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Letzte Aktualisierung: 17.06.2024

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Delegation aus Tel Aviv-Yafo zurückgekehrt

von Ilse Romahn

(11.06.2024) Von Freitag, 7., bis Montag, 10. Juni, ist Oberbürgermeister Mike Josef mit einer 18-köpfigen Delegation in die israelische Partnerstadt Tel Aviv-Yafo gereist. Dabei besuchte die Gruppe das jüdisch-arabische Begegnungszentrum in Yafo, in dem die diversen Bevölkerungsgruppen miteinander ihr Leben in dieser Stadt aushandeln und gestalten.

Die Delegation aus Frankfurt in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem
Foto: Stadt Frankfurt am Main
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Gegenseitiges Vertrauen aufzubauen ist dabei die Grundlage, zum Beispiel mit einer Fußball-Liga für Mädchen, oder gemeinsam die unterschiedlichen religiösen Feste zu feiern.

Oberbürgermeister Josef sagt: „Es waren intensive Tage. Die Gespräche und Menschen haben mich tief beeindruckt und berührt. Insbesondere die Begegnung mit Jugendlichen im jüdisch-arabischen Begegnungszentrum, in dem Menschen daran arbeiten, Empathie für das Schicksal des Einzelnen aufzubauen.“ 

Josef betont: „Alle, mit denen wir gesprochen haben, sagten uns, dass es ihnen unendlich viel bedeutet, dass wir gerade jetzt in unsere Partnerstadt gekommen sind. Es ist das eine, über die Situation zu reden, das andere, den Menschen zuzuhören. Unsere Delegationsreise hat mich tief bewegt.“ 

In der Partnerstadt traf der Oberbürgermeister seinen Amtskollegen Ron Huldai. Dieser begrüßte die Frankfurter Delegation und hob hervor: „Im Namen der Einwohner von Tel Aviv-Yafo und der Bürgerinnen und Bürger Israels möchte ich dem Oberbürgermeister von Frankfurt am Main und der gesamten Delegation, sowie allen Frankfurterinnen und Frankfurtern meinen aufrichtigen Dank und meine Anerkennung für die Unterstützung und Solidarität aussprechen, die Sie uns weiterhin entgegenbringen. Obwohl wir uns noch immer in einer der schwierigsten Phasen in der Geschichte Israels befinden, verspreche ich Ihnen, dass Tel Aviv-Yafo stets ein Symbol für Demokratie, Toleranz und Pluralismus bleiben wird, ein Willkommensort für alle, unabhängig von Geschlecht, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit. Eine Stadt, die an die Bedeutung von Wissenschaft, Forschung und Meinungsfreiheit, Kunst und Kultur glaubt, eine dynamische Weltstadt. Ich bin sicher, auch Sie hoffen zutiefst, dass alle Geiseln so schnell wie möglich nach Hause zurückkehren können und dass das Ende des Krieges für Israel und die gesamte Region zu einer besseren Zukunft führen wird.“

Auf dem „Hostage Square“ traf die Delegation Angehörige von Geiseln, die in den Gaza-Streifen verschleppt wurden. Wenige Stunden zuvor wurden vier Geiseln durch das Militär befreit. Die Delegation erlebte in der Begegnung mit den Angehörigen und den Menschen auf dem Platz die Freude über die Freilassung, aber auch die Angst um die verbliebenen Geiseln. 

Der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Christoph Rosenbaum sagt in Vertretung für die erkrankte Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner: „Es war wunderbar, die Freude über die vier befreiten Geiseln mit den Tel Avivern zu teilen. Das Gespräch mit den Opferangehörigen hat uns noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig es ist, unsere Partnerstadt genau jetzt zu besuchen und an der Seite unserer Freunden zu stehen. Wir haben gespürt, wie sehr die Menschen hier dies geschätzt haben.“ 

Die Delegation, zu der Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger, Digitales und Internationales, der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher sowie Handels- und Wirtschaftsvertretende gehörten, besuchte auch die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Oberbürgermeister Josef legte dort einen Kranz nieder und betonte: „Der Besuch war sehr emotional. Die vielen Einzelschicksale, von denen wir in Yad Vashem gehört haben, haben mir noch einmal neue Perspektiven auf den Holocaust eröffnet. Dies hat meine Überzeugung gestärkt, dass jeder und jede die Lehren aus der Geschichte ziehen muss. Wir alle sind jetzt in der Verantwortung, die Würde jedes Menschen zu schützen.“

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg sagt: „Der Besuch in Frankfurts Partnerstadt Tel Aviv-Yafo, die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem, wo die Erinnerung an die Shoah lebendig gehalten wird, tief berührende Gespräche mit Angehörigen von Geiseln der Hamas, hinterlassen in uns emotionale Spuren. Wenn Terror, Gewalt und Hass den Alltag von einer Minute auf die andere ins Unmenschliche stürzen, ermahnt dies uns, noch viel mehr gegen Antisemitismus zu tun, gerade auch zu Hause in Frankfurt. Wir spüren die Verpflichtung, uns immer und überall für die Menschlichkeit einzusetzen, denn wir tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass sich die Geschichte niemals wiederholen möge.“

O’Sullivan, Dezernentin für Bürger, Digitales und Internationales erklärt: „Die Begegnungen in Tel Aviv haben mich tief berührt und mir verdeutlicht, wie wichtig unsere Partnerschaft gerade in diesen schwierigen Zeiten bleibt. Die Menschen in den Städten Tel Aviv und Frankfurt werden sich unablässig für ein friedliches Miteinander einsetzen – und das auf jeder Ebene und zu jeder Gelegenheit. Dass an diesem Wochenende eine Reihe weiterer Geiseln befreit werden konnte, gibt mir zusätzlich Hoffnung. Ziel muss sein, dass alle entführten Geiseln wohlbehalten zu ihren Familien zurückkehren. An ihr Schicksal müssen wir in Frankfurt immer wieder erinnern.“  

Während des Aufenthalts sprachen die Delegationsmitglieder mit Vertreterinnen und Vertretern der Partnerstadt auch über Themen wie den sozialverträglichen Wohnungsbau. Wohnraum ist sowohl in Tel Aviv als auch in Frankfurt zu entwickeln, beide Metropolen können hier voneinander lernen. Die Städte stehen bereits im Dialog und setzen den Fachaustausch fort, um kreative Lösungen für die gemeinsamen Herausforderungen zu finden. Zum Abschluss der Reise traf Oberbürgermeister Josef auf Jitzchak Herzog, den Staatspräsidenten Israels.  (ffm)