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Letzte Aktualisierung: 29.05.2024

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Der Spielplan der Oper Frankfurt bietet wieder ein umfangreiches Repertoire

von Ralph Delhees

(13.05.2024) „Macbeth“ und „Parsifal“ - „Lulu“ unter dem Dirigat des GMD -Mehr als 500 Veranstaltungen mit 8 Neuinszenierungen, 11 Premieren Neuinszenierungen und 14 Wiederaufnahmen

Gemeinsam präsentierten im Holzfoyer der Ope Frankfurt (v.l.n.r.) Generalmusikdirektor Thomas Guggeis und Intendant Bernd Loebe das Programm der Spielzeit 2024/25.
Foto: Ralph Delhees
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Mit ernsten Worten nach den Ereignissen der letzten Wochen eröffnete der Intendant der Frankfurter Oper Bernd Loebe die Vorstellung der Opern-Spielzeit 2024/25, so äußerte er, dass er sich oft Sorgen um unsere Demokratie gemacht habe. „Wie“, so Loebe, „soll das Zusammenleben funktionieren, wenn wir nicht mehr bereit sind, einander zuzuhören, miteinander zu streiten und am Ende zu akzeptieren, dass es Menschen mit anderer Meinung gibt, mit denen man aber trotz alledem friedlich zusammenleben kann?“ Dabei wünscht er allen Besuchern und Akteuren viele schöne Theatererlebnisse und hofft, dass „das Zuhören, das emotionale Mitfühlen und die anschließende Debatte ein Modell für unser demokratisches Zusammenleben und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sein können.“

Intendant Bernd Loebe und Generalmusikdirektor (GMD) Thomas Guggeis – der vor einem Jahr das Amt von Sebastian Weigle, der nach 15 Jahren aufhörte, übernahm, sind mittlerweile ein eingeschworenes Team. Bernd Loebe setzt viel Vertrauen auf den heute 30jährigen GMD und war voll des Lobes.

Frankfurts Opernhaus, das zu den renommiertesten Opernhäuser Deutschlands zählt, hat in der Spielzeit 2023/24 nach Corona wieder seine Besucherauslastung stark erhöhen, so liegt mit Stand April bei 82 Prozent (77 Prozent 2022/23) Die Zahlen der Abonnements belaufen sich 2023/24 auf 9.499 (8668 in 2022/23) und nähern sich langsam wieder den Vorcoronazeiten um mitrund 12.000 Abonnements.

Der Spielplan der Oper Frankfurt in der Saison 2024/25 bietet mehr als 500 Veranstaltungen insgesamt, davon 173 Musiktheatervorstellungen. Auf dem Programm stehen elf Premieren mit insgesamt 88 Aufführungen, davon finden acht Neuinszenierungen mit 65 Vorstellungen im Opernhaus sowie drei Premieren mit 23 Vorstellungen im Bockenheimer Depot statt. Darüber hinaus sind 14 Wiederaufnahmen mit 85 Vorstellungen geplant. Zudem sind acht Liederabende im Opernhaus und weitere Recitals (Anm. d. Red.: Solistenkonzerte) im Holzfoyer sowie ca. 300 Sonderveranstaltungen angesetzt.

Erste Neuproduktion ist der „Der Prinz von Homburg“
Als erste Neuproduktion der Spielzeit feiert am 22. September 2024 Hans Werner Henzes „Der Prinz von Homburg“ im Opernhaus Premiere. Die musikalische Leitung übernimmt Studienleiter Takeshi Moriuchi, für die Inszenierung kehrt nach Wagners Lohengrin (2009) und Verdis Les vȇpres siciliennes (2013) Jens Daniel Herzog an die Oper Frankfurt zurück. Seit 2018/19 bekleidet er die Position des Staatsintendanten am Staatstheater Nürnberg. In der Titelpartie ist Ensemblemitglied Domen Križaj zu erleben. Am 3. November 2024 folgt Alban Bergs „Lulu“, dirigiert von Generalmusikdirektor Thomas Guggeis. In der Titelpartie gastiert erstmals Vera-Lotte Boecker im Haus am Willy-Brandt-Platz. Regie führt Nadja Loschky, die in der aktuellen Saison mit Händels Giulio Cesare in Egitto ihr umjubeltes Frankfurt-Debüt gab.

Georg Friedrich Händels „Partenope“ im November
Im Bockenheimer Depot kommt am 10. November 2024 die Frankfurter Erstaufführung von Georg Friedrich Händels „Partenope“ heraus. Am Pult steht George Petrou, die Inszenierung stammt von Julia Burbach; beide arbeiten erstmals an der Oper Frankfurt. Während er seit 2021/22 künstlerischer Leiter der Internationalen Händel-Festspiele ist, arbeitete sie regelmäßig am Royal Opera House Covent Garden in London, wo sie von 2015 bis 2021 Resident Staff Director war.

GMD Thomas Guggeis präsentiert Verdis „Macbeth“
Im Opernhaus dirigiert GMD Thomas Guggeis ab 1. Dezember 2024 Verdis „Macbeth“ und präsentiert damit eine weitere Facette seines vielschichtigen Repertoires. Der amerikanische Regisseur R.B. Schlather legte 2019 im Bockenheimer Depot seine Sicht auf Händels Tamerlano vor, 2021 gefolgt von Cimarosas L’italiana in Londra im Opernhaus. Die Titelpartie der Verdi-Oper übernimmt Ensemblemitglied Nicholas Brownlee.

Eine weitere Frankfurter Erstaufführung feiert am 2. Februar 2025 Premiere im Opernhaus: „Guercœur“ von Albéric Magnard. Ihr Debüt am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters holt die französische Dirigentin Marie Jacquot krankheitshalber nach – in einer Inszenierung von David Hermann, der zu den regelmäßigen Gästen der Oper Frankfurt gehört. Die Titelpartie verkörpert Domen Križaj, an seiner Seite – ebenfalls aus dem Ensemble – Claudia Mahnke in der Partie der Giselle.

Adolphe Adams „Le Postillon de Lonjumeau“ steht am 2. März 2025 als Übernahme einer Produktion der Tiroler Festspiele Erl auf dem Frankfurter Spielplan. Das Dirigat übernimmt – wie bereits in Erl, wo er als Kapellmeister fungierte – der südkoreanische Dirigent Beomseok Yi. Die Inszenierung stammt vom Frankfurter Spielleiter Hans Walter Richter, die Titelpartie übernimmt wie in Erl der italienische Tenor Francesco Demuro, an seiner Seite auch in Frankfurt Ensemblemitglied Monika Buczkowska als Madeleine.

Weiter geht es am 8. März 2025 im Bockenheimer Depot mit der Premiere von Carl Ditters von Dittersdorfs „Doktor und Apotheker.“ Es dirigiert Kapellmeister Alden Gatt, und die Inszenierung stammt von der ehemaligen Frankfurter Spielleiterin Ute M. Engelhardt. Für ihre Frankfurter Inszenierung von Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ 2016 an der Oper Frankfurt wurde sie mit dem renommierten Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet.

Mit „L’invisible“ (Musikalische Leitung: Titus Engel; Inszenierung: Daniela Löffner) am 30. März 2025 im Opernhaus und Melusine (Musikalische Leitung: Karsten Januschke; Inszenierung: Aileen Schneider) am 6. Juni  im Bockenheimer Depot stehen zwei Frankfurter Erstaufführungen des am 13. März 2024 verstorbenen Aribert Reimann auf dem Spielplan, einem der renommiertesten Komponisten der Gegenwart.

Eine Neuproduktion von Richard Wagners „Parsifal“feiert am 18. Mai Premiere im Opernhaus. Die Besetzung ist vielversprechend: Die musikalische Leitung hat GMD Thomas Guggeis, die Inszenierung erarbeitet Brigitte Fassbaender.

Die letzte Premiere der Spielzeit 2024/25 ist die Frankfurter Erstaufführung von Händels „Alcina“ im Opernhaus. Die musikalische Leitung liegt bei Julia Jones, für die Regie wurde Johannes Erath engagiert. Beide Künstler gehören zu den regelmäßigen Gästen der Oper Frankfurt.

Die „Nacht vor Weihnachten“ kommt wieder
14 Produktionen werden im Opernhaus wiederaufgenommen, darunter am 8. September 2024 Händels „Hercules“ in der Sicht Barrie Koskys, zudem die vom Fachmagazin Opernwelt als „Aufführung des Jahres 2021/22“ ausgezeichnete „Nacht vor Weihnachten“ von Nikolai A. Rimski-Korsakow in der Inszenierung von Christof Loy (6. Dezember 2024) sowie die gefeierten Produktionen von Peter I. Tschaikowskis Die Zauberin (Regie: Vasily Barkhatov; 7. Februar 2025) und Richard Strauss’ Der  Rosenkavalier (Regie: Claus Guth; 11. April 2025).

Die Liederabend-Reihe vereint erneut Namen etablierter Sängerinnen und Sänger mit denen vielversprechender Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstlern. Auch in der Spielzeit 2024/25 werden wieder zahlreiche Sonderveranstaltungen zum Programm der Oper Frankfurt gehören, fast 300 sind es in der kommenden Saison. So hat sich unter dem Titel JETZT! das erfolgreiche Vermittlungsprogramm für Babys, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem vergleichsweise hohen Anteil von ca. 230 Terminen an der Gesamtzahl der Sonderveranstaltungen weiterhin stark etabliert.

GMD Guggeis: „Jeden Anfang wohnt ein Zauber inne“
Generalmusikdirektor Thomas Guggeis fasst bei der Vorstellung des Programms zu seiner ersten Frankfurter Spielzeit ein kurzes ein Resümee, dabei betonte er: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – für mich waren der magische erste Monat mit den Zuschauerinnen und Zuschauern sowie allen Menschen, die auf, vor und hinter der Bühne dieses Opernhauses die Utopie Musiktheater gemeinsam zum Leben erwecken. Das kollektiv-kreative Zusammenwirken so vieler unterschiedlicher Stimmen und Kräfte, um den Vorhang immer wieder aufs Neue für einen spannenden, beglückenden, tröstenden, aufwühlenden, einzigartigen Opernabend hochgehen zu lassen, mag eine Inspiration für unsere Gesellschaft sein, die vielen Herausforderungen gemeinsam anzugehen.“

www.oper-frankfurt.de