelphia durch eine Städtepartnerschaft verbunden, wozu auch ein Schüleraustausch gehört. Zusätzlich gibt es weitere Programme für Studierende, Wissenschaftler und Berufstätige, auch mit anderen Städten in den Vereinigten Staaten. Philadelphia hat bereits zugesagt, das Programm fortzusetzen, nachdem es in diesem Jahr nur virtuell stattfinden konnte. „Ich hoffe sehr, dass reale Schüleraustausche mit unserer Partnerstadt bald wieder starten können“, betonte der Oberbürgermeister.
 
Im vergangenen Jahr musste der jährliche deutsch-amerikanische Freundschaftstag aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. (ffm)