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Letzte Aktualisierung: 25.01.2021

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Betriebe in Existenznot bei Verlängerung des Lockdowns

Einschränkung des Bewegungsradius wäre drastisch

von Karl-Heinz Stier

(07.01.2021) Zur weiteren Verlängerung des Corona-Lockdowns äußert sich Robert Lippmann, Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK):

Die Verlängerung verschärft die Existenznot bei vielen hessischen Betrieben. Mit jedem Tag mehr wird der Lockdown härter, weil sich die wirtschaftlichen Auswirkungen summieren. Mittlerweile ist das Eigenkapital vielfach aufgezehrt, gerade in den wiederholt behördlich geschlossenen Branchen. Daher brauchen wir parallel zur Verlängerung des Lockdowns die Fortsetzung der bestehenden Hilfsprogramme. Diese müssen deutlich schneller ausgezahlt werden.

Die Einschränkung des Bewegungsradius in Corona-Hotspots in Hessen wäre eine drastische Maßnahme. Auch mit Blick auf die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Ministerpräsident Bouffier hat angekündigt, hier ausschließlich Tagesausflüge in den Blick zu nehmen. Insgesamt muss sichergestellt sein, dass sich Personen und Waren im Wirtschaftsverkehr weiterhin frei bewegen können. Beschäftigte müssen zu ihren Arbeitsstätten gelangen können, genauso wie Dienstleister zu ihren Kunden. Alles andere käme einem harten Lockdown für die gesamte Wirtschaft gleich.

Je länger die Corona-Krise dauert, desto zielgenauer müssen die Hilfen sein. Die hessische Wirtschaft fordert den Bund erneut dazu auf, den steuerlichen Verlustrücktrag zu erweitern. Ein in Zeitraum und Höhe ausgeweiteter Verlustrücktrag wirkt präzise. Er verschafft den tatsächlich betroffenen Unternehmen Liquidität. Zudem unterstützt er gerade die Betriebe, die vor der Krise erfolgreich gewirtschaftet haben.“