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Letzte Aktualisierung: 26.11.2022

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Bridges-Kammerorchester wird drittes „Orchestra in Residence“ im Casals Forum

von Ilse Romahn

(26.09.2022) Das Casals Forum mit seiner außergewöhnlichen Akustik zieht, kaum fertiggestellt, schon jetzt Musikerinnen und Musiker an wie ein Magnet. Das transkulturelle Bridges-Kammerorchester mit seinen 25 Orchestermitgliedern aus vierzehn Ländern wird nach der Kremerata Baltica und dem Chamber Orchestra of Europe drittes „Orchestra in Residence“ in Kronberg.

Bridges Kammerorchester
Foto: Salar Baygan
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Damit setzt die Kronberg Academy die erfolgreiche Zusammenarbeit aus den letzten Jahren fort, in denen Ensembles der Initiative „Bridges – Musik verbindet“ bereits mit Konzerten zu Gast waren.

Als hätte es Raimund Trenkler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Kronberg Academy, schon 2018 beim Jubiläumskonzert zum 25jährigen Bestehen der Kronberg Academy geahnt, sagte er im Kurhaus Wiesbaden: „Was Musiker – oft aus ganz verschiedenen Nationen und Kulturen – tun, ist ein einmaliges Vorbild für ein werteorientiertes, gemeinsames Handeln. Sie führen uns vor, wie erfüllend und wirkungsreich es ist, wenn man von ganzem Herzen ein 'Teamplayer' ist und so seinen Anteil hat an einem gemeinsamen, vollendeten Ganzen.“

Das Bridges-Kammerorchester – dessen Mitglieder sich in der Musik der europäischen Klassik ebenso gut auskennen wie in der klassischen arabischen und persischen Musik, osteuropäischer Folklore, Jazz und zeitgenössischer Musik – entwickelt Gegenwartsmusik, die zeigt, wie die Vielfalt unterschiedlicher Kulturen zusammenwachsen kann. Es prägt einen Musikstil, der die Diversität der in Deutschland lebenden Gesellschaft hörbar macht und ist Pionier einer neuen, transkulturellen Klangsprache.

„Wir sind stolz und dankbar, als Residenzorchester im neuen Casals Forum einen Platz zu erhalten, der uns optimale Arbeitsbedingungen für unsere Musik bietet und gleichzeitig in der inhaltlichen und gesellschaftlichen Ausrichtung der Kronberg Academy so gut zu unseren Werten passt“, freut sich Johanna-Leonore Dahlhoff, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin des Orchesters. Auch Raimund Trenkler freut sich auf das neue Residenzorchester. „Gemeinsames Musizieren kann ein wunderbares Vorbild sein für ein tolerantes und respektvolles Miteinander,“ ist er überzeugt und erinnert an Pablo Casals, den großen Cellisten und Humanisten und sein Credo: Kunst und Menschlichkeit sind untrennbar. 

Bereits 2019, im Jahr seiner Gründung, wurde das Bridges-Kammerorchester als bundesweites Leuchtturmprojekt für gelebte Diversität und Integration auf Augenhöhe mit „The Power of the Arts“, einem der höchstdotierten Kulturförderpreise Deutschlands, ausgezeichnet. Vergangenes Jahr erhielt es für sein Debüt-Album „Identigration“, das in Ko-Produktion mit hr2-kultur erschien, den Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Grenzgänge. Im vergangenen Jahr waren die Musikerinnen und Musiker im Rahmen des Open-Air-Festivals „Musik / Ver / Dichtung im Park“ im Zusammenspiel mit Michael Quast und seiner Fliegenden Volksbühne Frankfurt in Kronberg zu Gast.

„Die Vision des Bridges-Kammerorchesters ist eine Gesellschaft, die sich ihrer Vielfalt als Stärke bewusst ist und den Fokus auf Gemeinschaft statt Spaltung, Miteinander statt Gegeneinander setzt“, betont Johanna-Leonore Dahlhoff. „Danach streben wir in unserer Musik, indem wir die klassische europäische Orchestertradition mit weiteren Musiktraditionen zusammenführen und weiterentwickeln.“

Unter dem Titel „Weltreise“ ist am Donnerstag, 29. September, im Rahmen des Kronberg Festivals das Bridges-Kammerorchester mit Dirigentin Bar Avni und dem aus Ungarn gebürtigen Solisten László Fenyö, Violoncello, im Casals Forum zu hören. Ein Höhepunkt ist die Uraufführung des Konzerts, das der 1986 in Frankfurt geborene Komponist, Saxophonist und Jazzmusiker Peter Klohmann eigens für das Bridges-Orchester und den Cellisten László Fenyö komponierte. Die Moderation zu den einzelnen Werken des Weltreise-Konzertes, die zum Großteil von den Orchestermitgliedern komponiert und arrangiert wurden, übernehmen die Künstlerinnen und Künstler selbst.

www.kronbergacademy.de