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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Der Königsteiner Freihof

Historie der Hofheimer Hauptstraße

von Adolf Albus

(22.06.2022) Die neuste Tafel der Beschilderung historischer Gebäude in der Hofheimer Altstadt beschreibt ein Gebäudeensemble, das bereits seit vielen Jahren aus dem Stadtbild verschwunden ist: Den Königsteiner Freihof.

Foto: Stadt Hofheim
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Wo einst der Freihof seinen Platz hatte, steht heute das sogenannte Jean Hammel-Haus, das sich im Besitz der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) befindet. Finanziert aus Mitteln des ehemaligen Geschichts- und Altertumsvereins und mit Unterstützung der HWB konnte nun die Tafel an dem Gebäude Hauptstraße 57 ungefähr dort montiert werden, wo sich früher das Tor zum Inneren des Hofs befand. 

Den Text der Tafel verfasste Dr. Dieter Reuschling, der sich intensiv mit der Geschichte des Freihofs beschäftigt hat. Freihof deshalb, weil er als Landesbesitz von kommunalen Abgaben und P­flichten befreit war. Das Gehöft befand sich stets im Besitz des jeweiligen Landesherrn Hofheims, wurde aber dauerhaft in Erbpacht vergeben. Zu dem Hof gehörten Äcker, Wiesen und Weingärten in Hofheim, Kriftel und Hattersheim (zusammen ca. 130 Morgen). Von den ursprünglichen Gebäuden des Hofes ist nichts erhalten geblieben.

Der älteste Pachtvertrag wurde 1507 zwischen dem damaligen Hofheimer Landesherrn Eberhard IV. von Königstein und seinem Hofheimer Keller Cuntz Hattstein geschlossen. Er und seine Erben bewirtschafteten den Hof vermutlich bis Ende des 17. Jahrhunderts. Danach wurde der Hof – nun in Kurmainzer Besitz – geteilt (heute Hauptstraße Nr. 57 und Nr. 59). Das Einfahrtstor für diese zwei Grundstücke lag auf der nördlichen Seite der Nr. 57.

Durch Erbschaft und Verkäufe wechselten die Pächter immer wieder. Beide Teile des Freihofs blieben aber bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts (jetzt Herzogtum Nassau) im Landesbesitz. 1846 erwarb Dr. J. C. Creve die nördliche Hälfte (Nr. 57). 1856 kauften die Erben des H. J. Wohmann die südliche Hälfte (Nr. 59). Seitdem sind die Grundstücke in Privatbesitz.

Seit dem Jahr 2010 informieren Bild- und Texttafeln über die Bau- und Nutzungsgeschichte vieler Gebäude in der Hofheimer Altstadt. Das Projekt ist eine Kooperation des Stadtarchivs und des Historischen Arbeitskreises der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt e.V. Zu den Stiftern der Tafeln gehören zahlreiche Hofheimer Unternehmen und Vereine, aber auch am Erhalt und der Erforschung der Altstadt interessierte Bürgerinnen und Bürger.