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Letzte Aktualisierung: 05.06.2020

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Biotop auf dem Garagendach

von Ilse Romahn

(27.03.2020) Der Leser möge sich vorstellen: Er schaut aus dem Fenster und blickt auf einen gepflasterten Hof sowie ein tristes Garagendach. Und dann stelle man sich vor: Man schaue aus dem Fenster und blickt auf einen Hof mit Pflanzen und Beeten und ein begrüntes, blühendes Garagendach.

Blick auf ein begrüntes Garagendach
Foto: Stadt Frankfurt
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 Was für ein Unterschied, nicht nur fürs Auge.

Wenn es um die Verschönerung des häuslichen Umfelds geht, werden gerade Garagendächer oft übersehen. Dabei ist es kein Hexenwerk, ein Garagendach in ein kleines Biotop zu verwandeln. Voraussetzung ist, dass das Dach einiges an zusätzlichem Gewicht verträgt, also die Statik ein Plus von 70 bis 150 Kilogramm zulässt. Wenn die Fläche bereits mit Kies belegt ist, ist eine Umwandlung meist problemlos möglich.

Und die gute Nachricht ist: Man bekommt durch das Förderprogramm „Frankfurt frischt auf“ der Stadt die Hälfte der Kosten erstattet. Das rechnet sich, denn die Begrünung eines Garagendaches kostet je nach Größe zwischen 2500 bis 5000 Euro. Eine Investition, die sich lohnt. Denn begrünte Dächer, Hinterhöfe und Fassaden sehen nicht nur hübsch aus, sie leisten auch einen Beitrag zur Verbesserung des Klimas im Wohnumfeld.

So geht es: Interessenten informieren sich zunächst bei einem Gartenbau- oder Dachdeckerbetrieb, welche Möglichkeiten für eine Begrünung Ihres Daches bestehen. Ist die Garagendachabdichtung intakt? Wird eine zweite, wurzeldichte Abdichtung benötigt? Auf die Abdichtungs- und etwaige zusätzliche Schutzschichten kommt dann eine Filterschicht, darauf folgt das eigentliche Dachsubstrat, das sich durch verbesserte Speicherfähigkeiten und leichteres Gewicht von der normalen Gartenerde deutlich unterscheidet.

Gepflanzt werden Kräuter und Sedum-Arten. Sie sind dem Extremstandort gewachsen und vertragen auch kurze Durststrecken. Sollte der Sommer lang und heiß ausfallen, ist eine zusätzliche Bewässerung möglich. Aber die Pflanzen regenerieren sich in der Regel selbstständig beim ersten Regen im Herbst.

Die Pflege des Daches ist einfach: eine Begehung ein- bis zweimal im Jahr ist ausreichend. Hier gilt es Fremdbewuchs zu entfernen, die Abflüsse zu reinigen und den aus Brandschutzgründen nötigen Kiesstreifen am Rande des Daches von Bewuchs zu befreien. Düngen ist optional, der Rasenmäher kann im Schuppen bleiben.

Wenn die Statik ausreicht, können man das Dach sogar in einen richtigen Garten verwandeln! Informationen gibt es bei Fachbetrieben, beim Bundesverband Gebäudegrün oder im Umweltamt, das gerne berät. Ansprechpartnerin dort ist Lara Mohr, E-Mail lara.mohr@stadt-frankfurt.de, Telefon (069)21248323.

Weitere Hinweise finden sich unter https://frankfurt.de/de-de/themen/klima-und-energie/stadtklima/klimabonus und http://www.gebaeudegruen.info/ im Internet.