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Letzte Aktualisierung: 09.04.2021

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Deka-Gruppe mit positivem Konzernergebnis von 269 Mio. Euro

776 000 Sparpläne bringt ein Boom bei Wertpapieren

von Karl-Heinz Stier

(31.03.2021) Der Absatz von Fonds und Zertifikaten der Deka-Gruppe ist im Pandemie-Jahr 2020 kräftig gestiegen. Erstmals lag die Nettovertriebsleistung der Deka-Gruppe mit 32,1 Mrd. Euro deutlich über 30 Mrd. Euro und stieg damit um rund 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (18,0 Mrd. Euro).

Davon entfielen 12,6 Mrd. Euro (11,1 Mrd. Euro) auf das Retailgeschäft und 19,5 Mrd. Euro (6,9 Mrd. Euro) auf das Geschäft mit institutionellen Kunden. Bei den Privatanlegern waren mit 4,7 Mrd. Euro (3,2 Mrd. Euro) vor allem Aktienfonds gefragt, 2,5 Mrd. Euro (2,1 Mrd. Euro) legten sie zusätzlich in Immobilienfonds an.

Der Boom bei Wertpapiersparplänen hielt auch 2020 an: Mit netto 776.000 neu abgeschlossenen Verträgen verzeichnete die Deka ein deutliches Wachstum (Vorjahr: 620.000). Damit hat sich die Zahl der Sparpläne in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt. Die Deka verwaltet mittlerweile über 5,9 Millionen Sparverträge (Ende 2019: 5,1 Millionen). Dr. Georg Stocker, Vorstandsvorsitzender der DekaBank: „Sowohl Privat- als auch institutionelle Anleger haben uns in der Krise in hoher Zahl ihr Geld anvertraut. Das Sparbuch der 2020er Jahre ist der Wertpapiersparplan. Die hohen Absatzzahlen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer weite Teile der Bevölkerung an dieser Entwicklung nicht partizipieren.“

Das Wirtschaftliche Ergebnis der Deka-Gruppe liegt für 2020 bei 269 Mio. Euro (Vorjahr: 434 Mio. Euro). Der Grund für den Rückgang zum Vorjahr ist die Erhöhung der Risikovorsorge auf -178 Mio. Euro, um auf potenzielle Ausfälle infolge der Corona-Krise vorbereitet zu sein. Dr. Georg Stocker: „Mit unserem Konzernergebnis sind wir angesichts des historisch schwierigen Umfeldes zufrieden. Wir liegen operativ über Vorjahr und mit der kräftigen Erhöhung der Risikovorsorge haben wir für potenzielle Ausfälle bei einer fortschreitenden Corona-Krise auskömmlich vorgesorgt.“

Die Erträge der Deka beliefen sich auf 1.388 Mio. Euro (Vorjahr: 1.561 Mio. Euro). Der Rückgang in Höhe von 11 Prozent ist in erster Linie auf die höhere Risikovorsorge für die von der Corona-Krise besonders betroffenen Transportmittel- und Immobilienfinanzierungen zurückzuführen.Die Risikovorsorge im Kredit- und Wertpapiergeschäft erhöhte sich auf insgesamt -178 Mio. Euro (-11 Mio. Euro). Der signifikante Anstieg resultiert im Wesentlichen aus dem Kreditgeschäft in Höhe von -162 Mio. Euro (-9 Mio. Euro).

Die Aufwendungen in Höhe von 1.119 Mio. Euro sanken leicht gegenüber dem Vorjahr (1.127 Mio. Euro). Ursache ist ein aktives Kosten-management, trotz eines Anstiegs der Bankenabgabe  und höherer Pflichtbeiträge zur Sicherungsreserve. Das Aufwands-Ertrags-Verhältnis stieg auf 70,2 Prozent (Vorjahr: 69,1 Prozent). Die bilanzielle Eigenkapitalrentabilität (vor Steuern) sank auf 5,5 Prozent (9,0 Prozent).

Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr ist von den Unsicherheiten der fortdauernden Pandemie geprägt. Aktuell wird erwartet, dass das Wirtschaftliche Ergebnis etwa das Niveau des Durchschnitts der vergangenen fünf Jahre (rund 400 Mio. Euro) erreichen wird. Die Nettovertriebsleistung wird 2021 auch aufgrund eines erwarteten Einmaleffekts voraussichtlich deutlich unterhalb des hohen Werts des Vorjahres liegen.