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Bretagne entdeckt den Weinbau neu

Felsige Küsten, Leuchttürme und Salzbutter prägen das Bild der Bretagne – Wein hingegen galt lange als untypisch. Über ein Jahrhundert war der Weinbau auf Frankreichs westlicher Atlantikhalbinsel nahezu verschwunden. Erst seit 2016, mit der EU-Freigabe neuer Pflanzrechte, erlebt die Region eine Renaissance. Junge Winzer beleben historische Weinlagen und erzeugen frische Weine, geprägt vom maritimen Klima.

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Der Mont Garrot im Tal der Rance-Mündung ganz in der Nähe von Saint-Malo ist einer der ältesten Weinberge der Bretagne.
Foto: Destination Saint-Malo – Baie du Mont Saint-Michel

Historische Wurzeln
Bereits früher existierten Weinberge in der Bretagne, etwa am Golf von Morbihan, im Tal der Rance bei Saint-Malo oder nahe Klöstern wie Redon und Landévennec. Mönche betrieben dort den Anbau, bis die Reblaus im 19. Jahrhundert die Reben vernichtete. Der Weinbau wurde später sogar gesetzlich untersagt. Erst die EU-Regelung von 2016 ermöglichte eine Rückkehr.

Neue Generation von Winzern
Viele der heutigen Winzer stammen aus etablierten Weinregionen Frankreichs. Marie Devigne und Guillaume Hagnier etwa kamen aus der Champagne in den Süden der Bretagne. Seit 2020 bewirtschaften sie sechs Hektar auf der Halbinsel Rhuys bei Sarzeau. Chardonnay, Cabernet franc und Chenin blanc bilden die Grundlage ihrer Marke „Dantelezh“. 2024 füllten sie erstmals Wein ab – zwei Drittel Weißwein, ein Drittel Rosé und Rotwein, alle biologisch zertifiziert. Führungen und Verkostungen sind ganzjährig möglich (10 € pro Person, Infos: www.levignoblederhuys.bzh).

Auch Edouard Cazals, ausgebildet in Saint-Émilion, gründete 2019 das Weingut „La Cabane aux Longues Vignes“ bei Saint-Malo. Auf vier Hektar baut er Chardonnay, Pinot Noir und Grolleau an. 2024 wurde sein Betrieb vom Fachmagazin La Revue du vin de France als „Entdeckung des Jahres“ ausgezeichnet.

Wein mit maritimer Note
Das milde, feuchte Klima der Bretagne begünstigt eine langsame Reifung der Trauben. Granit- und Schieferböden sorgen für frische, fruchtige Weißweine und leichte Rotweine. Die klimatischen Unterschiede zwischen Küste und Inland, Nord und Süd, prägen die Vielfalt der Anbaubedingungen.

Aurélien Barthou, Winzer in Auray bei Vannes, setzt seit 2022 auf robuste, hybride Rebsorten. Er engagiert sich zudem in der Ausbildung: Am Standort Kerplouz koordiniert er einen Studiengang für Weinbau. 2025 erwartet er eine Produktion von rund 150.000 Flaschen – dreimal so viel wie im Vorjahr. Die Vereinigung bretonischer Winzer zählt inzwischen 45 Mitglieder, 2021 waren es noch zwölf.

Regionale Spezialitäten
Barthou empfiehlt den weißen Cuvée „Alchimie“ aus Theix-Noyalo, eine Kombination aus Chenin und Savagnin. Der mineralische, frische Wein passt gut zu Meeresfrüchten.

Anreise
Die Bretagne ist gut mit dem Auto erreichbar, ohne mautpflichtige Straßen. Von Paris aus fährt der TGV in rund drei Stunden nach Vannes oder Saint-Malo. Lufthansa bietet Direktflüge von Frankfurt und München nach Nantes.

https://www.bretagne-reisen.de/darauf-habe-ich-lust/die-gastronomie/