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Bildungsraum GrünGürtel als Lernort für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet

Der Bildungsraum GrünGürtel ist Vorbild für nachhaltige Entwicklung: Am 20. Juli haben das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und die Deutsche UNESCO-Kommission dem Frankfurter Bildungsraum GrünGürtel die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ verliehen.

Bernd Schwarz, Leiter des Referats Bildung in Regionen, Bildung für nachhaltige Entwicklung im BMBFSFJ, und Roman Luckscheiter, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, ehrten 30 Initiativen für ihr vorbildliches Engagement, darunter den Frankfurter Verbund-Lernort: Der Bildungsraum GrünGürtel überzeugte durch seinen innovativen Bildungsansatz, der Menschen dazu befähigt, eine nachhaltige und verantwortungsvolle Zukunft aktiv mitzugestalten. Er begeisterte die Jury wie die weiteren 29 ausgezeichneten Initiativen durch den eindrucksvollen Einsatz für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

Der Bildungsraum GrünGürtel gehört zu den Initiativen der ersten BNE-Stunde: Er erhielt bereits in der damaligen UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2014 mehrfach das Prädikat „Offizieller Beitrag zur UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Im anschließenden „Weltaktionsprogramm BNE“ wurde der Bildungsraum 2019 wieder als beispielhafter BNE-Lernort in der höchsten Stufe geehrt. Die erneute aktuelle Auszeichnung zeigt, wie die inhaltliche Weiterentwicklung den Bildungsraum vorangebracht hat und würdigt das hohe Engagement der 20 Bildungsakteure und der beteiligten städtischen Ämter für eine zukunftsfähige Gestaltung im GrünGürtel Frankfurt.

„Der Bildungsraum GrünGürtel in Frankfurt zeigt in vorbildlicher Weise, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung allen Bürgern zugänglich gemacht werden kann“, sagt Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen. „Das Bildungsprogramm ‚Entdecken, Forschen und Lernen im GrünGürtel‘ erreicht jährlich über 24.000 Lernende jeden Alters. Die vielfältigen Lernorte bieten zahlreiche Möglichkeiten, Lernerfahrungen zu sammeln. Der Bildungsraum ist damit ein hervorragendes Beispiel für gelebte nachhaltige Entwicklung. Die Auszeichnung unterstreicht diese Bedeutung. Ich gratuliere allen Bildungsakteuren und Kollegen der beteiligten Ämter zur Auszeichnung!“

Auch Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, freut sich über die Auszeichnung und betont, wie wichtig der Bildungsraum GrünGürtel für alle Generationen ist: „Hier wird Klimaschutz, Artenvielfalt und Zukunftsgestaltung direkt an den Lernstationen anfassbar, erlebbar und begreifbar. Indem unsere Kinder Naturzusammenhänge direkt vor der eigenen Haustür erforschen, legen wir das Fundament für ein verantwortungsvolles Handeln von morgen."

Im Verbund-Lernort rund um die Frankfurter Kernstadt bietet die Stadt Frankfurt am Main jährlich ein Programm mit über 80 Veranstaltungen für Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen sowie zahlreichen Lernfesten, Führungen und Workshops an den Wochenenden für alle Interessierten. Das Programm der Dezernate für Klima, Umwelt und Frauen sowie Bildung, Immobilien und Neues Bauen legt seinen Schwerpunkt auf Themen nachhaltiger Entwicklung, von Klima und Energie über Biodiversität, Ernährung und Gesundheit zu Lebensstil und Mobilität. Es nimmt die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, SDG) in den Blick. „Leben an Land“ (SDG 15) ist das Jahresthema für 2026 und legt den Schwerpunkt auf Biodiversität, die Vielfalt in der Natur.

Beispielsweise erforschen Kinder und Jugendliche im Stadtwald das Ökosystem Wald und entdecken in der Lernwerkstatt Wald und Energie, kostbare Ressourcen wie Boden und nachwachsende Rohstoffe. Auf der Streuobstwiese keltern sie selbst Äpfel oder erfahren bei der eigenen Zubereitung der Grünen Soße, was klimafreundliche Ernährung bedeutet. Am Alten Flugplatz nehmen Kinder und Jugendliche Wasserproben unter die Lupe und forschen zu erneuerbaren Energien und zukunftsfähiger Mobilität. Zahlreiche Lernfeste locken Jung und Alt an den Wochenenden ins Frankfurter Grün.

Das Besondere am Bildungsraum ist seine kooperative Struktur und die stete gemeinsame Weiterentwicklung mit allen Beteiligten. Jährlich finden Workshops der Bildungsakteure und der Verwaltung statt, inhaltliche und methodische Impulse werden bearbeitet, die Fokusthemen festgelegt. Die „FÖJ-AG Jugend & GrünGürtel“ der jungen Menschen, die Freiwilligendienst in Frankfurter Institutionen leisten, formiert sich jedes Jahr neu. Dies soll Jugendbeteiligung mit neuen Formaten voranbringen. Der Lehrkräfte-Beirat unterstützt die Koordinierungsgruppe aus den drei städtischen Ämtern und dem Verein Umweltlernen dabei, das Programm immer weiter an den Bedarfen von Schule zu orientieren – alles in allem ein Erfolgskonzept, wie die erneute Auszeichnung, aber auch die Rückmeldungen seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das neue digitale Feedbackportal zeigen.

Der Bildungsraum ist ein Gemeinschaftsprojekt der Dezernate für Klima, Umwelt und Frauen sowie für Bildung, Immobilien und Neues Bauen. Vertreterinnen aus Grünflächenamt, Stadtschulamt, Umweltamt und dem Verein Umweltlernen in Frankfurt gestalten und koordinieren das Programm.

Christina Hintze, Vorsitzende der Koordinierungsgruppe, weiß um die hohe Qualität der Bildungsangebote: „Der Bildungsraum GrünGürtel wächst stetig mit seinen Aufgaben. Zukunftsfähiges Handeln zu stärken ist Ziel unserer Bildungsarbeit. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. Und das Beste bei den Bildungsangeboten im GrünGürtel ist: Der Spaß am Erleben für Jung und Alt!“ 

Hinweis
Beim Offen-für-alle-Programm im Bildungsraum GrünGürtel bietet die Sommerwerkstatt am Alten Flugplatz während der Ferienwochenenden vielfältige Aktionstage an. Die Veranstaltungen sind kostenfrei. 
 
Hintergrund Auszeichnung
Die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ würdigt Organisationen, Netzwerke und Kommunen, die sich im Rahmen des UNESCO Programms BNE 2030 für eine lebenswerte, nachhaltige Gestaltung unserer Gesellschaft engagieren. Nachhaltige Entwicklung heißt, Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt sicherzustellen. Bildung spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie befähigt Menschen, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Auswirkungen ihres Handelns auf zukünftige Generationen und andere Weltregionen besser zu verstehen und einzuschätzen. In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ist die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als globales Ziel verankert. Das im Jahr 2020 gestartete UNESCO-Programm BNE 2030 zielt darauf ab, BNE strukturell im Bildungssystem zu verankern. In Deutschland wird dieser Prozess auf Grundlage des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung vorangetrieben. (ffm)