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Letzte Aktualisierung: 03.07.2020

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Das Musikforum Kriftel freut auf das Ende der Zeit ohne Kultur

von Adolf Albus

(18.06.2020) „Ich freue mich schon sehr darauf, wenn die quälend lange Zeit ohne Kulturveranstaltungen endlich ein Ende hat“, sagt Dietmar Vollmert, Vorsitzender des Musikforums Kriftel.

„Die vergangenen Wochen waren ein gravierender Einschnitt – nicht nur für die Künstler, auch für die Musikfans. Immer öfter werde ich gefragt, wann es mit Veranstaltungen des Kulturforums wieder weitergeht.“ Gerade in den letzten Wochen habe es einige Lockerungen gegeben, die Zahl der Neuinfektionen bleibt in Hessen und bundesweit auf niedrigem Niveau relativ stabil. „Ich gehe daher davon aus, dass wir nach der Sommerpause wieder mit Veranstaltungen – zumindest in überschaubarem Rahmen - starten können“, so Vollmert. Das Programm des Musikforums für das zweite Halbjahr 2020 steht. Anpassen an die aktuelle Lage könne man es dann immer noch.

Voraussetzung dafür sei natürlich, dass das zurzeit noch für Veranstaltungen gesperrte Rat- und Bürgerhaus wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist. „Und dass sich gerade auch die vielen älteren Kulturinteressierten durch ein gutes Abstands- und Hygienekonzept sicher fühlen und auch zu Veranstaltungen kommen möchten“, so der Vorsitzende. Ein solches werde dem Ordnungsamt noch vorgelegt.

Ein bisschen wehmütig schaut er auf den Einstieg in den diesjährigen Konzertreigen des Musikforums am 2. Februar zurück: „Die renommierte Gitarristin Yuliya Lonskaya hat so viele Zuhörer angelockt, dass das Foyer des Rat- und Bürgerhauses prall gefüllt war“, erinnert sich Dietmar Vollmert. „Niemand ahnte damals, dass ein tückisches Virus alle weiteren Veranstaltungen im ersten Halbjahr verhindern sollte.“

 

Hommage an Beethoven

Nach den Sommerferien soll es aber wieder losgehen, so der Wunsch von Dietmar Vollmert und Dr. Frank Fichert vom Kulturforum. Drei Musik-Veranstaltungen konnten aus dem ersten ins zweite Halbjahr verlegt werden: Das Musical-, Film- und Pop-Event zum Orchesterplayback ist nun für den 4. Oktober geplant, das traditionelle Konzert der Musikschule soll am 1. November und die Würdigung Beethovens, der vor 250 Jahren das Licht der Welt erblickte, am 22. November über die Bühne gehen. „Mit der musikalisch-literarischen Hommage an Beethoven gedenken wir auch Willi Meyer, der unvergessen ist“, betont Vollmert.

Die Mitglieder des Gesangstudios Vollmert präsentieren ihre sängerischen Fähigkeiten beim traditionellen Jahreskonzert am 6. September. Am 20. September sind beim Liederabend „Die Mondnacht“ Lieder von Schumann, Brahms und Mahler das Thema. Beide Male assistiert Friederike Wiesner am Klavier.

Vitus & Caecilia warten ebenfalls mit drei musikalischen Leckerbissen auf, die im neuen Programm aufgeführt werden: Den Auftakt macht ein Sommernachtskonzert mit dem passenden Titel „Heiter trotz Abstand“ am 22. August, gefolgt vom Requiem des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins am 15. November. Im Programm wird vermerkt: „Programm und Ausführende je nach Corona-Lage“. Den glanzvollen Jahresabschluss gestaltet das Ensemble der Big Band No Noise beim Weihnachtskonzert am 20. Dezember in St. Vitus.

 

Kultur ist systemrelevant!

„Santa Lucia“ ist das Motto des diesjährigen Adventskonzerts am 13. Dezember in der Auferstehungskirche, wo Kantorin Neitsov-Mauer traditionell mit spannenden Projekten aufwartet. Die „Musik zum Adventsmarkt“ am ersten Advent in der Kirche St. Vitus sei zudem anderenorts oft kopiert, doch nie erreicht.

„Ich bin durchaus der Meinung, dass die Kultur systemrelevant ist“, betont Gesangsausbilder Dietmar Vollmert. „Ich hoffe daher inständig, dass viele Künstler nach der Durststrecke wieder auf die Beine kommen.“ In Kriftel habe er das Glück, dass er Konzerte meist mit Künstlern organisieren könne, die von der Musik nicht leben müssen. „Trotzdem haben sie lange auf etwas hingearbeitet und möchten das Ergebnis nun – möglichst vor Publikum – auch endlich zeigen.“ Durchaus gelungen sei die Aktion „Kultur in der Krise“ gewesen, bei der Krifteler Bürger und Musiker Videos einsenden konnten, die auf den Social Media-Auftritten der Gemeinde gepostet und auch viel geklickt wurden. „Aber live und in echt ist es doch am schönsten“, findet Vollmert.

Über alle Termine wird rechtzeitig über die Presse und die Homepages von Kulturforum und Gemeinde informiert. Ein Programm wird es in diesem Jahr später als bisher üblich geben, um noch auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können.