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Letzte Aktualisierung: 03.04.2020

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Corona: Schwerbehinderung und Kündigungsschutz

Eine Schwerbehinderung ist kein Schutz vor betriebsbedingter Kündigung

von Anna Morales

(26.03.2020) Auch die Gleichstellung mit Schwerbehinderten bietet keinen Kündigungsschutz. Menschen mit einem Grad der Behinderung von 30 oder 40 fragen in diesen Tagen bei der Frankfurter Agentur für Arbeit vermehrt nach der Möglichkeit einer Gleichstellung mit Schwerbehinderten.

Die Betroffenen erhoffen sich damit einen besonderen Schutz für den Fall, dass ihr Arbeitgeber im Zuge der Coronakrise Kündigungen aussprechen muss.

Aber der besondere Kündigungsschutz für schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte Personen greift nicht, wenn Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen aussprechen müssen. Denn muss ein Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen Kündigungen aussprechen, sind Schwerbehinderte und Gleichgestellte nicht besonders geschützt, weil die Behinderung nicht ursächlich für die Kündigung ist.

Wenn der festgestellte Grad einer Behinderung mindestens 30, aber weniger als 50 ist, kann bei der Agentur für Arbeit eine Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen beantragt werden. Mit der Gleichstellung erhalten sie denselben besonderen Kündigungsschutz wie schwerbehinderte Menschen. Im Falle der Kündigung prüft der Landeswohlfahrtsverband, ob Beschäftigte aufgrund ihrer Behinderung gekündigt und damit benachteiligt wurden. Dies gilt nicht bei Kündigungen aus wirtschaftlichen Gründen, da davon behinderte und nichtbehinderte Beschäftigte gleichermaßen betroffen sind.

Infos zur Gleichstellung im Internet unter https://www.arbeitsagentur.de/menschen-mit-behinderungen/gleichstellung

www.arbeitsagentur.de/frankfurt