Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

Werbung
Werbung

Der deutsche Spielemarkt wächst

von Bernd Bauschmann

(30.06.2020) Der Spielemarkt in Deutschland befindet sich auf Wachstumskurs. 2019 konnte erstmalig ein Umsatz von über 6 Milliarden Euro verzeichnet werden, wie eine Untersuchung des game Verbands der deutschen Games-Branche ergab.

Bildergalerie
Symbolfoto
Foto: Pexels / lalesh aldarwish
***
Symbolfoto
Foto: Unsplash / Cristiano Pinto
***

Der Spielemarkt befindet sich aktuell im Wandel, während sich das Spielangebot und die Serviceleistungen immens diversifizieren und die Art und Weise, wie Spieler auf Games zugreifen, grundlegend verändert wird. Auch die Region Rhein-Main leistet der Games-Branche in Deutschland als Hotspot der Videospielindustrie ihren Beitrag und fördert das Wachstum.

Der Spielemarkt diversifiziert sich
Die Games-Branche ist heute größer und vielfältiger als je zuvor und diversifiziert sich weiterhin. Gingen Spieler früher noch in ein Ladengeschäft, um sich ein physisches Spiel zu kaufen und dieses zu Hause an Konsole oder PC durchzuspielen, hat das Internet in der Zwischenzeit den Markt auf den Kopf gestellt. Die Möglichkeiten, auf Spiele zuzugreifen, sind über zahlreiche Plattformen und diverse Servicemodelle besonders vielfältig. Durch Game-Stores wie Steam lassen sich Spiele kaufen und herunterladen, mit Services wie Xbox Game Pass erhalten Spieler für eine monatliche Gebühr Zugriff auf eine ganze Palette an Spielen und über Cloud-Gaming-Plattformen wie Google Stadia werden Games im Stream bereitgestellt und auch mobil spielbar. Auch im Bereich des Glücksspiels lässt sich dieser Trend erkennen. So bieten Online Casinos im Internet auf nur einer Plattform eine breite Vielfalt an Casinospielen wie Spielautomaten, Roulette, Blackjack und Co. an. Durch das Angebot eines Bonus wird Spielern ermöglicht, gewisse Spiele zunächst kostenfrei auszuprobieren. Die Art der Bereitstellung von Spielen sowie wie auf sie zugegriffen wird, verändert und diversifiziert sich kontinuierlich. Der Spielemarkt befindet sich im Wandel und schreitet als Innovationstreiber voran.

6-Milliarden-Euro-Marke durchbrochen
In Deutschland wächst der Spielemarkt kontinuierlich. 2019 stieg der Umsatz durch Spiele-Hardware und Spiele-Software hierzulande erstmals über die 6-Milliarden-Euro-Grenze. Wie der game Verband der deutschen Games-Branche bekannt gab, wurde ein Wachstum um 6 Prozent auf insgesamt 6,2 Prozent verzeichnet. Große Bedeutung kam bei dieser Entwicklung den Online-Services zu, die den Spielemarkt aktuell deutlich beeinflussen. Dienste wie Google Stadia, PlayStation Plus, Uplay+, Xbox Game Pass und Co. generierten einen Umsatz in Höhe von 461 Millionen Euro. Das Segment der Online-Dienste stieg damit um sagenhafte 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Anstatt sich einzelne Spiele zu kaufen, wünschen sich Spieler heutzutage einen dauerhaften Zugang auf eine breite Auswahl an Spielen. Auch dem Cloud-Gaming, das Videospiele über einen Stream bereitstellt, kommt zunehmend Bedeutung zu. Auf dem Spielemarkt ist damit aktuell viel Bewegung zu sehen, die die Zukunft der Industrie weiter verändern wird.

Frankfurt ist Gaming-Hotspot
Selbst Hessen hat an diesen Entwicklungen einiges mitzureden. Deutschlandweit gehört das Rhein-Main-Gebiet zu den Hotspots der deutschen Spieleentwickler. In Frankfurt wurde bereits 2009 die gamearea-FRM gegründet, aus der inzwischen die gamearea-HESSEN hervorgegangen ist. Sie vertritt die Interessen der Games-Branche in Frankfurt und ganz Hessen und trägt aktiv dazu bei, dass Hessen als Zentrum für digitale Games- und Medienkultur vorangetrieben wird. Durch eine besonders hohe Dichte an Spieleentwicklern, Herausgebern, 3D-Grafikern und Programmierern ist Frankfurt die Hauptstadt der deutschen Spieleindustrie. Der Industriezweig gewinnt im Rhein-Main-Gebiet zunehmend an Bedeutung, während sich diverse große Player der internationalen Branche in der hessischen Hauptstadt niedergelassen haben. Unter anderem die Unternehmen Sony, Crytek, Namco Bandai und Nintendo of Europe haben ihren Sitz in Frankfurt. Am Creative Hub Frankfurt bietet zudem GAMEPLACES eine Plattform für die Games-Branche der Region, wo Trends und Entwicklungen thematisiert, Netzwerke geknüpft und neue Ideen entwickelt werden. Die Region hat damit die Wichtigkeit der Games-Branche erkannt und trägt hier zum Wachstum bei.

Der Spielemarkt in Deutschland blüht. Während sich die Branche aktuell stark verändert und entwickelt, konnte 2019 ein neuer Umsatzrekord erreicht werden. Das Rhein-Main-Gebiet hat die Wichtigkeit des Industriezweigs bemerkt und ist in der Branche stark aufgestellt.