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Letzte Aktualisierung: 30.09.2022

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Das große Zittern beginnt

Zahlreiche Halloween-Feierlichkeiten sorgen im Grusel-Oktober für wahre Gänsehautmomente

von Ilse Romahn

(15.09.2022) Eins, zwei, drei – jetzt beginnt die Gruselei! Der Oktober hält dieses Jahr wieder Spannung, Spaß und Schrecken bereit, wenn die Nacht der Nächte, Halloween, vor der Tür steht. Da ein Gruseltag nicht genug ist, feiern Halloweenfans in Amerika gleich über mehrere Wochen. Für wahrlich schaurige Stimmung sorgen düstere Animationen in Themenparks, Musicals, die ihren Besuchern einen Schauer über den Rücken jagen, oder Geisterjäger auf der Suche nach dem ultimativen Kick.

Horror
Foto: Little Shop of Horrors © van Zimmerman for MurphyMade; Halloween in Liseberg © Liseberg; Savannah © Visit Savannah/Thomas Owens by Attic Fire
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Doch auch in Europa kommen Horrorfans auf ihre Kosten – zum Beispiel in Skandinaviens größtem Freizeitpark in Göteborg, wo eine Portion Angst und Staunen für die richtige Halloween-Stimmung sorgt. 

Göteborg im Gruselmodus
Wer hat’s erfunden? Es waren dann wohl doch nicht die Schweden, obwohl ein Blick nach Göteborg im Oktober und November vermuten ließe, dass ein Westschwede bei der Erfindung von Halloween seine Finger im Spiel hatte. Da ist zum einen Skandinaviens größter Freizeitpark und Vorreiter in seinen Nachhaltigkeitsbestrebungen: Schon ab 7. Oktober lockt Liseberg mit schaurig-schönen Geschichten. Gleich nebenan – im Erlebnismuseum Universeum – experimentiert, wer sich traut, mit klebrigem Glibber, grünem Schleim und allerlei merkwürdigen Substanzen oder entdeckt, was es mit Vampiren sowie schwarzen Löchern auf sich hat. Auch die Natur spielt mit und taucht Göteborg mit seinen zahlreichen Parks und Gärten in ein orange-grün-braunes Kleid. Restaurants kredenzen dazu passend ihre Herbstmenüs.

Die USA im Halloween-Fieber von Hollywood bis Philadelphia
Trick or Treat, Geisterhäuser und ein gruseliges Staatsgefängnis: In den USA stehen von der West- bis zur Ostküste gespenstische Feierlichkeiten zu Halloween auf dem Programm. Die Universal Studios in Orlando und Hollywood veranstalten die Halloween Horror Nights: Spukhäuser, Gruselzonen und Live-Shows lehren die Besucher dabei das Fürchten. Im Hersheypark hingegen stehen Süßigkeiten ganz hoch im Kurs. Der Themenpark des Schokoladenherstellers liegt nordwestlich von Philadelphia und richtet jedes Jahr das Halloween-Event „Hersheypark in the Dark“ aus. An den Oktoberwochenenden schlüpfen Kinder in ihr Lieblingskostüm, um beim „Trick-or-Treat-Adventure“ an der Hershey’s Chocolate World Attraction und in Treatville richtig abzusahnen. Besonders beeindruckend für Gruselfans ist das Eastern State Penitentiary in Philadelphia, wo einst Al Capone einsaß: Es handelt sich um das größte Geisterhaus der USA außerhalb von Vergnügungsparks. Die Halloween Nights im alten, verlassenen Staatsgefängnis dauern bis zum 11. November. Während mutige Besucher durch die Gänge der verfallenden Anlage streifen, werden sie von Schauspielern in Gruselkostümen erschreckt – nichts für schwache Nerven.

Schauriger Spaß am Broadway
Sich so richtig gruseln, dabei aber jede Menge Spaß haben – das geht am besten am Broadway und zwar mit einem Besuch im „Kleinen Horrorladen“, dem „Little Shop of Horrors“. Das Kultmusical, basierend auf dem 60er-Jahre-Filmstreifen mit Rick Moranis in der Rolle des Seymour, dreht sich um eine unersättliche fleischfressende Pflanze mit Vorliebe für Menschenblut, denn damit wächst und gedeiht Audrey 2 ganz wunderbar. Das karnivore Gewächs gehört dem schüchternen Seymour, dessen Blumenladen durch die Pflanze zu Ruhm und Erfolg findet. Um das Herz seiner Liebsten für sich zu gewinnen und dabei ganz nebenbei noch einen Kontrahenten aus dem Weg zu schaffen, schlägt Audrey 2 dem schüchternen Seymour schließlich vor, den Zahnarzt Orin in die Falle zu locken. Der absolute Halloween-Gruselspaß!

Savannah, das Mekka der Geisterjäger im US-Bundesstaat Georgia
Immer am 31. Oktober ziehen in Savannah verkleidete Gestalten um die mit Skeletten, Spinnweben und Kürbislaternen geschmückten Häuser. Viele der Haustüren und Verandadecken sind hellblau gestrichen – ein Symbol für fließendes Wasser, das böse Geister fernhalten soll. Zu Recht, denn Georgias älteste Stadt ist laut Duke University auch die mit den meisten paranormalen Erscheinungen. Geprägt durch Kolonialzeit, Kriege und Sklaverei lassen sich hier zahlreiche Geschichten und unerklärliche Phänomene entdecken. Beispielsweise im Restaurant „Olde Pink House“, in dem Gäste oftmals den im Jahr 1799 verstorbenen James Habersham Jr. für den Kellner halten, oder im 17Hundred90 Historic Inn, wo viele ihr Zimmer fluchtartig verlassen, weil die Bettdecke wie von Geisterhand verschwindet. Wer mehr zu Savannahs gespenstischer Aura und Geschichte erfahren möchte, kann ganzjährig aus einer Vielzahl an Geistertouren wählen: im Bus mit lustigem Geister-Event, stilecht im umgebauten Leichenwagen oder zu Fuß mit einem renommierten Geisterjäger. So können Mutige gleich selbst testen, ob die Luft auf der anderen Seite des alten Colonial Park Cemetery spürbar kälter ist, wenn man in der Nacht die Hand durch den Zaun streckt …

Kürbis-Inferno in Ontario
Die prämierte, familienfreundliche Ausstellung im historischen Freilichtmuseum Upper Canada Village am Sankt-Lorenz-Strom, zu der Jahr um Jahr jede Nacht bis zu 5.000 Besucher strömen, feiert das spukende Spektakel mit 7.000 Kürbissen auf einem Kilometer Länge. Das runde Gemüse wurde speziell zu diesem Anlass von jungen, talentierten Künstlern aus Ontario den ganzen Sommer lang geformt und geschnitzt. Von exotischen Orten über Waldtiere sowie Kreaturen der Meere, mystische und kulturelle Charaktere bis hin zu Helden der Geschichte – all diese Formen und noch viele mehr zieren die Kunstwerke, die sich, die Nacht erleuchtend, in verschiedene Richtung auf insgesamt einen Kilometer Länge ausbreiten. Die Kultur Kanadas in einer Welt aus Kürbissen – noch bis zum 30. Oktober leuchtet sich dieses Spektakel seinen Weg durch die Dunkelheit.