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Letzte Aktualisierung: 30.11.2021

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Bitcoin, Ethereum und Co. – die wichtigsten Bezeichnungen rund um die Kryptos

von Bernd Bauschmann

(15.11.2021) Überall ist die Rede von Kryptowährungen und deren Potenzial für die Zukunft. Selbsternannte Finanzprofis erklären auf YouTube, wie man damit selbst zum Millionär werden kann und fast schon hat man das Gefühl, ein Angsthase zu sein, wenn man sein eigenes Vermögen noch nicht am Kryptomarkt investiert hat.

Foto: Unsplash / Executium
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Fakt ist – das digitale Geld wird gesellschaftlich immer mehr anerkannt und hat damit auch schon längst Einzug in unsere Offline-Welt gefunden erhalten. An immer mehr Stellen wird der Bitcoin daher bereits auch als reguläres Zahlungsmittel akzeptiert. Mit Kryptogeld lässt sich unter anderem eine Pizza bestellen, in Live Casinos das eigene Spielerkonto auffüllen, eine Reise im Internet buchen oder auch ein Software-Update bezahlen. Darüber hinaus gibt es immer mehr Gastronomiebetriebe und Firmen im Einzelhandel, in denen ebenfalls per Bitcoin bezahlt werden kann.

Alles läuft digital ab
Der Kaufpreis wird in diesem Fall nach aktuellem Kurs umgerechnet und in einem individuellen QR-Code hinterlegt. Diesen wiederum scannt der Kunde lediglich per Mobiltelefon ein. Eine installierte App nimmt dann den sicheren Transfer der digitalen Währung vor. Auf spezialisierten interaktiven Landkarten kann man sich all diese bundesweiten Akzeptanzstellen anzeigen lassen. Dort ist ebenfalls ersichtlich, wo sich in Deutschland bereits Bitcoin-Automaten befinden. Diese optisch an Bankautomaten erinnernde Geräte ermöglichen rund um die Uhr den Zugang zum eigenen Kryptoguthaben, das im gleichen Zuge auch mit Bargeld aufgeladen werden kann.

Ob man will und dieser neuen Entwicklung prinzipiell offen gegenübersteht oder nicht – sie ist allgegenwärtig geworden und dürfte sich immer mehr in unserem gesellschaftlichen Leben etablieren. Grund genug also, dieses Thema etwas unter die Lupe zu nehmen und die entscheidenden Zusammenhänge zu beleuchten.

Blockchain, Mining, Bitcoin und Altcoin
Ist es nicht eigentlich erstaunlich, dass Geld unseren Alltag erobert, welches man nie in Form von Scheinen oder Münzen in der Hand halten wird? Schließlich existieren digitale Währungen einzig und allein in ebenso digitaler Weise und können nur auf dem Bildschirm in Form von verschlüsselten Codes verschickt und empfangen werden. Das Ganze läuft auf Grundlage der sogenannten Blockchain-Technologie komplett anonym ab und passiert in Rekordgeschwindigkeit.

Die Blockchain ist die elementare Grundlage einer jeden Kryptowährung und funktioniert wie eine Art dezentrale Datenbank. Verwaltet wird sie von allen Beteiligten im Netzwerk zusammen, die sich permanent gegenseitig kontrollieren. Somit entfallen eine übergeordnete Instanz ebenso wie eine Drittpartei in Form einer Bank. Die Blockchain hält jede einzelne Transaktion in codierter Weise fest, wodurch das System nicht nur sehr transparent und vertrauenswürdig, sondern gleichzeitig auch betrugssicher wird.

Um überhaupt in Umlauf kommen zu können, muss Kryptowährung nach und nach entstehen. Dies passiert durch das sogenannte Mining, also übertragen gesagt durch den digitalen Herstellungsprozess. Dieser läuft so ab, dass sich extrem starke Großrechner mit spezieller Hardware damit befassen, komplexe Rechenoperationen zu lösen und im Anschluss in verschlüsselte Bitcoin-Blöcke zu packen. Diese Leistung wird mit Kryptowährung belohnt, die daraufhin weiterverkauft werden kann. Der Markt bestimmt sich allein durch Nachfrage und Angebot. Zwar arbeiten die Miner rund um die Uhr, jede Kryptowährung hat aber eine zuvor festgelegte Maximalmenge.

Die bekannteste digitale Währung
Der Bitcoin ist die erste Kryptowährung, die je geschaffen wurde. Der berühmte digitale Urvater hält sich bereits seit Jahren in den Schlagzeilen, weil sein Höhenflug einfach nicht abzubrechen scheint. Bei seiner Einführung im Jahre 2009 kostete ein Bitcoin 0,07 US-Dollar, zwei Jahre später bereits 1 US-Dollar. Was man damals schon als rasanten Aufschwung wahrnahm, war hingegen nur ein ganz kleines Streiflicht dessen, was in den folgenden zwei Jahrzehnten am Markt noch passieren sollte.

Denn inzwischen wurde bereits die Marke von 61.000 US-Dollar überschritten. Der Erfolgskurs scheint also weiter anzuhalten und ja – viele Menschen, die damals bereits aufs richtige Pferd gesetzt hatten, wurden durch diesen Schachzug tatsächlich unglaublich reich. So bekam der Bitcoin auch schnell Konkurrenz in Form von weiteren Kryptowährungen, die in gleicher Form aufgebaut sind und weltweit per verschlüsselter Codes in Sekundenbruchteilen gehandelt werden können. Ethereum, Ripple und Dash sind nur drei der bekannten Namen. Tatsächlich existieren heutzutage aber schon über 12.000 verschiedene Kryptowährungen. All diese werden unter dem Namen Altcoins zusammengefasst, die gängige Abkürzung für „alternative Coins“.

Welche Begriffe sollte man sonst noch kennen?
Token
Häufig hört man davon, dass die Bezeichnung Token gleichbedeutend mit Kryptowährung verwendet wird. Für den umgangssprachlichen Gebrauch können Sie darunter also einen digitalen Vermögenswert verstehen.

Wallet
Hierbei handelt es sich um die digitale Geldbörse, mit deren Hilfe Kryptowährung empfangen, verschickt und sicher aufbewahrt wird. Im Grunde funktioniert das Wallet ähnlich wie ein Online-Bankkonto. Um eine Transaktion durchzuführen, werden statt Kontonummern verschlüsselte Codes genutzt, man spricht hier von Private Keys und Public Keys.

Für jede Währung wird ein eigenes Wallet benötigt, also eines für Litecoin, ein weiteres für Monero usw. Mithilfe spezieller Software lässt es sich auf dem eigenen Gerät installieren, von wo aus das Wallet mit der Blockchain interagieren kann. Für die einfache Handhabung und den jederzeitigen Zugriff ist auch die Einrichtung direkt auf dem Handy möglich. Zum Schutz wird das Wallet mit einer sogenannten Phrase versehen, einer Art Passwort, das aus einer sehr langen und komplizierten Zahlen- und Buchstabenfolge besteht.

Kryptobörse
Dies ist eine digitale Plattform, auf der Kryptowährungen gehandelt werden. Der Preis bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage, so wie das an der regulären Börse mit Aktien oder sonstigen Vermögenswerten beispielsweise auch abläuft. Im Normalfall wird pro Vorgang eine gewisse Nutzungsgebühr fällig.

Broker
Nicht jeder Besitzer von Kryptowährungen hat auch die entsprechenden Kenntnisse des Kryptomarkts, um sein digitales Guthaben möglichst gewinnbringend einzusetzen. Hier kommen deswegen Broker zum Einsatz, welche sich gegen Bezahlung darum kümmern, Ihr Kryptovermögen zu handeln. Sie sind damit eine Art Anlageberater, die Ihr Kontoguthaben je nach den Entwicklungen am Kryptomarkt sinnvoll einsetzen.

Es gibt sowohl Anbieterseiten, die mit echten Brokern arbeiten als auch solche, die all diese Vorgänge bereits komplett computergesteuert ausführen lassen. Viele Menschen nehmen den Service eines Brokers in Anspruch, da sie in Zeiten von Niedrigzinsen bei gleichzeitig steigender Inflationsraten nach Alternativen zu den bisherigen Modellen der Geldanlage suchen.

Kryptoroboter
Hierunter versteht man speziell programmierte Software, die in Ihrem Namen den Handel mit Ihrem verfügbaren Kryptovermögen erledigt. Der Roboter orientiert sich dabei an Marktentwicklungen und Prognosen. Die Nutzung ist kostenpflichtig.