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Letzte Aktualisierung: 23.07.2021

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Das Kinder– und Jugendtheater im Zoo wird konkret

Sieger im Architektenwettbewerb wurde ein Berliner Büro

von Karl-Heinz Stier

(09.07.2021) Der Wettbewerb basiert auf einem Grundsatzbeschluss von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung für ein eigenständiges Frankfurter Kinder- und Jugendtheater. Nunmehr ist eine weitere wichtige Entscheidung getroffen worden. Von 17 renommierten Architektenbüros aus dem In- und Ausland wurden drei ausgezeichnet.

Bildergalerie
Modell des Kinder und Jugendhauses vom Siegerentwurf Ortner & Ortner (Ansicht von vorn und seitlich)
Foto: Karl-Heinz Stier
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Roland Duda erläutert Siegerentwurf
Foto: Karl-Heinz Stier
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Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig erläutert weitere Schritte
Foto: Karl-Heinz Stier
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Planskizzen in der Ausstellung hier: Übergang vom Gebäude zum Zoogelände
Foto: Karl-Heinz Stier
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Planskizzen in der Ausstellung hier: Übergang vom Gebäude zum Zoogelände
Foto: Karl-Heinz Stier
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Der Siegerentwurf stammt vom Büro Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft (Preisgeld: 87 500 Euro), den zweiten Platz belegt das Büro Hascher Jehle Assoziierte GmbH ebenfalls aus Berlin (Preisgeld: 52 500 Euro) und mit  dem dritten Platz wurde die karlundp (Preisgeld: 35 000 Euro) Gesellschaft von Architekten GmbH aus München prämiert.

„Die ausgezeichneten Entwürfe zeigen, in welchem Raum, in welcher Atmosphäre und in welchem kreativen Umfeld künftig viele Kinder ihre ersten Erfahrungen mit der Welt des Theaters machen werden, die oft den Zugang eines jungen Menschen zur Kultur für das ganze Leben präsent“, so Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. Ihr Dezernat legte als Auslober des Wettbewerbs die Aufgabe fest, die Bedarfe der Nutzer Kindertheater und Zoo in dem flächenmäßig begrenzten Zoogesellschaftshaus unterzubringen und in Zusammenhang mit der dafür notwendigen Aufstockung des Gebäudes unter Beachtung der Vorgaben des Denkmalschutzes zu verknüpfen.

Herzstück ist der große Theatersaal für bis zu 450 Zuschauer, der in zwei kleinere Säle aufgeteilt werden kann. Die Räume sind multifunktional nutzbar, es gibt keine festen Spieleinrichtungen, Szenenflächen und Zuschauerbereiche. Fahrbare Tribünenelemente erlauben die Gestaltung nach künstlerischen Erfordernissen.

Der Siegerentwurf von Ortner & Ortner stellte in seiner inhaltlichen Begründung die Frage nach dem Verhältnis des Gebäudes zu einerseits dem städtischen Raum, andererseits auch zu seiner Beziehung zum Zoo als Grünraum und Park und fand dazu überzeugende Antworten. So werde in der äußeren Erscheinung das bestehende Gebäude an der Südseite in Anlehnung an das historische Erscheinungsbild an den Altbau angepasst. Hierdurch entstehe ein U-förmiger Baukörper, der in Richtung Zoogelände durch einen leichten Holzbau mit vorgestellter filigranen Stahl-Glaskonstruktion ergänzt wird. „In der Summe setzt der Entwurf die angestrebten Ziele des offenen Hauses, der Flexibilität und kindgerechten Atmosphäre um.“ Ergänzt werde lediglich ein Dachaufbau, wie er bereits vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg vorhanden war.

Mit dem Ergebnis des Architektenwettbewerbs ist nun nach Mitteilung der Kulturdezernentin die konkrete Grundlage für die weitere Planung gelegt. „Im nächsten Schritt beginnt nun – nach letzten Nachbesserungen und Optimierungen am Siegerentwurf -  die Arbeit an der Bau– und Finanzierungsvorlage, in der die jetzigen baulichen, technischen und künstlerischen Vorgaben konkretisiert verfeinert und in ein solides Finanzkonzept aufgenommen werden. Das Kinder– und Jugendtheater ist festgeschrieben im neuen Koalitionsvertrag. Das Projekt ist politisch gewollt, kulturell notwendig, technisch machbar und finanziell darstellbar, zudem muss das Zoogesellschaftshaus ohnehin dringend saniert werden. Deshalb werden wir diese Chance jetzt ergreifen“, sagt Dr. Ina Hartwig abschließend.

Sämtliche Arbeiten sind vom 9. bis 25. Juli im Foyer des Zoo-Gesellschaftshaus, Alfred-Brehm-Platz 16, zu besichtigen. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr.