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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Corona-Testungen an Frankfurter Schulen

von Ilse Romahn

(23.06.2020) Gesundheitsdezernent Majer lobt Einsatz des Gesundheitsamtes bei lokalen SARS-CoV-2-Fällen.

Das Gesundheitsamt bearbeitet derzeit mehrere lokale Infektionsgeschehen. Im Rahmen der Kontaktnachverfolgung hat das Gesundheitsamt in diesem Zusammenhang seit letzter Woche an vier Frankfurter Schulen Testungen eingeleitet. Mögliche Corona-Fälle sollen frühzeitig aufgedeckt und Infektionsketten schnell unterbrochen werden. Darüber hinaus sind die Infektiologen in engem Kontakt mit den Schulleitungen und beraten diese über das weitere Vorgehen sowie größtmögliche Schutzmaßnahmen.

Nach dem Auftreten von zwei SARS-CoV-2-Fällen im Lehrerkollegium der August-Jaspert-Schule werden am Dienstag, 23. Juni, alle Kinder und schulischen Mitarbeiter vom mobilen Team des Arbeiter-Samariter-Bundes getestet.

Zwei Klassen der Otto-Hahn-Schule und deren Lehrer wurden bereits am Montag, 22. Juni, getestet. Die Ergebnisse stehen noch aus. Bei bereits am Freitag, 19. Juni, getesteten Kinder der Ernst-Reuter-Schule II waren alle Ergebnisse negativ.

Im Zusammenhang mit zwei weiteren Infektionsclustern waren Kinder als Kontaktpersonen zu Infizierten aus zwölf Schulen betroffen und wurden getestet. Die Testergebnisse der Kinder aus den folgenden Schulen waren negativ und für die Schulen besteht keine Handlungsnotwendigkeit: Ernst-Reuter-Schule, Wilhelm-Merton-Schule, Geschwister-Scholl-Schule, Brentanoschule, Michael-Ende-Schule, Ludwig-Börne-Schule, Johann-Hinrich-Wichernschule, Schule am Ried und die Werner-von Siemens-Schule.

Ein Kind aus der Erich-Kästner-Schule ist positiv getestet worden. Die Intensivklasse und deren Lehrer werden am Mittwoch, 24. Juni, durch den Arbeiter Samariter Bund (ASB) getestet. Die Ergebnisse von zwei Schüler der IGS Eschersheim waren positiv. Diese haben aber im ansteckungsfähigen Intervall die Schule nicht besucht. Hier waren keine Maßnahmen erforderlich. Bei drei Kindern der Römerstadtschule lagen die Ergebnisse am Sonntagabend noch nicht vor. Die entsprechenden Klassen wurden daher am Montag vorsorglich vom Präsenzunterricht befreit. Mittlerweile liegen die Ergebnisse vor und sind alle negativ. Die Klassen können daher wieder die Schule besuchen. Ein Kind aus dem Vorlaufkurs war positiv getestet, hat aber ebenfalls im ansteckungsfähigen Intervall die Schule nicht besucht. Daher sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

Die Schüler sowie deren Familien sind und werden durch die Schulleitungen über den Ablauf und das Vorgehen der Testungen informiert. Das Gesundheitsamt berät darüber hinaus über weitere Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln.

Für Gesundheitsdezernent Stefan Majer steht eine schnelle Reaktion beim Auftreten von Infektionsfällen im Vordergrund: „Es hat sich in Frankfurt bewährt, dass wir frühzeitig und bei einer unklaren Kontaktpersonenlage, intensiv testen. Das hat schon bei den Alten- und Pflegeheimen gut funktioniert. Ich kann die Sorgen und die Unsicherheit bei den Eltern sowie bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut verstehen. Sie können sicher sein, dass wir sorgfältig testen werden, um bei möglichen Infektionen schnell reagieren zu können.“

In einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Praunheim sind am 18.6. sieben neue positive SARS-CoV-2-Fälle aufgetreten. Zehn weitere Infizierte sind bereits in von der Stadt angemieteten Hotels untergebracht worden. Nach der Ermittlung der Kontaktpersonen wird das Gesundheitsamt weitere Testungen veranlassen und entsprechende Maßnahmen einleiten.

Bei zehn weiteren Fällen innerhalb eines Familienverbundes ist das Gesundheitsamt an zwei Frankfurter Wohnorten im Einsatz, betreut die Familienmitglieder, ermittelt und informiert die Kontaktpersonen. Vier Erwachsene zeigen Covid-19-Symptome. Die sechs positiv getesteten Kinder und Jugendlichen sind symptomfrei. Alle Erkrankten sind isoliert und die Kontaktpersonen der Familie befinden sich in Quarantäne.

Derzeit organisiert das Gesundheitsamt die Information der Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Häuser. Diese werden per Flyer in verschiedenen Sprachen sowie durch den Einsatz von KoGi-Lotsen (Kommunale Gesundheitsinitiative interkulturell) beraten und über entsprechende Maßnahmen informiert. Darüber hinaus bietet das Gesundheitsamt allen Bewohnerinnen und Bewohnern eine persönliche Beratung sowie eine Testung auf SARS-CoV-2 an.

Stadtrat Stefan Majer lobte die Arbeit des Gesundheitsamtes: „Ich möchte mich ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken. Seit Monaten arbeiten sie häufig 7 Tage die Woche, um die Pandemie zu bekämpfen, Kontakte nachzuverfolgen, Infektionsketten zu unterbrechen und betroffene Menschen zu beraten. Mit Hilfe unserer interkulturellen KoGi-Lotsen können wir hier außerdem eine kultursensible und, falls notwendig, fremdsprachliche Information und Beratung der Bürgerinnen und Bürger gewährleisten.“

Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen mahnt Majer an, weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, Masken zu tragen und achtsam im sozialen Miteinander zu bleiben. „Die neusten Fälle zeigen uns, dass wir die Pandemie noch lange nicht überwunden haben und dass jeder von uns sich mit dem SARS-CoV-2 infizieren kann.“ (ffm)