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Letzte Aktualisierung: 06.07.2020

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Bitcoin-Boom: Wie wichtig sind Digitalwährungen für Frankfurt?

von Bernd Bauschmann

(23.06.2020) Frankfurt gilt nicht umsonst als die Finanzhauptstadt der Eurozone: Die Frankfurter Börse, sowie ihr elektronischer Ableger Xetra, gehören zu den größten Wertpapierbörsen der Welt. Und die Anzahl an Finanzunternehmen in der Stadt sucht deutschlandweit ebenfalls ihresgleichen.

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Seit einigen Jahren sind aber neue Spieler am Markt aufgetaucht: Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum gelten als vielleicht vielversprechendste Anlage der Zukunft. Wie wichtig sind die digitalen Münzen inzwischen für Frankfurt?

Bitcoin wird wichtiger
Bitcoin ist inzwischen medial in aller Munde. Die Coin ist eine Kryptowährung, eine vollständig digitale Währung, die basierend auf Prinzipien der Kryptographie (der Verschlüsselung von Daten) geschaffen wird. Jede Bitcoin ist einzigartig und dadurch fälschungssicher. Zudem werden Kryptowährungen nicht von staatlicher Seite aus reguliert - dies war einer der Anstöße dafür, überhaupt digitale Coins zu erschaffen. Denn in der Finanzkrise von 2008 enteigneten Regierungen und Banken teilweise die Sparer. Inzwischen schwankt der Marktwert von Bitcoin zwischen 7.000 und 11.000 Dollar pro Münze und die Währung ist zu einer der beliebtesten Anlagen überhaupt für Trader geworden. Anleger auf der ganzen Welt spekulieren auf das Steigen oder Fallen des Bitcoin Preises. Immer öfter tun Trader dies nicht nur durch einfachen Kauf, sondern beispielsweise durch CFD-Handel. Denn wer Kryptowährungen wie Bitcoin über CFDs handelt, kann dank Hebel nicht nur die Gewinne erhöhen, sondern mithilfe des sogenannten Short Tradings auch auf fallende Kurse spekulieren. Es ist daher nicht überraschend, dass Bitcoin bei Tradern immer populärer wird.

Und auch in der Business-Welt wird Bitcoin wichtiger. Der Lieferdienst Lieferando zum Beispiel nimmt seit einiger Zeit auch Bitcoin als Zahlungsmittel an. In Frankfurt wiederum gehörte die Focacceria in der Fressgass, ein kleines Geschäft mit Außengastronomie, zu den ersten Händlern, die Bitcoin akzeptierten, und fährt damit sehr erfolgreich. Auch die Fotgrafin Katrin Probst, die Keycon GmbH für 3D Drucker und der Fitness-Anbieter Fitbox nehmen Zahlungen in BTC entgegen.

Gesellschaftlich relevant
Inzwischen gibt es sogar Bitcoin ATM Automaten in Frankfurt, an denen Interessenten direkt vor Ort die digitalen Münzen erwerben können. So zum Beispiel in der Taunusstraße, an einem Buy & Go Kiosk, mit einem Mindestbestellwert von zwanzig Euro. Bislang sind die Umsätze vielversprechend - in Zukunft ist demnach mit weiteren derartigen Automaten zu rechnen.

Auf Plattformen wie Meetup treffen sich regelmäßig Gruppen wie die Bitcoin Usergroup, und auch mit dem CryptoMonday hat Frankfurt ein regelmäßig wiederkehrendes Event zum Thema Bitcoin und anderen Digitalwährungen ins Leben gerufen. BTC wird also selbst gesellschaftlich immer relevanter. Und vermutlich wird Frankfurt derartige Angebote in den kommenden Jahren noch ausweiten: Denn als größter Finanzpunkt in Deutschland muss die Stadt Vorreiter beim Thema digitale Wertanlagen und Vermögensaufbau bleiben. Und welches Zukunftsthema könnte da vielversprechender sein als digitale Münzen wie Bitcoin, die nun bereits seit über einem Jahrzehnt den Markt aufmischen und noch jede Schwankung an der Börse überstanden haben?

Fazit
Als inoffizielle Finanzhauptstadt der Eurozone ist Frankfurt naturgemäß aufgeschlossen gegenüber neuen Anlagemethoden. Kaum ein Markt ist dabei so vielversprechend wie der von Bitcoin und anderen Kryptowährungen: Von regelmäßigen Treffen und Vorträgen zum Thema Blockchain, über Bitcoin Automaten, bis hin zum alltäglichen Bezahlen in Geschäften ist Bitcoin in Frankfurt angekommen. In den kommenden Jahren dürfte die Stadt den digitalen Fokus sogar noch weiter verstärken.