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Letzte Aktualisierung: 20.01.2022

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Borkenkäfer: Fichtenbestand oberhalb des Lorsbacher Bahnweges muss gerodet werden

von Adolf Albus

(03.12.2021) Oberhalb des Bahnweges vor dem Sportplatz in Lorsbach musste der letzte verbliebene Fichtenbestand des Hofheimer Stadtwaldes gerodet werden, weil er mit Borkenkäfern befallen war.

Bereits im Frühsommer wurden in diesem Bereich Nester des Borkenkäfers entdeckt, der sich bis in den Herbst flächig ausbreitete. Aus Gründen des Waldschutzes und der Verkehrssicherung war die Stadt gezwungen hier schnell zu handeln.

Ein Unternehmer, der mit dem geplanten Normaleinschlag des diesjährigen Winters beginnen wollte, wurde kurzfristig umgesetzt. Die Arbeiten, insbesondere das Rücken des Holzes, werden sich bis ins Frühjahr 2022 hinziehen.

Die Fichten werden auf einer Fläche von insgesamt circa 6,5 Hektar entfernt, worin jedoch schon kleine gerodete Bereiche aus den Vorjahren waren. Geerntet werden rund 1.750 Festmeter verwertbares Schadholz. Schwächeres und nicht verwertbares Kronenholz bleibt auf der Fläche liegen. Dazu kommen noch drei kleinere Kahlflächen in Lorsbach und auf dem Kapellenberg mit einer Gesamtfläche von rund 0,5 Hektar und circa 250 Festmeter verwertbarem Schadholz. Durch diese Maßnahme entstehen Kosten in Höhe von circa 50.000 Euro.

Die Stadt hat den regulär geplanten und von der Stadtverordnetenversammlung im Februar beschlossenen Einschlag für diesen Winter komplett eingestellt und vorerst um ein Jahr verschoben. Hierfür waren circa 45.000 Euro kalkuliert, so dass unter dem Strich nur minimal höhere Kosten entstehen.

Auch entspricht der verschobene Einschlag mit circa 2.200 Festmetern fast der nun außerregulär einzuschlagenden Fichtenmenge. Der Hiebssatz wird somit nicht überzogen und die Nachhaltigkeit nicht gefährdet.

Da die Fichtenpreise fast wieder das Niveau von vor der Borkenkäferkatastrophe erreicht haben, rechnet die Stadt mit Verkaufserlösen von circa 125.000 Euro, so dass aus dieser Maßnahme kein Verlust entsteht.

Langfristig wird es jedoch Einnahmeverluste geben, da der Bestand eigentlich noch 40 bis 50 Jahre beerntet werden sollte. Die insgesamt circa 7 Hektar Kahlflächen müssen zudem in den nächsten ein bis zwei Jahren wieder aufgeforstet werden, wodurch zusätzliche Kosten für Forstpflanzen, Wildschutz und Pflanzung entstehen.

Vorgesehen ist, die Fläche mit verschiedenen standortheimischen Laub- und Nadelbaumarten wieder zu bepflanzen und vorhandene Naturverjüngung zu fördern, um langfristig einen stabilen Mischwald zu erhalten, der an die Klimaveränderungen besser angepasst ist.