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Letzte Aktualisierung: 13.04.2021

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Der große Schnarch-Check

Die häufigsten Fragen rund ums Schnarchen

von Ilse Romahn

(25.03.2021) Etwa 40 Millionen Menschen schnarchen in Deutschland. Allerdings handelt es sich dabei nicht nur um eine störende Geräuschkulisse, oftmals stecken hinter dem Schnarchen auch schwerwiegende gesundheitliche Probleme.

Prof. Dr. Joachim T. Maurer, Schlafmediziner und Hals-Nasen-Ohrenarzt an der Universitätsmedizin Mannheim, erklärt, wie Schnarchen verursacht wird, welche Möglichkeiten zur Vorbeugung es gibt und ab wann Schnarchen gefährlich wird.

Was sind die häufigsten Ursachen für das Schnarchen?
„Schuld am nächtlichen Lärm ist meist die im Schlaf erschlaffende Rachenmuskulatur. Zäpfchen und Gaumensegel flattern dann beim Atmen und erzeugen das typische Schnarchgeräusch. In anderen Fällen fällt die Zunge im Schlaf zurück, blockiert die Atemwege und verursacht das Schnarchen. Oftmals tritt Schnarchen allerdings auch bei verengten Atemwegen aufgrund einer Infektion der oberen Atemwege, wie beispielsweise einer Erkältung, oder bei allergischen Reaktionen wie Heuschnupfen auf, insbesondere wenn dabei der Mund geöffnet werden muss.“

Wie kann man Schnarchen vorbeugen?
„Bereits das Schlafen auf der Seite kann gegen Schnarchen helfen, denn in Rückenlage rutscht die Zunge oftmals nach hinten und verursacht die nächtlichen Störgeräusche. Dabei hilft auch, mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen. Übermäßigen Alkoholkonsum gilt es außerdem zu meiden, denn er lässt die Rachenmuskulatur erschlaffen. Bei Rauchern schwellen oftmals die Schleimhäute an und verengen die Atemwege, weswegen ein Rauchstopp ebenfalls helfen kann. Zudem stellt Übergewicht eine häufige Schnarchursache dar, da überschüssiges Fettgewebe die Atemwege ebenfalls verengt. Viele Betroffene verwenden außerdem sogenannte Nasenpflaster, da diese die Nasenflügel leicht nach oben ziehen und so die Atmung erleichtern und Schnarchgeräusche vermindern. Bei trockener Heizungsluft sollten Betroffene abends des Weiteren darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer nicht zu gering ist. Am besten vor dem Schlafengehen lüften. Wer aufgrund einer verstopften Nase schnarcht, kann auf ätherische Öle wie Eukalyptusöl zurückgreifen. Dafür einige Tropfen Öl in heißes Wasser geben und die Dämpfe inhalieren.“

Wann kann Schnarchen gefährlich werden?
„Leiden Betroffene tagsüber unter Müdigkeit, Konzentrationsstörungen oder Kopfschmerzen oder wachen morgens nicht erholt auf, sollten sie einen Experten aufsuchen. Diese Symptome stellen erste Anzeichen für ein sogenanntes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom dar, bei dem es nachts zu Atemaussetzern kommt. Als Alarmreaktion auf den Sauerstoffmangel steigert der Körper seine Aktivität – der Betroffene wacht langsam auf und holt tief Luft. Diese Momente sind meist so kurz, dass Schnarchende sich am nächsten Morgen nicht daran erinnern. Häufig sind es deshalb die Lebenspartner, denen diese Aussetzer als Erstes auffallen. Wenn es bei der obstruktiven Schlafapnoe zu Atempausen kommt, sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut und die Weckreaktion bedeutet Stress für den Körper. Als Langzeitfolge steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle.“

Wie lässt sich Schlafapnoe behandeln?
„Bei Schlafapnoe kommen oftmals Atemmasken zum Einsatz, die den Rachen durch einen leichten Überdruck offenhalten und das Schnarchen sowie Atempausen verhindern. Um den Atemaussetzern entgegenzuwirken, können außerdem sogenannte Neurostimulatoren wie das Genio-System von Nyxoah eingesetzt werden. Dieses kleine Implantat wird unterhalb des Kinns eingesetzt, wo es den Unterzungennerv auf beiden Seiten stimuliert. Durch diese Neurostimulation bewegt sich der hintere Teil der Zunge leicht nach vorne und die Atemwege bleiben während des Schlafens frei. Das Implantat ist tagsüber nicht zu sehen und wird nachts durch einen Aktivierungschip, der an einem speziellen Einwegpflaster an der Unterseite des Kinns angebracht wird, aktiviert.“

Weitere Informationen unter www.genio.nyxoah.com oder www.umm.de