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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Der Vorstand der Polytechnischen Gesellschaft paritätisch besetzt

Prof. Dr. Mosbrugger im Amt des Präsidenten der Polytechnischen Gesellschaft bestätigt

von Adolf Albus

(16.09.2022) Der Naturwissenschaftler und frühere Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger ist bei der gestrigen Mitgliederversammlung der Polytechnischen Gesellschaft e. V. im Amt des Präsidenten für eine weitere Amtszeit von vier Jahren bestätigt worden. Der 69-Jährige wurde mit einer Mehrheit von 98,89 Prozent der Stimmen gewählt.

Der bisherige Schatzmeister der Polytechnischen Gesellschaft, Johann-Peter Krommer, der die Geschicke des Vereins über viele Jahre maßgeblich geprägt hat, sowie die Mitglieder des am Mittwoch neu gewählten Vorstands: Renate Bleise, Prof. Dr. Volker Mosbrugger (Präsident), Dr. Dagmar Meidrodt (Stellvertretende Präsidentin), Ekkehardt B. C. Sättele (Schatzmeister), Almut von Tresckow und Prof. Dr. med. Ulrich Finke (Schriftführer).
Foto: Jochen Kratschmer
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In seiner der Wahl vorausgehenden Rede skizzierte Mosbrugger die Vorhaben für die kommende Amtsperiode. Zentrales Anliegen sei es, den Frankfurter Traditionsvereins als aktive Bürgergesellschaft für die Zukunft zu rüsten. Hierzu zählt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitgliedschaft. „Er geht uns darum“, so Mosbrugger, „ehrenamtlich engagierte, gut vernetzte Persönlichkeiten zur Mitarbeit zu gewinnen und mit der Gesamtheit unserer Mitglieder die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft angemessen zu repräsentieren.“

Mit ihrer Stiftung tragen die Polytechniker in vielfacher Weise zum Gelingen von Bildung, ehrenamtlichem Engagement und produktivem Zusammenleben in der Stadtgesellschaft bei. Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft stellt jedoch mit ihrem Stiftungskapital von mehr als 450 Millionen Euro eine juristisch unabhängige Organisation dar. Die Polytechnische Gesellschaft e. V. indes ist ein 1816 gegründeter Bürgerverein, der sich durch ein Angebot öffentlicher Veranstaltungen und die finanzielle Förderung zahlreicher Tochterinstitute engagiert. Zu letzteren zählen insbesondere das Institut für Bienenkunde mit Sitz in Oberursel, die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte, das Kuratorium Kulturelles Frankfurt, der Kunstgewerbeverein Frankfurt am Main und der Verein zur Pflege der Kammermusik und zur Förderung junger Musiker. Die verbindende Klammer zwischen Verein und Stiftung bilden die Polytechniker.  

Das eigenständige Engagement des Bürgervereins von 1816 möchte Professor Mosbrugger fortsetzen, ja stärker akzentuieren. Er bekundet den Willen, die Spielräume der Mitglieder zur aktiven Mitwirkung auszubauen: „Wir haben seit 2021 insgesamt fünf Arbeitskreise ins Leben gerufen, in denen die Mitglieder an Themen arbeiten, die nach unserem Dafürhalten in den kommenden Jahren für Frankfurt von zentraler Bedeutung sein werden“, so Mosbrugger. Hierzu zähle zum Beispiel die Krisenresilienz der Stadtbevölkerung, die zunehmend lerne, sich auf eventuelle Mangellagen vorzubereiten. „Frankfurt für Krisen stark zu machen – dazu wollen wir einen sinnvollen Beitrag leisten und so unserer Verantwortung als Bürger dieser Stadt gerecht werden“, erklärte Mosbrugger.

Weitere Arbeitskreise befassen sich mit Nachhaltigkeit, Demokratie, Inklusion und Start-ups. „Auf all diesen Feldern gibt es in der Frankfurter Stadtgesellschaft einen großen Gestaltungswillen. Die Menschen wollen die nachhaltige Entwicklung ihrer Stadt voranbringen, sie wollen Barrieren für Menschen mit Einschränkungen abbauen, sie wollen sich für unsere Demokratie engagieren und den Mut junger Unternehmer fördern“, sagte Mosbrugger. Den Polytechnikern sei es wichtig, so der Biologe weiter, die Menschen in diesem Gestaltungswillen zu bestärken und zu unterstützen.

Die Mitglieder der Polytechnischen Gesellschaft kommen aus zahlreichen Berufsfeldern und bringen äußerst unterschiedliche fachliche Perspektiven ein, darunter Wissenschaftler nahezu aller Disziplinen, Finanzexperten, Juristen und Mediziner, Unternehmer und Handwerker, Museumsleiter und Künstler, Verwaltungsfachleute und Angehörige der Feuerwehr. „Es ist gerade der Austausch zwischen den Polytechnikern und ihre Vernetzung über unterschiedliche Fachgebiete hinweg, die das Potenzial für ganz neue Ansätze des Handelns zum Wohle unserer Stadt bieten“, betonte Mosbrugger.

Er sieht die Arbeitskreise nicht nur als Plattform des diskursiven Austauschs, sondern auch als Labor für die Entwicklung neuer Projektideen, die das vorhandene Angebot in Frankfurt sinnvoll bereichern. Als Beispiel nennt Professor Mosbrugger das von der Jungen Polytechnikerin Dr. Catherine Barnes-Scheufler entwickelte Projekt FLASH, das aus dem Arbeitskreis Inklusion hervorgegangen und in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Frankfurt und der Uniklinik Frankfurt umgesetzt wird. FLASH organisiert Workshops an Frankfurter Schulen, in denen Schülerinnen und Schüler über psychische Erkrankungen aufgeklärt werden.

Die Juristin Dr. Dagmar Meidrodt, die von der Mitgliederversammlung im Amt der Stellvertretenden Präsidentin der Polytechnischen Gesellschaft bestätigt wurde und den Arbeitskreis Inklusion koordiniert, erklärte: „Wir freuen uns sehr darüber, dass FLASH in diesem Jahr an Fahrt aufgenommen hat. Die Corona-Pandemie hat bei zahlreichen Jugendlichen psychische Not hervorgerufen; wir sehen, dass hier ein großer Bedarf an Hilfe und Beratung besteht. Das Projekt FLASH dient dazu, psychischen Erkrankungen das Stigma zu nehmen und junge Menschen darin zu bestärken, frühzeitig Hilfe zu suchen.“

Professor Mosbrugger hofft, dass die Polytechnische Gesellschaft e. V. künftig weitere innovative Ideen dieser Art hervorbringen wird. Er wird in seinem ehrenamtlichen Engagement als Präsident unterstützt von einem auf sechs Mitglieder erweiterten Vorstand. Neuer Schatzmeister wird der frühere Wirtschaftsprüfer Ekkehardt B. C. Sättele, der bereits von 2014 bis 2018 Mitglied des Vorstands gewesen ist. Im Amt des Schriftführers bestätigt wurde der ehemalige Ärztliche Direktor des Sankt Katharinen-Krankenhauses, Prof. Dr. med. Ulrich Finke. Weitere Mitglieder im Vorstand sind die Finanzexpertin Almut von Tresckow sowie Renate Bleise, die frühere Direktorin der Wöhlerschule. Zusätzlich mit Dr. Dagmar Meidrodt als Stellvertretender Präsidentin zählt der neu gewählte Vorstand nun sechs Mitglieder und ist mit drei Männern und drei Frauen erstmals paritätisch besetzt.

In seiner Funktion als Präsident der Polytechnischen Gesellschaft führt Mosbrugger auch das Amt des Vorsitzenden des Stiftungsrats der Stiftung Polytechnische Gesellschaft weiter. Das siebenköpfige Gremium überwacht die Arbeit des Vorstands der Stiftung, an dessen Spitze zum 1. Oktober 2022 Prof. Dr. Frank E. P. Dievernich treten wird, der bisherige Präsident der Frankfurt University of Applied Sciences. Ihm zur Seite steht weiterhin Johann-Peter Krommer als Finanzvorstand, der langjährige Inhaber des Schatzmeisteramtes der Polytechnischen Gesellschaft. Er trat bei den Vorstandswahlen nicht erneut an und wird sich künftig auf seine Arbeit in der Stiftung konzentrieren, die mit dem Eintritt ihres Gründungsvorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt in den Ruhestand vor einem tiefen Einschnitt steht.