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Letzte Aktualisierung: 04.03.2021

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Bieber, Bäche und Wölfe

von Helmut Poppe

(21.01.2021) Der BUND Landesverband Hessen klärt auf "Fisch ist eine Fastenspeise in der Glaubensgemeinschaft der Katholiken." Der Europäische Biber (Castor fiber) ist aber eindeutig ein Säugetier.

Bildergalerie
Nager unterwegs
Foto: frankfurtlive, H. Poppe
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Hier wird gemeckert
Foto: frankfurtlive, H. Poppe
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Das hinderte Päpste im Mittelalter jedoch nicht daran, ihn aufgrund seines Schuppen tragenden Ruderschwanzes und seiner amphibischen Lebensweise als Fisch zu definieren, so dass er in der Fastenzeit verzehrt werden durfte. Gejagt wurde er aber auch wegen seines Pelzes und wegen des Bibergeils.

Ursprünglich in ganz Europa verbreitet, war der Biber durch intensive Bejagung, aber auch durch Zerstörung seiner Lebensräume im Zuge von Fluss- und Bachbegradigungen und der damit einhergehenden Intensivierung der Landwirtschaft auf wenige und kleine Areale an der Elbe, der Rhône und Südnorwegens zurückgedrängt worden. Menschliche Schutzbemühungen haben erst in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, dass er mittlerweile auf dem Vormarsch ist und beispielsweise Spessart und Rhön wieder zu seiner Heimat erklärt hat."

Und tatsächlich hat es der Bieber jetzt sogar bis in den Taunus geschafft. Er wurde nicht nur am Weiher in der Nähe des Mühlrades gesichtet, auch wetzt er mit seinen Zähnen an den Bäumen, die um Rombach und Liederbach weiter unten stehen.

Die Frage, die sich nun stellt, lautet, was tun angesichts der angenagten Bäume, die eine Gefahr darstellen für Spaziergänger? Sollten die eigentlich possierlich anmutenden Tiere auch andere Taunusbäche entdecken, die den Reiz der Kulturlandschaft im Vordertaunus ausmachen, wären diese 'Galeriewälder' bedroht. Ein weiteres Dilemma im Umfeld Natur oder Mensch.

Der Schäfer hat's da leichter: sein treuer vierbeiniger Begleiter aus der Familie der Caniden schützt und führt die Schafe an.