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Letzte Aktualisierung: 24.04.2024

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Der Knoten wollte einfach nicht platzen

Skyliners nur mit einer starken Halbzeit in Ulm: 79:94

von Norbert Dörholt

(13.03.2023) Die Frankfurter Bundesliga-Basketballer Fraport Skyliners zeigten in der ersten Halbzeit bei ratiopharm ulm viel von dem, was sich das Trainerteam um Headcoach Geert Hammink von ihrem Team erhofft. Gute Ballbewegung, intensive Arbeit beim Rebound, hohe Trefferquoten. Doch in Halbzeit zwei dreht sich das Spielgeschehen massiv zugunsten der Gastgeber, die schließlich mit 94:79 Punkten siegten (24:28 – 22:25 – 25:16 – 23:10).

Foto: Fraport Skyliners
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Die Ulmer hatten in Bruno Caboclo (28 Punkte, zwölf Rebounds) den dominantesten Spieler in ihren Reihen.  Frankfurter Topscorer bei der 94:79 Niederlage wurden Einaras Tubutis und JJ Frazier mit jeweils 14 Punkten. Derek Cooke jr. erspielte sich mit elf Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double. Matt Haarms und Marcus Lewis mussten aufgrund des Ausländerkontingents pausieren.

Eine Woche Vorbereitung bleibt den Fraport Skyliners nun bis zum nächsten Heimspiel. Am Sonntag, den 19. März, ist Chemnitz zu Gast in der Frankfurter Süwag Energie Arena. Sprungball ist um 15 Uhr; es sind nur noch sehr wenige Ticketkontingente verfügbar. Das nächst folgende Heimspiel ist am Sonntag, den 2. April, gegen den amtierenden deutschen Meister Alba Berlin. Auch dann ist Sprungball um 15 Uhr. Tickets für alle Heimspiele sind erhältlich über Tel. 069-92887619, online über www.fraport-skyliners.de oder die Vorverkaufsstellen von AdTicket.

Stimmen zum Spiel

Geert Hammink (Headcoach, Fraport Skyliners): „Gratulation an Ulm. Letztendlich spiegelt das Endergebnis unsere heutige Leistung nicht wider. Ich habe meiner Mannschaft eben in der Kabine gesagt, trotz 15 Punkte Differenz am Ende waren wir heute nah dran. Wie bereits in den vergangenen Spielen hatten wir auch heute fünf Minuten, in denen wir die Aggressivität des Gegners nicht mitgehen konnten und offensiv zu statisch agierten. Dies müssen wir in den nächsten Wochen verbessern. Die erste Halbzeit war sehr gut und auch der erste Teil der zweiten Hälfte war nicht schlecht, aber dann haben wir fünf Minuten lang sowohl offensiv und defensiv gegen eine gute Mannschaft keine Lösungen mehr gefunden.“

Anton Gavel (Headcoach, Ratiopharm Ulm): „Wir haben in der ersten Halbzeit 53 Punkte zugelassen und das ist einfach zu viel. Wir haben davor gesagt, dass Frankfurt alles geben wird, haben aber zu Beginn die notwendige Aggressivität vermissen lassen. In der zweiten Hälfte haben wir dann ein komplett anderes Gesicht gezeigt, demnach dann Frankfurt bei nur 26 Punkten gehalten. Offensiv haben wir dann auch bessere Lösungen gefunden, haben uns nicht nur auf den Dreier verlassen, sondern haben immer wieder die Zone attackiert. Das war nicht das erste Mal, dass wir in der ersten Halbzeit hinten lagen und dann die Partie noch gedreht haben. Aber es hat uns auch schon oftmals den Sieg gekostet, demnach müssen wir in den nächsten Wochen in der Anfangsphase konzentrierter sein.“

Starting Five – Headcoach Geert Hammink beehrt Lukas Wank, JJ Frazier, Derek Cooke jr., Laurynas Beliauskas und, zum ersten Mal in dieser Saison, Joshua Obiesie mit der Ehre der Startaufstellung.

Viertel 1 – Erst geht nix, dann läuft alles - 24:28

Der Start in die Partie fällt unter das Motto „Gut gemeint“, denn trotz des Versuchs, viel Druck am Mann auszuüben, kommt Ulm zu zwei schnellen Dreiern zum Auftakt – 6:0 (2. Minute). Doch schütteln die Fraport Skyliners den Fehlstart schnell ab, kommen über zwei Dreier wieder zum Ausgleich – 8:8 (3.). Es bleibt ein offensivorientiertes Spiel, bei dem die Defensiven beider Teams eher den Oscar für die besten Nebenrollen gewinnen würden. Ulms Bruno Caboclo dominiert das Spielgeschehen für sein Team und sorgt so für den 22:15 (7.) Zwischenstand. Erneut beweisen die Frankfurter Jungs Moral und Willen, finden die guten Würfe und bedanken sich bei Laurynas Beliauskas, der mit zwei Dreiern in Folge die Führung erobert – 22:24 (9.). Mit einer knappen Führung von 24:28 endet das erste Viertel.

Mit 5/7 Dreiern kann man mal ein Spiel eröffnen. Laurynas Beliauskas geht 2/3, Lukas Wank (2/2) und JJ Frazier (1/1) bleiben sogar fehlerfrei.

Der wachsame Blick geht immer Richtung Rebounds und man erkennt: Alles im grünen Bereich, denn beide Teams holen jeweils sieben. Da sich beide Teams auch nur einen Ballverlust erlauben, erklärt sich der durchaus hohe Spielstand nach den ersten zehn Minuten.

Viertel 2 – Höhen und Tiefen mit Niveau – 22:25

Im Modus bleiben, weiter bei den Rebounds zupacken und irgendwie auch die Verteidigung involvieren. Klarer Gameplan für die Jungs in blau. Der Plan geht zu Beginn auf. Isaiah Washington per Dreier zum 27:33 (12.). Was gut funktioniert: Schnelles Umschalten nach dem eigenen Rebound sowie das Suchen nach dem freien Mitspieler. Derek Cooke jr. wird lehrbuchhaft von Joshua Obiesie unter dem Korb gefunden und erhöht auf 28:37 (13.). Es folgt eine verärgerte Ulmer Auszeit. Aber Geert Hammink und sein Team bleiben im Spielfluss. Quantez Robertson tanzt erst ein wenig mit seinem Gegenspieler und drückt dann den Dreier rein – 28:42 (14.). Erneute Auszeit Ulm, noch verärgerter. Zwar gehen die wahnwitzigen Wurfquoten auf Seiten der Fraport Skyliners in der Folge ein wenig runter, doch bleiben Einsatz und Moral auf hohem Niveau. Jedoch wollen sich die Ulmer vor den eigenen Fans auch nicht bloßstellen lassen und schmiegen sich spielstandtechnisch wieder an, bevor JJ Frazier und Einaras Tubutis den Lauf jeweils per Dreier beenden – 43:50 (19.). Bis zur Halbzeit bleibt die Führung erfreulicherweise erhalten – 46:53.

Reboundprobleme? Gibt es nicht (mehr)! 19 Rebounds packen sich die Fraport Skyliners zur Halbzeit, elf die Gastgeber. Nur vier Stück wurden den Ulmern in Viertel zwei gestattet. Auch der Ball läuft weiterhin flüssig, schnell und auch präzise. Starke 13 Frankfurter Assists stehen fünf Ballverlusten gegenüber.

Viertel 3 – Per Auszeit zurück auf Kurs – 25:16

Gebannter Blick aller Fans vor den Endgeräten und die Frage: Wie kommt Frankfurt aus der Kabine? Die Antwort: leider nicht so gut. Denn Ulm eröffnet per 7:0 Lauf zum Ausgleich 53:53 (23.), während die eigene Offensive schwer ins Stocken gerät. Die ersten Punkte sind dann schwer erarbeitet, aber Belohnung für das gute Nachsetzen beim offensiven Rebound. Dennoch gefällt Headcoach Geert Hammink die Körpersprache und das Auftreten seiner Jungs nicht, so dass er sie mit einer Auszeit wieder auf Kurs bringen möchte – 58:55 (25.). Und tatsächlich wirkt die kurze Nervenberuhigung, denn das eigene Spiel stabilisiert sich wieder – 61:60 (26.). Beide Teams treffen ihre Dreier in dieser Phase sehr gut, Ulm allerdings besser – 70:65 (28.). Doch das Herz tragen die Fraport Skyliners weiterhin am richtigen Fleck und wühlen sich vor dem vierten Viertel wieder auf 71:69 ran. Beide Teams treffen nach dem dritten Viertel 42 Prozent ihrer Dreier. Die Ulmer drücken aber vier Mal häufiger ab (31:27).

Viertel 4 – Kein Knotenplatzer zu finden – 23:10

Lukas Wank klatscht seinen Mitspielern motivierend zu, richtet aufmunternde Worte an sie. Und das ist gut so, denn das Frankfurter Spiel wird zunehmend schwerfälliger. Da könnte der Dreier von Laurynas Beliauskas zum 75:72 (32.) ein Knotenplatzer werden. Ist er aber leider nicht, denn Ulm trifft ebenfalls von draußen und bleibt vorne – 82:72 (35.). Die Gastgeber haben nun mit Bruno Caboclo und Yago dos Santos die brasilianische Leichtigkeit des Seins in ihrem Spiel, werfen sich Alley-Oops zu, treffen Dreier und finden defensiv den besseren Zugriff. So bleibt es auch bis Spielende, so dass die in Halbzeit eins angedeutete Überraschung ausbleibt und die Ulmer die Punkte behalten – 94:79.

Drei Viertel waren die Rebounds eine Frankfurter Stärke im Spiel, doch am Ende entschieden die Gastgeber das Duell in dieser Kategorie doch für sich: 37:33.

Die nächsten Termine

·  Heimspiel am Sonntag, 19. März, um 15 Uhr gegen Chemnitz

·  Samstag, 25. März, um 20:30 Uhr in Hamburg

·  Heimspiel am Sonntag, 2. April um 15 Uhr gegen Berlin