Bockenheim - einst
Glaubt man den Stadthistorikern - und der damaligen Volksschullehrerin an der Franckeschule - so geht der Name des westlichen Stadtteils auf einen irischen Mönch zurück. Denn diese waren es, die im 9. Jahrhundert unsere Region besiedelten. Vielleicht stammt auch der Name Rödelheims von ihnen ab, denn der Überlieferung nach hieß der irische Mönch dort Rodo.
Blicken wir zurück, wie sich der Stadtteil neben dem damaligen Universitätsviertel links von der gleichnamigen Warte in den 50er und 60er Jahren entwickelte.
Noch in den 50ern war ein Ausflug der Straßenjungen von der Falkstraße in die Hinterhöfe durchaus mit Gefahren verbunden, lagen dort doch noch einige Gebäude in Trümmern. Wer nicht aufpasste und in den Trümmern herumlief, lief Gefahr, eine Ziegellawine auszulösen. Nicht ganz so dramatisch sah es nördlich der Sophienstraße aus, wo neu errichtete Gebäude einer Siedlung standen. Aber auch dort waren die Auswirkungen des erst zehn bis fünfzehn Jahre zurückliegenden Krieges noch zu spüren, mancher Bewohner nutzte noch die schmalen Beete vor den Wohnhäusern zum Anbau von Kartoffeln. Apropos Gemüse- und Obstanbau: Links vom heutigen Gelände der Sporthochschule befanden sich Schrebergärten, die allerdings noch nicht die heute vorherrschende Mentalität von „Zucht und Ordnung“ ausstrahlten. Es gab kaum Zäune und so mancher Bub hat sich hier hinter dem Rücken der Gartenbesitzer mit leckeren Beeren eingedeckt.
Noch weiter in Richtung Bahnlinie erstreckte sich hinter dem Fußballplatz ein weites Feld. Dort, wo jetzt die A66 ihren letzten Anlauf auf die City nimmt, waren noch einige Bombenkrater aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen. Es war ein echtes Abenteuer, als noch nicht Sechsjähriger mit den Großen auf dem Roller unter Aufbietung aller Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit bis zum damaligen ‚Monte Scherbelino‘ zu strampeln. Immerhin waren es bis ins Frankfurter Ostend locker sechs Kilometer - einfache Strecke. Später wurde der berühmte Monte an die A 3 verlegt.
Steine, Mauern und Neubauten
Die Basaltstraße, das Verbindungsstück zwischen Sophien- und Leipzigerstraße, war damals, wie sollte es anders sein, mit Basalt gepflastert. So war auch der heutige Hessenplatz vor dem Zweiten Weltkrieg ein ehemaliger Steinbruch. In Erinnerung geblieben ist seine Eröffnung als Kinderspielplatz in den 50er Jahren. Er ist ein wahres Schmuckstück, gesäumt von Kastanienbäumen und unvergessen ist die Eröffnungsfeier mit den vielen Hessen- und Frankfurt-Fahnen.
Beim nostalgischen Blick in die Vergangenheit dürfen auch die Bierkutschen nicht fehlen. Mit diesem völlig umweltfreundlichen Transportmittel belieferten die Brauereien damals die Kneipen im Viertel. Und die Fässer rollten mit lautem Getöse in die Bierkeller. Gleich nebenan gab es da auch noch den Kohlenmann bei dem man regelmäßig das Heizöl in 5-Literkanistern abholte für den heimischen Ofen im zweiten Stock.
Ja, das waren noch Zeiten. Im Winter 62/63 lag lange Schnee, und er war so hoch, dass man – fast – von den Schneehaufen am Straßenrad in die Wohnungen schauen konnte. Er lag so lang, dass Telefonleitungen kaputt gingen wie der HR damals berichtete.
Seien Sie aufgerufen liebe Leser auch solch einen Vergangenheitsbericht zu erstellen aus Ihrem Stadtteil und uns zuzuschicken. Unsere Stadt ist es mehr als wert.