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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Corona-Antikörpertests: Gesundheitsamt warnen vor falscher Sicherheit

von Ilse Romahn

(22.06.2020) Mit der Dauer der Corona-Pandemie und der mit ihr einhergehenden Einschränkungen im Alltag steigt der Wunsch nach Sicherheit. Bei bestehenden Krankheitssymptomen kann eine COVID-19-Erkrankung mittels PCR-Test sicher nachgewiesen werden.

Antikörper-Tests, mit denen eine bestehende Immunität nachgewiesen werden soll, bieten diese Sicherheit bisher nicht.

Wie zuverlässig können Antikörper-Tests zeigen, ob jemand mit nur milden Krankheitsanzeichen oder gar ohne klinische Symptome an COVID-19 erkrankt war? Leider ist es häufig so, dass es trotz des scheinbaren Vorliegens von Antikörpern keine Infektion mit dem SARS-CoV-2 gegeben hat. Dies umso häufiger, je seltener die Infektionskrankheit in der Bevölkerung auftritt.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer sagt: „Verlässt man sich auf nur ein Testergebnis, ist die Wahrscheinlichkeit, ein falsches Ergebnis zu bekommen, groß. Das wiederum wird zum Problem, wenn Menschen sich aufgrund vermeintlicher Immunität in falscher Sicherheit wähnen und nicht mehr so sehr auf die immer noch sehr wichtigen Verhaltens- und Hygieneregeln achten.“

Eine Unsicherheit der Antikörper-Tests besteht darin, dass sie nicht nur die Antikörper, die der Körper nach Kontakt mit dem SARS-CoV-2 bildet, erkennen, sondern auch solche, die nach dem Kontakt mit anderen, harmloseren Coronaviren gebildet werden. In Verbindung mit dem geringen Durchseuchungsgrad der Bevölkerung mit dem SARS-CoV-2 führt dies bei den aktuellen Tests zu einer beträchtlichen Fehlerquote.

Der Leiter des Gesundheitsamtes, René Gottschalk, sagt: „Der Wunsch nach Sicherheit ist verständlich und nachvollziehbar. Allerdings können bei der niedrigen Durchseuchung, die wir in Frankfurt haben, verlässliche Ergebnisse nur durch eine Bestätigung des ersten Testergebnisses mit einem zweiten, aufwändigeren Bestätigungstest erreicht werden, das sollte man unbedingt wissen. Diesen Test können aber nur wenige Labore überhaupt durchführen.“

Solange man eine COVID-19-Erkrankung also nicht sicher durchgemacht hat oder das erste Ergebnis eines Antikörpertests nicht durch einen Bestätigungstest verifiziert wurde, kann man sich nicht in Sicherheit wiegen. Es gelten also weiterhin die Hygieneregeln: Abstand halten und überall dort, wo das nicht möglich ist, Masken tragen sowie regelmäßig Hände waschen. (ffm)