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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Das Gesicht des „Fürsten“ aus dem Stadtwald

Präsentation und Vortrag mit Forensikerin Constanze Niess im Archäologischen Museum Frankfurt

von Ilse Romahn

(20.06.2022) Sie gab dem „Fürsten“ aus dem Frankfurter Stadtwald ein Gesicht: Constanze Niess, Rechtsmedizinerin aus Frankfurt. Denn sie fertigte eine Gesichtsrekonstruktion des 2700 Jahre alten Schädels aus dem Stadtwald an – eine Methode, die von der archäologischen Forschung und der Kriminalpolizei eingesetzt wird.

Der „Fürst“ von Frankfurt in der Dauerausstellung des Archäologischen Museums
Foto: Archäologisches Museum, Foto: Uwe Dettmar
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In ihrem Vortrag „Der‚ Fürst‘ aus dem Frankfurter Stadtwald. Zur Rekonstruktion von Schädel und Gesicht“ am Dienstag, 21. Juni, im Archäologischen Museum erläutert sie ab 18.30 Uhr, wie es mit neuesten wissenschaftlichen Methoden und künstlerischem Geschick gelingt, aus einem Schädel ein menschliches Antlitz zu entwickeln. Am Beispiel des „Fürsten“ werden die Grundlagen und die Technik der Gesichtsrekonstruktion anschaulich erklärt. Die Paläoanthropologin, Carolin Röding, erläutert darüber hinaus, wie der aufgrund von Einflüssen auf das Grab verformte und in Teilen zerbrochene Schädel virtuell rekonstruiert wurde.

„Faszinierendes Ziel des mehrjährigen Forschungsprojektes war es, dem hochrangigen Bestatteten aus dem Frankfurter Stadtwald sein wahres Gesicht wieder zu geben“, sagt Projektleiterin Liane Giemsch, Kustodin am Archäologischen Museum Frankfurt. Dies gelang in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen der Universität Tübingen und der Frankfurter Gerichtsmedizin. Während der Veranstaltung wird das rekosntruierte Gesicht enthüllt.

Der Bestattete, ein etwa 50-jähriger Mann, gehört zu den bedeutendsten prähistorischen Funden Frankfurts und stammt aus einem reich ausgestatteten Grab um 700 vor Christus. Es ist eines der ältesten bekannten Zeugnisse einer früheisenzeitlichen Elite. Bei Ausgrabungen aufgrund des Baues der A661 Mitte der 1960er Jahre wurde das Grab in der Eichlehen-Grabhügelgruppe im östlichen Stadtwald an der heutigen Stadtgrenze zu Offenbach geborgen. Heute ist der Grabkomplex im Archäologischen Museum Frankfurt und derzeit in der Sonderausstellung zum hessenweiten Keltenjahr zu sehen.

„Wir freuen uns, das Gesicht des Frankfurter ‚Fürsten‘ im Rahmen der neuen Sonderausstellung ‚Kelten Land Hessen - Kelten in Hessen?‘ erstmals präsentieren zu können“, berichtet Dr. Wolfgang David, Leitender Direktor des Archäologischen Museums. Die Realisierung der Gesichtsrekonstruktion und des 3D-Druckes wurden unterstützt von der Historisch-Archäologischen Gesellschaft Frankfurt am Main und vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.
 
Der Eintritt zu der Veranstaltung kostet 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro für Mitglieder. (ffm)


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