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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Bombenentschärfung im Gallus: ‚Pünktlicher Beginn ist wichtig‘

von Ilse Romahn

(05.06.2020) Vor der geplanten Bombenentschärfung im Gallus am Freitag, 5. Juni, weisen die Feuerwehr Frankfurt, das Ordnungsamt und die Landespolizei darauf hin, dass alle Anwohner und Beschäftigte den Sperrbereich bis spätestens 9 Uhr morgens verlassen haben müssen.

„Der angedachte Zeitplan kann nur eingehalten werden, wenn alle mitmachen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Rainer Heisterkamp. „Ob der Kampfmittelräumdienst zur geplanten Zeit mit der Entschärfung der Weltkriegsbombe anfangen kann und alle zeitig wieder in ihre Wohnungen oder an ihren Arbeitsplatz zurückkönnen, hängt schlicht davon ab, ob der Bereich auch bis 9 Uhr vollständig evakuiert ist. Ein pünktlicher Beginn ist wichtig.“

Bei Bauarbeiten auf dem Messegelände war am Dienstag, 2. Juni, eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe amerikanischer Bauart entdeckt worden. Die Bombe ist für den Moment gesichert und in einer stabilen Lage, muss aber laut Kampfmittelräumdienst (KMRD) zügig unschädlich gemacht werden. Der Zeitplan sieht vor, dass die Spezialisten vom KMRD für das Land Hessen, der beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelt ist, am Freitag um 12 Uhr mit der eigentlichen Arbeit beginnen. Zuvor braucht die Polizei Zeit, um sicherzustellen, dass wirklich alle Menschen den Bereich verlassen haben.

Betroffen von den Maßnahmen sind etwa 2700 Menschen. Wie in der Allgemeinverfügung des Frankfurter Ordnungsamtes steht, ist die Evakuierung des 500-Meter-Sperrbereiches um die Bombe als temporärer Platzverweis nach § 31 des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) erforderlich, da im Falle einer Detonation erhebliche Schäden an Gebäuden und eine akute Gefahr für Leib und Leben für Personen in diesem Bereich zu erwarten sind.

Wer die Sperrzone nicht eigenständig verlassen kann und Hilfe braucht, kann sich im Vorfeld unter der eingerichteten Bürgertelefon-Rufnummer (069)212111 melden oder auch online über http://www.feuerwehr-frankfurt.de registrieren. Für Menschen im Evakuierungsbereich, die keine andere Aufenthaltsmöglichkeit haben, wird in der Messehalle 11 eine Betreuungsstelle eingerichtet. Diese ist ab 8 Uhr geöffnet. Aufgrund der Corona-Pandemie gelten hier die üblichen Regeln zu Abstand und Mund-Nasen-Schutz.

Menschen, die aktuell einer vom Gesundheitsamt verfügten Isolations- oder Quarantäneverfügung unterliegen, werden aufgefordert, sich unter der Telefon (069)21244374 oder per E-Mail an info.infektiologie@stadt-frankfurt.de mit dem Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen, und die Verfahrensweise der Evakuierung abzustimmen.

Wenn alles wie vorgesehen läuft, ist das Ende der Sperrungen bis 18 Uhr zu erwarten. Aber damit das auch so geschehen kann, ist ein pünktlicher Beginn eben wichtig.

Ab 8.30 Uhr gelten im öffentlichen Nahverkehr diese Einschränkungen:
• Die U-Bahn-Linie U4 verkehrt nur noch zwischen Enkheim, Seckbacher Landstraße und Hauptbahnhof.
• Die Linie U5 endet, von Preungesheim kommend, bereits an der Konstablerwache.
• Die Straßenbahnlinie 16 verkehrt nur zwischen Offenbach Stadtgrenze und Hauptbahnhof (Südseite) sowie zwischen Westbahnhof und Ginnheim.
• Die Straßenbahnlinie 17 kann nur den südlichen Abschnitt zwischen Neu-Isenburg Stadtgrenze und Hauptbahnhof (Südseite) bedienen.
• Die Buslinien durch das Europaviertel müssen ganz eingestellt werden. Das betrifft die Linien 46 (Hauptbahnhof – Rebstock Römerhof) und 64 (auf dem Abschnitt Hauptbahnhof – Europaviertel).
• Die Buslinie 50 (Bockenheimer Warte – Unterliederbach West) wird zwischen Bockenheimer Warte und Rebstock über Adalbertstraße und Voltastraße umgeleitet. Sie bietet hier eine Alternative zur entfallenden Straßenbahnlinie 17.
• Die S-Bahn-Linien S3, S4, S5 und S6 fahren an der Station Messe ohne Halt durch. Die Linien S5 und S6 fahren nur im Halbstundentakt. Ab 10.30 Uhr müssen die S-Bahnen zwischen Frankfurt West und Galluswarte den Betrieb komplett einstellen. Die S3 und S4 werden ab 10.30 Uhr zwischen Rödelheim und Frankfurt Hauptbahnhof umgeleitet und halten nicht in Frankfurt West, Messe und Galluswarte. Die S5 und S6 fallen zwischen Frankfurt Süd und Rödelheim bzw. Frankfurt West aus.
• Ebenfalls betroffen sind die Regionalbahnen der Main-Weser-Bahn und der Mittelhessenexpress (Linien RE30, RB40, RB41, RB48, RE98, RE99). Die RE98 und 99 werden ab 10.30 Uhr über Hanau umgeleitet. So kommt es zu einer Fahrtzeitverlängerung zwischen Friedberg und Frankfurt von rund 20 Minuten. Zu den übrigen Linien sowie zu allen weiteren kurzfristigen Änderungen informiert der RMV auf der Startseite von http://rmv.de.

Weitere Informationen
• FAQ der Feuerwehr Frankfurt unter http://www.feuerwehr-frankfurt.de
• Allgemeinverfügung unter https://frankfurt.de/aktuelle-meldung/ordnungsamt/allgemeinverf
• Interaktive Karte des Sperrbereichs unter https://arcg.is/1Cv8rz0
• Gesundheitsamt Frankfurt unter https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/gesundheitsamt (ffm)