Caritas feiert 125 Jahre in Frankfurt
Ein voller Frankfurter Kaiserdom mit rund 1.000 Menschen, Begegnungen mit langjährigen Wegbegleitern und ein Festakt mit Mitarbeitern, Partnern, Vertretern der Politik und Ehemaligen: Der Caritasverband Frankfurt hat am 22. September sein 125-jähriges Jubiläum mit einem Festgottesdienst und anschließendem Festakt in den MainArcaden gefeiert.
Foto: Caritas / Stefan Wildhirt
„125 Jahre Caritasverband Frankfurt – das ist mehr als ein Datum im Kalender. Das ist eine Wegstrecke von fünf Generationen, in denen Menschen für Menschen da waren. Seit unserer Gründung ist aus einer kleinen Initiative engagierter Menschen einer der großen Träger der freien Wohlfahrtspflege in dieser Stadt geworden“, sagte Caritasdirektorin Gaby Hagmans in ihrer Festansprache.
Jubiläum mit Gottesdienst und Festakt gefeiert
Den Auftakt des Jubiläumsfests bildete der Gottesdienst im Frankfurter Dom. Gemeinsam mit Bischof Georg Bätzing und Dompfarrer Johannes zu Eltz feierten rund 1.000 Menschen das Jubiläum. In seiner Predigt würdigte Bätzing den täglichen Einsatz der Mitarbeiter und stellte Vertrauen als Grundlage der Caritasarbeit heraus. Es entstehe im täglichen Miteinander – zwischen Mitarbeitern und den Menschen, die die Angebote der Caritas annehmen, aber auch mit Kooperationspartnern sowie Ehrenamtlichen, Förderern und Spendern.
Beim anschließenden Festakt begrüßten der Vorsitzende des Caritasrats, Klaus Glaser, und seine Stellvertreterin, Christiane Moser-Eggs, die Gäste und blickten auf die Geschichte des Verbands zurück. Dabei betonten sie: „Die Caritas steht für Werte, die nicht nur benannt, sondern gelebt werden.“
Von den Anfängen bis heute
Am 27. September 1901 schlossen sich engagierte katholische Frauen und Männer aus Frankfurter Kirchengemeinden und den Vincenz- und Elisabethvereinen zum Caritasverband zusammen. Sie reagierten auf die sozialen Folgen von Industrialisierung, Armut und schwierigen Lebensbedingungen. Seitdem hat sich vieles verändert – die Haltung ist geblieben: Nächstenliebe, Toleranz, Gerechtigkeit und Solidarität.
„Jeder Mensch hat die gleiche Würde und ist gleich wert – unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder sozialem Status. Es kann jeder und jede zu uns kommen“, betont Gaby Hagmans.
Heute engagieren sich dafür mehr als 1.800 Mitarbeiter und rund 1.300 Ehrenamtliche in mehr als 100 Einrichtungen und Diensten für Kinder und Jugendliche, Familien, ältere und pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete und Menschen in besonderen sozialen Notlagen.
Mitarbeiter im Mittelpunkt
Wie sehr die Geschichte des Verbands mit den Menschen verbunden ist, die seine Arbeit über Generationen geprägt haben, zeigte sich beim Festakt besonders eindrucksvoll. Bei der „Rosenzeremonie“ wurden Mitarbeiter und Ehrenamtliche mit fünf bis über 45 Jahren Tätigkeit mit einer Rose geehrt. In Anlehnung an das Rosenwunder der heiligen Elisabeth stehen die Rosen für Nächstenliebe und die Zuwendung zu Menschen in Not.
Gemeinsam bringen die Geehrten mehr als 1.300 Dienstjahre bei der Caritas Frankfurt mit – ein sichtbares Zeichen für Engagement, Erfahrung und Verbundenheit über Generationen hinweg.
Caritas als Teil eines starken Netzwerks
Die Caritas verbindet – und das weit über ihre eigenen Einrichtungen hinaus. In ihren Redebeiträgen machten Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef, Dr. Hildegard Wustmans, Bischöfliche Bevollmächtigte des Bistums Limburg, und Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, deutlich, welche Bedeutung die Caritas Frankfurt für die Stadtgesellschaft und die Zukunft des sozialen Miteinanders hat.
Josef würdigte ihren Einsatz für Solidarität und soziale Gerechtigkeit und den Auftrag, denjenigen eine Stimme zu geben, die weniger Gehör finden. Wustmans betonte, dass die Caritas auf den Rückgang der Kirchenmitglieder nicht mit Rückzug, sondern mit Vernetzung und Dialog antworte. Welskop-Deffaa knüpfte an die Jahreskampagne „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ an und warb für einen Sozialstaat, der Generationen nicht gegeneinander ausspielt: „Wir dürfen nicht den einen etwas wegnehmen, um den anderen etwas geben zu können.“
Gemeinsame Verantwortung für die Zukunft
Der Caritasverband steht sichtbar in einem großen Netzwerk in der Stadt, im Bistum Limburg und deutschlandweit. „Unsere Geschichte zeigt: Caritative Arbeit war zu jeder Zeit auf Unterstützung angewiesen“, betonte Christoph Bundschuh, Kaufmännischer Vorstand. „Die Aufgaben unserer Zeit sind zu groß, um sie allein zu bewältigen. Demografischem Wandel, Fachkräftemangel, Finanzierungsherausforderungen und gesellschaftlichen Veränderungen können wir nur gemeinsam begegnen. Kooperationen, Netzwerke und Partnerschaften werden deshalb zu Schlüsselbegriffen für die Zukunft unseres Verbandes.“
125 Jahre Caritas Frankfurt verbinden damit eine lange Geschichte sozialen Engagements mit dem Auftrag, auch künftig gemeinsam mit vielen Partnern Verantwortung für die Menschen und das soziale Miteinander in Frankfurt zu übernehmen.