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Letzte Aktualisierung: 24.06.2024

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Chefarzt, Herausgeber, Ehrenprofessor

Die Frankfurter Geriatriekoriphäe Rupert Püllen sagt ade

von Torben Brinkema

(06.06.2024) Er hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) über Jahre mit ruhiger Hand und stets mit der Kraft der besseren Argumente geführt. Nicht laut, dafür sehr erfolgreich. Und genauso hat er sich im Anschluss als Vertreter der deutschen Geriatrie in die Arbeit des Full Board – heute die General Assembly – der European Geriatric Medicine Society (EuGMS) eingebracht: Privatdozent Dr. Rupert Püllen, Chefarzt der Medizinisch-Geriatrischen Klinik am Agaplesion Markus Krankenhaus in Frankfurt am Main. Jetzt ist er auf der Zielgeraden seines Berufslebens: Ende Oktober geht er in den Ruhestand.

Privatdozent Dr. Rupert Püllen
Foto: privat
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Es ist aber schon jetzt an der Zeit, Danke zu sagen: „Für die Geriatrie in Deutschland hat Rupert Püllen über Jahrzehnte sehr wichtige Beiträge geleistet. Nicht zuletzt war er auch über viele Jahre das Gesicht der DGG auf europäischer Ebene. Für seinen unermüdlichen, vor allem auch ehrenamtlichen Einsatz danken wir ihm alle aus vollem Herzen!“, sagt DGG-Präsident Professor Markus Gosch im Namen des Vorstandes und aller Mitglieder.

Von 2012 bis 2018 war Rupert Püllen im Vorstand der DGG, 2014 bis 2016 als Präsident der Gesellschaft. Im Anschluss daran nominierte ihn die DGG als Delegierten für das sogenannte Full Board der EuGMS. Über viele Jahre hat Rupert Püllen diese Aufgabe übernommen und die Interessen der DGG in der EuGMS vertreten – und ebenfalls die Interessen der EuGMS in der DGG. In seiner Amtszeit ist der Kontakt zur EuGMS deutlich enger geworden, und auch die deutsche Beteiligung an der Jahrestagung der EuGMS ist langsam, aber stetig angewachsen.

In Vorbereitung auf seinen nahenden Ruhestand hat Püllen dieses Amt nun an den DGG-Past-Präsidenten Prof. Rainer Wirth übergeben, der vom DGG-Vorstand für diese Aufgabe nominiert wurde. „Rupert Püllen hat die Bedeutung der Geriatrie in Deutschland und in Europa deutlich gestärkt. Und er hat dafür gesorgt, dass auch die Geriatrie in Deutschland deutlich internationaler geworden ist. Rupert Püllen ist nicht nur ein Kollege, sondern auch ein Freund und Vorbild – und das ganz sicher für viele Geriaterinnen und Geriater in Europa“, sagt sein Nachfolger Rainer Wirth.

Privatdozent Dr. Rupert Püllen ist seit 2001 Chefarzt der Medizinisch-Geriatrischen Klinik am Agaplesion Markus Krankenhaus in Frankfurt am Main. Püllen schloss das Studium der Humanmedizin in Bonn ab und absolvierte währenddessen ein Studienjahr in Toulouse sowie einen Studienaufenthalt in Sydney. Anschließend promovierte Püllen an der Universität Bonn zu einem neurophysiologischen Thema. Es folgten Assistenzarztstellen in Essen und Wuppertal, als Oberarzt war er an den Kliniken St. Antonius in Wuppertal beschäftigt.

2001 folgte Püllens Habilitation im Fach Geriatrie am Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke. Noch im gleichen Jahr wurde er Chefarzt der Medizinisch-Geriatrischen Klinik und Ärztlicher Direktor des Diakonissen-Krankenhauses in Frankfurt am Main. Nach Schließung des Standortes Diakonissen-Krankenhaus wechselte er 2015 mit seiner Abteilung an den Standort Markus Krankenhaus. Seit 2003 ist er an der Goethe-Universität Frankfurt am Main Verantwortlicher für die Lehre des Querschnittsbereiches „Medizin des Alterns und des alten Menschen“.

Die Universität Pécs in Ungarn hat ihn zum Honorary Associate Professor ernannt. Von 2012 bis 2018 war Rupert Püllen Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, von 2014 bis 2016 als deren Präsident. Von 2018 bis Ende 2023 wirkte Püllen als Mitglied des Full Boards der European Geriatric Medicine Society (EuGMS). Zudem ist der 65-Jährige Mitherausgeber mehrerer Fachbücher und war bis Ende 2023 ebenso Mitherausgeber der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie (ZGG). Rupert Püllen ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern. idw.-