Demokratie zum Mitmachen
In einer Frankfurter Kulturvilla erleben rund 100 Jugendliche einen Schultag der anderen Art. Statt Frontalunterricht stehen Musik, Tanz, Kunst und Diskussionen im Mittelpunkt. Das Projekt „Demokratie. Machen!“ der gemeinnützigen Organisation Heartbeat Edutainment verfolgt ein klares Ziel: Jugendliche für demokratische Werte zu sensibilisieren und sie darin zu bestärken, ihre eigene Stimme in gesellschaftliche Prozesse einzubringen.
Foto: https://sptg.de/
Im Zentrum der Veranstaltung steht Gründer Rico Montero. Der Rapper und Coach setzt auf eine direkte, lebensnahe Ansprache und verbindet politische Bildung mit Elementen der Jugendkultur. Demokratie wird dabei nicht als abstraktes System vermittelt, sondern als etwas, das den Alltag junger Menschen unmittelbar betrifft. Themen wie Menschenwürde, Meinungsfreiheit und gesellschaftliche Verantwortung werden in verständlicher Sprache diskutiert.
Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der KfW-Stiftung und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Vertreter beider Einrichtungen betonen die Bedeutung von Freiheit, Mitgestaltung und Eigeninitiative. Jugendliche werden ermutigt, eigene Ideen einzubringen und gesellschaftliche Veränderungen aktiv mitzugestalten.
In verschiedenen Workshops setzen sich die Teilnehmer kreativ mit demokratischen Themen auseinander. Während einige Gruppen Tanzchoreografien entwickeln, schreiben andere Songtexte oder gestalten Kunstwerke. Die kulturellen Ausdrucksformen dienen dabei als Ausgangspunkt für Gespräche über Zusammenhalt, Verantwortung und Zukunftsfragen.
Monteros persönlicher Werdegang prägt seine Arbeit. Eigene Erfahrungen von Unsicherheit und Ohnmacht in der Jugend führten ihn zu der Überzeugung, dass junge Menschen Unterstützung benötigen, um Selbstvertrauen und Handlungskompetenz zu entwickeln. Nach ersten Projekten mit Jugendlichen gründete er 2015 Heartbeat Edutainment, um Bildungsangebote mit kreativen Methoden zu verbinden. Heute beschäftigt die Organisation mehrere Mitarbeiter und erreicht nach eigenen Angaben zahlreiche Kinder und Jugendliche.
Zum Abschluss des Workshoptages präsentieren die Teilnehmer ihre Ergebnisse vor der gesamten Gruppe. Dabei entstehen Diskussionen über politische Beteiligung, Wahlrecht, Konsumverhalten und die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Die Jugendlichen zeigen sich offen für Debatten und formulieren eigene Positionen zu gesellschaftlichen Fragen.
Das Projekt verdeutlicht, dass politische Bildung nicht zwangsläufig im klassischen Unterricht stattfinden muss. Durch kreative Methoden und eine direkte Ansprache gelingt es, junge Menschen für demokratische Werte zu interessieren und ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie sich aktiv in die Gesellschaft einbringen können.
Weiterführender Link:
Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main: https://www.sptg.de/
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