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Letzte Aktualisierung: 18.02.2020

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Bischof aus Belgien zu Gast beim Karlsamt

Gottesdienst zu Ehren des Stadtpatrons und Gründervaters Europas

von Doris Wiese-Gutheil

(23.01.2020) Das traditionelle Karlsamt im Frankfurter Kaiserdom zu Ehren Karls des Großen ist in jedem Jahr Anlass, Einblick in die Situation der katholischen Kirche in verschiedenen europäischen Landstrichen zu gewinnen.

Zu Gast ist am Samstag, 25. Januar, der Bischof von Antwerpen, Johan Bonny. Der 64 Jahre alte Belgier wurde 2009 zum Bischof geweiht. 

Bischof Bonny ist Hauptzelebrant desfeierlichen Gottesdienstes, der um 18 Uhr im Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus gefeiert wird. Zuvor ist er um 16.30 Uhr im Haus am Dom, Domplatz 3, zu Gast beim Domgespräch zur Lage der katholischen Kirche in Belgien. Bonny studierte in Brügge, Löwen und Rom. Nach Priesterweihe und Promotion an der Päpstlichen Universität Gregoriana war er zunächst als Dozent im Priesterseminar der Diözese Brügge tätig. Seit 1997 war er Rektor des Belgischen Kollegs in Rom und Mitarbeiter im Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen. 

Zum Todestag Karls des Großen erinnert die katholische Stadtkirche Frankfurt alljährlich mit dem Karlsamt an den Gründervater Europas, der auch Patron der Stadt und des Kaiserdoms ist. In dem farbenprächtigen Gottesdienst, zu dem traditionell auch Vertreter der Ritterorden in den Dom einziehen, erklingen mittelalterliche lateinische Gesänge wie die Karlssequenz, ein Lobgesang auf Kaiser und Stadt, und die Kaiserlaudes, in der Huldigungsrufe an Christus mit Bittrufen für Kirche, Papst, Bischof, das deutsche Volk und alle Regierenden verbunden werden. 

Karl der Große gilt als Gründer Europas nach dem Ende des römischen Imperiums. Er starb am 28. Januar 814. Im Jahr 794 hatte er eine Reichssynode nach Frankfurt berufen und so für die erste schriftliche Erwähnung der heutigen Main-Metropole gesorgt. Seit mehr als 600 Jahren gedenken die Frankfurter Katholiken immer am letzten Samstag im Januar dieses „Vaters des Abendlandes“ und beten für eine gute Zukunft Europas. 

Kaum eine Persönlichkeit hat Europa im frühen Mittelalter so geprägt wie Karl der Große. Er gilt in der Geschichtsschreibung bis heute als großer Politiker und geistiger Vordenker eines vereinten Europas, als Stratege und Reformer der Verwaltung, aber auch als Machtmensch und Unterdrücker. Mit einer umfassenden Bildungsreform und der Schaffung von verbindlichen wirtschaftlichen Vorschriften legte er wichtige Grundsteine für die Entwicklung Mitteleuropas im Mittelalter. Sein Reich konnte er aber nur durch gleichermaßen geschickte wie rücksichtslose Machtpolitik aufbauen.

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