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Letzte Aktualisierung: 18.06.2021

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Das Salz der Pfalz

Erster Spatenstich für neue Therme in Bad Dürkheim

von Michael Hoerskens

(27.05.2021) Das Projekt der neuen Bad Dürkheimer Therme nimmt mit dem gerade erfolgten ersten Spatenstich nimmt nun Gestalt an. Das neue Freizeitbad soll in Zukunft noch mehr Gäste, Einheimische und Besucher aus anderen Regionen in die Kurstadt locken. Auch für Ausflügler und Touristen aus dem Rhein-Main-Gebiet wird die Wellness-Oase in der Pfalz interessant sein.

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (Bildmitte) kam eigens aus der Landeshauptstadt Mainz angereist. Links daneben Bad Dürkheims Bürgermeister Christoph Glogger.
Foto: Hörskens
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So imposant wird der neue Wellness-Tempel am Kurpark einmal aussehen
Foto: Stadt Bad Dürkheim
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Zur der Feier war auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer aus der Landeshauptstadt Mainz angereist. „Dieses Projekt wird ein Anziehungspunkt für Menschen aus ganz Deutschland“, erklärte die Landeschefin. Man werde alles tun, dass viele Besucher hierherkommen. Besonders freue sie sich aus Ausflügler oder Urlauber aus dem benachbarten Hessen, gerade aus der Rhein-Main Region, erklärte sie in einem Gespräch mit der Online-Redaktion von Frankfurtlive.com. In der Tat sieht man entlang der Weinstraße in der Pfalz besonders an Wochenenden verstärkt viele Autokennzeichen aus Wiesbaden, Frankfurt oder dem Main-Taunus-Kreis. Dort man schon seit längerem die Vorzüge der „Toscana Deutschlands“ mit ihrem reichen Freizeitangebot entdeckt.

Gerne erfreuen sich die Hessen an den Vorzügen dieser Region: etwa die noch günstigen Weinpreise und die Spezialitäten der regionalen Gastronomie. Man kann Naturerlebnisse wie den Pfälzerwald mit dessen hervorragend markierten Wanderwegen sowie die letztens als Kulturerbe ausgezeichnete Hüttenkultur dort genießen. Überall laden diese Gaststätten im Wald zum Verweilen ein. Nicht zuletzt haben viele historischen Highlights wie Schlösser und Burgen oder auch die Spuren keltischer und römischer Besiedlung von einst Interessantes zu bieten.

Nun also bald noch ein Schmankerl obendrauf: die neue Bad Dürkheimer Therme. Diese hat eine längere Geschichte. „Bereits 1847, und damit Jahrzehnte vor der Verleihung des Titels ‚Bad‘ im Jahr 1904, war das ‚Solbad Dürkheim‘ eröffnet worden“, betonte Bad Dürkheims Bürgermeister Christoph Glogger bei der Feier zum ersten Spatenstich der neuen Therme.

Mit dem neuen Wohlfühltempel treffe Bad Dürkheim den Nerv der Zeit, so der Rathauschef.  Die Menschen suchten in der heutigen sehr schnelllebigen Zeit nach Möglichkeiten, sich zu entschleunigen, zu entspannen und mit sich selbst und der Umwelt in Einklang zu kommen, erläuterte er. Die neue Therme diene ebenso der Gesundheitsprävention, sagte Christoph Glogger. Integriert in den benachbarten Kurpark mit dessen Saline bedeute das neue Thermalbad eine Quelle der natürlichen Freude und der nachhaltigen Gesundheit, eben „das Salz der Pfalz“.

Glogger zeigte sich sehr dankbar, dass die Ministerpräsidentin eigens zum Start des Projektes angereist kam: „Wir freuen wir uns, dass Malu Dreyer zum ersten Spatenstich nach Bad Dürkheim gekommen ist und wir gemeinsam die Bauphase für dieses wichtige Zukunftsprojekt der Gesundheitsstadt einläuten“, so der Bürgermeister. Bad Dürkheim habe sich dafür entschieden, Solebad zu bleiben und das mineralhaltige Wasser in neuer und zeitgemäßer Form anzubieten.

Die geplante Therme werde den Dürkheimer Tourismus neu ausrichten und das Solebad werde ein wichtiges Alleinstellungmerkmal im zukünftigen Selbstverständnis der Kurstadt darstellen, erklärte Bürgermeister Glogger. Bei der neuen Gesundheitseinrichtung handele sich um eine Investition, die die Stadt nur durch einen Zuschuss des Landes Rheinland-Pfalz schultern könne. „Für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Land sagen wir auch heute noch einmal ganz herzlichen Dank“ erinnerte Glogger daran, dass zwei Wochen zuvor Staatssekretär Dr. Stephan Weinsberg den Zuwendungsbescheid über einen Landeszuschuss in Höhe von 11,08 Millionen Euro überreicht hatte. Das Finanzierungskonzept für das Therme-Projekt mit einem Gesamtvolumen von 35 Millionen Euro war in der Stadtratssitzung am 22. März mehrheitlich beschlossen worden. Am Folgetag hatte der Aufsichtsrat der Stadtwerke, Betreiber des bisherigen Freizeitbades „Salinarium“ vor Ort, die Vergabe der ausgeschriebenen Gewerke vorgenommen.

„Es ist ein großer Schritt in die Zukunft, dass wir diese Therme gemeinsam realisieren können“, strahlte Stadtwerke-Chef Dr. Peter Kistenmacher. Man offeriere nun ein Top-Angebot für die Region und die zahlreichen Touristen, die nach Bad Dürkheim kommen. Vorausgegangen war bei dem Projekt eine mehr als fünfzehn Jahre lange Diskussion über den Bau sowie ein Bürgerbeteiligungsverfahren mit zahlreichen Workshops und Fachforen im Jahr 2016. Mit der Planung beauftragt wurde schließlich die 4a Architekten GmbH aus Stuttgart.

Die Konzeption der neuen Therme stützt sich auf mehrere Alleinstellungsmerkmale, die im Zuge der Bürgerbeteiligung 2016 entwickelt worden waren. So werden ein Soleschwebebecken sowie ein Soleinhalationsraum mit einer Mini-Saline und Blick auf den echten Gradierbau im Kurpark die Tradition des Solebades aufgreifen. Der Sauna- und der Thermalgarten setzen auf die einmalige Lage im historischen Kurpark mit dem renaturierten Bachverlaufes der Isenach. „Die Dachpanoramasauna wird förmlich über dem Kurpark zwischen Saline, Traubenkur und neu sanierter Brunnenhalle schweben“, ließ Ernst Ulrich Tillmanns vom Architektenbüro 4a aus Stuttgart verlauten. „Zudem wird mit regional typischen Materialien wie Holz und Sandstein gearbeitet und Anklänge an das Thema Wein geschaffen“, erläuterte er weiter.

Eine große Rolle spielte ebenso die Energieeffizienz. „Energetisch wird die neue Anlage auf neustem Stand errichtet und in der Energiebilanz die Vorgaben aus KfW55 übertreffen. Erreicht wird dies durch eine besondere Dämmung der Außenwände und Glasfassaden“, erklärte Tillmanns. Hinzu kommt der Anschluss an das Fernwärmenetz der Stadtwerke, dessen Wärme hauptsächlich im Holzhackschnitzelkraftwerk und im mit Biomethan betriebenen Blockheizkraftwerk erzeugt wird. In der Therme selbst wird zusätzlich ein neues Blockheizkraftwerk installiert, mit dessen Abwärme das Bad geheizt wird.

Nach dem Spatenstich haben nun die Arbeiten mit der Baustelleneinrichtung sowie mit Abbruch- und Tiefbauarbeiten begonnen. Von Juli 2021 bis März 2022 soll dann der Rohbau entstehen. Im November 2021 starten die Arbeiten an der Gebäudehülle und der Zeitraum von Januar 2022 bis Juni 2023 ist für den Innenausbau vorgesehen. Spätestens an Weihnachten 2023 soll die neue Gesundheitseinrichtung in Betrieb gehen.

„Wir müssen sinnvoll investieren und einen Akzent für die Zukunft setzen“, befand Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Die Perlen des Landes müssen gefördert werden“, betonte die rheinland-pfälzische Landeschefin. „Wir schaffen hier einen Anziehungspunkt für alle Bürger aus der gesamten Republik.“