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Der zähe Kampf gegen Rheuma

Kongress stellt Lebensalter, Immuntherapien und KI in den Focus

Wie verändert sich die Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen (ERE) im höheren Lebensalter? Welche Perspektiven eröffnen zelluläre Therapien bei Autoimmunerkrankungen? Und wie können Instrumente der Künstlichen Intelligenz den klinischen Alltag sinnvoll unterstützen? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum des Deutschen Rheumatologiekongresses (RhK) 2026, der vom 9. bis 12. September im Congress Center Leipzig stattfindet.

„Rheumatologie ist ein komplexes Fachgebiet, das einen hohen Grad an Expertise und Interdisziplinarität erfordert. Wir müssen systemische Erkrankungen, welche den gesamten Körper betreffen, über Lebensphasen hinweg verstehen“, sagt Professor Dr. Ulf Wagner, Kongresspräsident und Präsident der DGRh. „Der Kongress soll zeigen, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse schon heute die Versorgung maßgeblich prägen, und wo wir noch Antworten suchen.“

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen zeigen bei Kindern häufig andere Verläufe als bei Erwachsenen; bei älteren Patienten kommen Multimorbidität, Infektionsrisiken oder funktionelle Einschränkungen hinzu. Der Kongress greift diese Unterschiede in mehreren Programmpunkten auf, unter anderem in einer Plenarsitzung zu entzündlich-rheumatischen Erkrankungen im höheren Lebensalter.

Neue Behandlungsoptionen bei Autoimmunerkrankungen

Ein weiterer Schwerpunkt sind neue Entwicklungen im Bereich der zellulären Therapien bei Autoimmunerkrankungen. Diese Verfahren zielen darauf, fehlgesteuerte Immunreaktionen nicht nur zu dämpfen, sondern gezielt zu beeinflussen. „Damit ist die Frage verbunden, ob und bei welchen schwer behandelbaren Krankheitsverläufen derartige Ansätze künftig eine Rolle spielen können. Wir diskutieren auf dem RhK 2026 daher nicht nur therapeutische Chancen, sondern auch Aspekte der Sicherheit, Langzeitwirkung, Patientenauswahl und die Frage, unter welchen Voraussetzungen sich solche Behandlungen verantwortungsvoll in die Versorgung integrieren lassen“, so Wagner, Leiter des Bereichs Rheumatologie der Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie, Rheumatologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Immunmechanismen und KI in der klinischen Praxis

Ebenfalls beleuchtet werden die Wechselwirkungen zwischen dem angeborenem und erworbenem Immunsystem – Mechanismen, die Entzündungen auslösen, aufrechterhalten oder chronifizieren können. Zugleich diskutiert der Kongress Einsatzbereiche Künstlicher Intelligenz in der Klinik, beispielsweise zur Entscheidungsunterstützung. „KI kann helfen, Komplexität besser zu beherrschen – vorausgesetzt, wir prüfen Nutzen, Grenzen, Datenqualität und Verantwortung genauso sorgfältig wie bei jeder anderen medizinischen Innovation“, betont Kongresspräsident Wagner.

Der Deutsche Rheumatologiekongress 2026 versteht sich als Forum für den fachübergreifenden Austausch. Leipzig bietet dafür einen Rahmen, der wissenschaftliche Diskussion, Fortbildung und persönliche Vernetzung verbindet.