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Birkenfeld erfreut über Zuschuss aus Bund-Länder-Programm für die Sanierung des ehemaligen Gemeindezentrums in der Nordweststadt

Das Stadtteilzentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring 398 ist in das Bund-Länder-Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ aufgenommen worden und erhält zur Sanierung des Gebäudes eine Förderung von 983.400 Euro. „Das ist eine großartige Unterstützung des Projekts, für das sich viele Bürgerinnen und Bürger in der Nordweststadt eingesetzt haben“, freute sich Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld bei der Verkündung durch die hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Priska Hinz in Frankfurt.

„Die Aufnahme in das Programm kommt zum richtigen Zeitpunkt und wird dem Projekt zusätzlichen Auftrieb geben“, sagte Frankfurts Sozialdezernentin. In den zurückliegenden Sommerferien hatte Birkenfeld bei einem Vor-Ort-Termin den Beginn der Sanierung des ehemaligen Gemeindezentrums der Evangelisch reformierten Gemeinde angekündigt. Dem waren mehrjährige intensive Bemühungen voraus gegangen, das denkmalgeschützte Gebäude des (Mit-) Architekten der Nordweststadt Tassilo Sittmann zu einem Sozial- und Kulturzentrum umzubauen.

Nach Aufgabe des Zentrums durch die Kirchengemeinde hatten sich mehrere Investoren an einer Nutzung versucht, die alle einen Abriss des Gemeindezentrums und eine Neubebauung zum Ziel hatten. Die vielen Jahre des Leerstands führten zu einer erheblichen Verwahrlosung des Grundstücks. Zwischenzeitlich wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, was eine Nutzung erheblich erschwerte.

Währenddessen erreichten die Stadt aus der Bevölkerung und vermittelt über das Quartiermanagement des „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ immer wieder Vorschläge und Anregungen zur Nutzung des ehemaligen Gemeindezentrums. Die Insolvenz des letzten Investors, das Engagement des Vereins Brücke 71 und des Ortsbeirates führten dazu, dass sich schließlich das Sozialdezernat federführend um eine Lösung bemühte.

Im Jahr 2009 begannen erste Gespräche mit allen Beteiligten, um die finanziellen Rahmenbedingungen auszuloten. Von Anfang an bestand das Ziel, das ehemalige Gemeindezentrum einer Stadtteilnutzung zuzuführen um kulturelle, soziale und nachbarschaftliche Aktivitäten und Begegnungen zu ermöglichen. Nachdem alle aus der Insolvenz bestehenden Fragen geklärt werden konnten und die stadtnahe Konversionsgrundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) das Grundstück erworben hatte, wurde die konkrete Planung begonnen.

Die Größe des Grundstücks und die Umstände der Finanzierung waren von vorneherein Aspekte, die eine Solitärnutzung des Gemeindezentrums ausschlossen und eine Kombination mit einer weiteren Grundstücksnutzung nahelegten. Nach zahlreichen Gesprächen zeichnete sich als Lösung der Bau von Übergangswohnungen ab für Menschen, die ihre Wohnung verloren haben und vorübergehend von der Stadt mit Unterkunft versorgt werden müssen. Im Jahr 2013 begannen die Bauarbeiten dafür, der Bezug erfolgte 2014. Die Einrichtung wird vom Evangelischen Verein für Wohnraumhilfe betrieben.

Für das Gemeindezentrum und dessen Sanierung waren denkmalsichernde Vorarbeiten und intensive Verhandlungen mit den für den Denkmalschutz zuständigen Behörden erforderlich. 2017 lagen alle Genehmigungen vor, 2018 wurde mit der Sanierung begonnen, die 2019 abgeschlossen sein wird.

In der Zwischenzeit fanden unter Einbeziehung des Evangelischen Vereins für Wohnraumhilfe, des Quartiersmanagements und des Vereins Vokus 398, der sich für die kulturelle Nutzung des Zentrums gegründet hat und gewissermaßen die Rolle des Vereins Brücke 71 fortführt, laufend Gespräche zur künftigen Nutzung des sanierten Stadtteilzentrums statt.

„Das Nutzungskonzept ist unter intensiver Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner der Nordweststadt entstanden“, sagte Birkenfeld. Die Integration und Einbettung des Gebäudes in das Stadtteilleben sei damit gewährleistet. Gleichzeitig rechnet die Stadträtin mit einer nachhaltigen Aufwertung des „städtebaulichen Erscheinungsbildes, von der die komplette Siedlung profitiert“.

Mit dem „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ stellen der Bund und das Land Hessen 2018 17,9 Mio. Euro zur Verfügung. Gefördert werden quartiersbezogene Bauprojekte, die den sozialen Zusammenhalt und die Integration vor Ort unterstützen und nachhaltig stärken. Das können beispielsweise Stadtteilzentren, Kitas, soziokulturelle Zentren, öffentliche Bildungseinrichtungen (ohne allgemein- und berufsbildende Schulen), Jugendtreffs, Jugendwerkstätten oder Nachbarschaftscafés sein, die dringend saniert, modernisiert oder ausgebaut werden müssen.