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Der Historiker Lothar Machtan präsentiert seine Neuerscheinung „Kaisersturz. Vom Scheitern im Herzen der Macht“

Start der Reihe „Des Kaisers Spuren. Wilhelm II. im Schloss Bad Homburg“ am 6. September - Dialog mit Jürgen Kaube (FAZ)

Der Bremer Historiker Lothar Machtan präsentiert erstmals öffentlich in einer Lesung seine Neuerscheinung zu den letzten Wochen des deutschen Kaiserreichs: „Kaisersturz. Vom Scheitern im Herzen der Macht“. Prof. Dr. em. Machtan stellt Auszüge seines Buches vor und tritt im Anschluss in einen Dialog mit Jürgen Kaube, dem Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 6. September, 19.30 Uhr im Schloss von Bad Homburg.
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Buchtitel `Kaisersturz. Vom Scheitern im Herzen der Macht`
Foto: Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten

Das bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (Darmstadt) erschienene Buch geht den politischen Ereignissen zwischen Juni und November des Jahres 1918 nach. Obwohl die Entscheidungsträger in den Wirren von Kapitulation und Umsturz das Kaiserreich retten wollten, wurden sie am Ende mangels Mut und Tatkraft zu dessen „Totengräbern“, so Prof. Machtan.  

Der Autor nennt Kaiser Wilhelm II., der vor 100 Jahren abdankte, einen „übermächtigen Schwächling“, den SPD-Vorsitzenden Friedrich Ebert, einen „vermeintlichen Retter“ und den letzten Reichskanzler, Prinz Max von Baden, den „unvorhergesehenen Anwärter auf den Kaiserthron“. Aus seiner Sicht bildeten sie eine zum Scheitern verurteilte politische Schicksalsgemeinschaft.

Mit großer szenischer Kraft, unterstützt von neuen Quellenfunden, erzählt Machtan von einem Versagen der Hauptakteure im Angesicht der schwersten Krise des Reichs. Anstatt mit klugen Problemlösungen aufzuwarten, hätten sich die Beteiligten immer tiefer in ein Polit-Drama verstricken lassen, über das erst mit dem Beginn der Revolution am 9. November 1918 der Vorhang gefallen sei.

Die Veranstaltung, die für einen Podcast aufgezeichnet wird, ist gleichzeitig Auftakt einer mehrjährigen Reihe zu „Des Kaisers Spuren. Wilhelm II. im Schloss Bad Homburg“. Vorträge, Filme, Führungen und Exkursionen geben Einblicke in das Schloss, der weitgehend authentisch erhaltenen Sommer-Residenz des letzten deutschen Kaiserpaars, sowie zum näheren Umfeld. Sie stellen die Persönlichkeit des Kaisers sowie Aspekte der wilhelminischen Epoche vor, die sich in Bad Homburg und Umgebung ablesen lassen.

Lesung und Gespräch sind für das Publikum kostenfrei.

www.schloesser-hessen.de