Der Frankfurter Grüngürtel im Herbst: Die schönsten Rad- und Spazierrouten
Manchmal reicht ein einziger klarer Oktobertag, um zu verstehen, warum so viele Frankfurterinnen und Frankfurter ihren Grüngürtel lieben. Das Laub raschelt, über den Wiesen liegt noch ein Hauch Morgennebel, und irgendwo zwischen den Bäumen blitzt die Skyline auf. Kaum zu glauben, dass man sich mitten in einer Großstadt befindet. Rund ein Drittel der Stadtfläche gehört zu diesem grünen Band, das seit 1991 geschützt ist und sich wie ein Ring um die Innenstadt legt. Wer im Herbst hinaus möchte, muss also nicht weit fahren.
Foto: Pexels / Masood Aslami
Der Grüngürtel-Radrundweg: Einmal rund um die Stadt
Das Herzstück für Radfahrende ist der Grüngürtel-Radrundweg. Gut 60 Kilometer lang führt er einmal rund um die Kernstadt, durchgehend beschildert und überwiegend flach. Klingt nach viel? Muss es nicht sein. Die meisten fahren ohnehin nur Teilstücke, und genau das macht den Reiz aus: Man kann spontan ein- und aussteigen, denn S- und U-Bahn-Stationen liegen fast überall in Reichweite.
Im Herbst besonders schön ist der nördliche Abschnitt entlang der Nidda. Zwischen Höchst und Bonames begleiten Auenwiesen, alte Weiden und der Fluss den Weg, vorbei am Niddapark und am Alten Flugplatz, einem beliebten Ausflugsziel mit Café. Wer es ruhiger mag, startet morgens. Dann gehören die Wege fast allein Ihnen, den Graureihern und ein paar Joggern.
Kleine Überraschungen gibt es unterwegs übrigens auch. Entlang der Wege begegnen Ihnen an einigen Stellen Werke der Komischen Kunst, augenzwinkernde Skulpturen und Installationen, die zum Schmunzeln und Innehalten einladen. Sie passen perfekt zum Charakter des Grüngürtels, der sich selbst nie zu ernst nimmt und trotzdem eines der wichtigsten Naherholungsgebiete der Region ist.
Der Stadtwald: Goldenes Laub und stille Weiher
Südlich des Mains wird es waldig. Der Frankfurter Stadtwald zählt zu den größten Stadtwäldern Deutschlands, und im Oktober verwandelt er sich in ein Farbenmeer aus Gelb, Rot und Kupfer. Der Grüngürtel-Radweg schlängelt sich hier durch lange Waldschneisen, die sich wunderbar entspannt fahren lassen. Zwischendurch lohnt ein Abstecher zum Jacobiweiher, dem größten Stillgewässer der Stadt, an dem sich Enten und Spaziergänger gleichermaßen tummeln.
Für Spaziergänge eignet sich die Gegend rund um den Goetheturm in Sachsenhausen. Der hölzerne Turm wurde nach einem Brand neu errichtet und ist längst wieder ein beliebtes Ausflugsziel. Von oben reicht der Blick über die Baumkronen bis zur Skyline, unten warten Spielplatz und Einkehr. Eine kleine Runde von ein bis zwei Stunden ist hier leicht machbar, und wer Kinder dabei hat, findet genug Abwechslung, um die Motivation bis zum Ende hochzuhalten.
Eine echte Besonderheit liegt etwas weiter westlich bei Schwanheim: die Schwanheimer Düne. Die Binnendüne mitten in Frankfurt ist aus Sand entstanden, den der Wind nach der letzten Eiszeit aufgeweht hat. Über einen Holzsteg lässt sie sich erkunden, ohne die empfindliche Vegetation zu stören. Gerade im Herbst, wenn Kiefern und Gräser in gedämpften Farben leuchten, wirkt dieser Ort fast wie eine kleine Reise ans Meer.
Der Lohrberg: Weinberg mit Skyline-Blick
Ein echter Geheimtipp ist das längst nicht mehr, aber immer noch einer der schönsten Orte der Stadt: der Lohrberg in Seckbach. Hier wächst Frankfurts einziger Weinberg, und im Herbst leuchten die Reben in warmen Farben, während der Blick weit über die Stadt bis zum Taunus schweift. Der Anstieg ist kurz, aber knackig. Oben belohnen Streuobstwiesen, ein weitläufiger Park und die Lohrberg-Schänke für die Mühe. Besonders schön ist eine Runde zur blauen Stunde, wenn in den Hochhäusern die ersten Lichter angehen.
Wenn der Wald plötzlich dunkel wird
Genau diese blaue Stunde hat allerdings einen Haken. Im Herbst geht die Sonne früh unter, und im Wald oder auf offenen Feldwegen wird es spürbar schneller dunkel als in der beleuchteten Stadt. Unter dichten Baumkronen verschwindet das Restlicht deutlich früher, als die Uhrzeit des Sonnenuntergangs vermuten lässt. Hinzu kommt der Nebel, der im Herbst gern über den Niddawiesen aufsteigt. Straßenlaternen gibt es auf den meisten Grüngürtel-Wegen nicht, und an Querungen zu Landstraßen oder Zufahrten wird man dann leicht übersehen.
Planen Sie Ihre Tour deshalb lieber großzügig und nehmen Sie auch am Nachmittag eine Lampe mit. Genauso wichtig ist, selbst gesehen zu werden. Wer online nach „reflektierende Jacke Damen“ sucht, findet inzwischen viele Modelle, die tagsüber schlicht aussehen und erst im Scheinwerferlicht aufleuchten. Gerade für Frauen, die nach Feierabend noch eine Runde radeln oder spazieren gehen, ist das eine elegante Lösung: stilvoll unterwegs und trotzdem früh erkannt.
Herbstgold vor der Haustür
Der Grüngürtel beweist jedes Jahr aufs Neue, dass man für Naturerlebnisse nicht in den Taunus oder Odenwald fahren muss. Ob lange Radtour an der Nidda, Waldspaziergang am Goetheturm oder Sonnenuntergang über den Reben am Lohrberg: Die Möglichkeiten sind vielfältig und schnell erreichbar. Mit etwas Planung, einer Lampe im Gepäck und einer reflektierenden Jacke für Damen oder Herren genießen Sie den Frankfurter Herbst sicher bis in die Dämmerung.
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