Bessere Regenwasserbewirtschaftung in Griesheim-Mitte
Erste Zisterne in der Kastanienstraße eingebaut
Neben Zisternen, die als Regenrückhaltespeicher und zur Regenwassernutzung dienen, sind auch Maßnahmen zur Entsieglung von Flächen, zur Mulden- und Flächenversickerung sowie zur Anpassung der Grundstücksentwässerungsanlagen und deren vorbereitende Maßnahmen förderfähig. Die erste Zisterne wurde kürzlich in der Kastanienstraße eingebaut und mit 17.000 Euro Fördermittel unterstützt.
Beitrag zur nachhaltigeren Entwässerung
Regen, der kostenlos aufs Hausdach fällt, lässt sich in den meisten Häusern mit überschaubarem Aufwand einfangen, sammeln und nutzen. Die Bewirtschaftung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück hilft somit nicht nur, Trockenzeiten besser zu überwinden. In Summe trägt sie ganz erheblich dazu bei, die Situation bei Starkregenereignissen zu verbessern, da es zu weniger Abfluss in den öffentlichen Raum kommt. Damit werden Kanäle entlastet und es können gegebenenfalls Überflutungen abgemildert werden. In jedem Fall wird damit vermieden, dass sauberes Regenwasser mit Schmutzwasser vermischt und in der Kläranlage wieder technisch und energetisch aufwendig gereinigt wird.
Wasserrechnung senken
Die Installation einer Regenwassernutzungsanlage zahlt sich mehrfach aus. Wenn sie Toilette, Waschmaschine und den Garten unterhält, sind die größten Verbraucher im Haus von der Trinkwasserversorgung abgekoppelt, entsprechend niedriger sind die jährlichen Abrechnungen für Trinkwasser und Abwasser. Viele Gemeinden belohnen das Wassersammeln zusätzlich durch eine Senkung der Gebühren für die Ableitung des Regenwassers vom Dach und von anderen Flächen. In Frankfurt werden bei einer Zisterne mit Überlauf an den Kanal pro Kubikmeter Zisternenvolumen je zehn Quadratmeter versiegelte Fläche gutgeschrieben. So werden beispielsweise bei einem Grundstück mit 200 Quadratmetern gebührenrelevant versiegelter Fläche und einer Zehn-Kubikmeter-Zisterne nur noch 100 Quadratmeter bei der Niederschlagswassergebühr angesetzt. Durch die Nutzung von Regenwasser anstelle von Trinkwasser reduziert sich zudem der Frischwasserbezug und somit auch die Schmutzwassergebühren. Dass beim Wäschewaschen mit Regenwasser weniger Waschmittel oder Entkalker benötigt wird, wirkt sich positiv auf die persönliche Umweltbilanz aus. Gesamtgesellschaftlich wichtig ist die Schonung der Grundwasserressourcen, die nicht überall in gleicher Menge und hoher Qualität verfügbar sind.
Installation leichter als gedacht
Anlagen zur Regenwassernutzung lassen sich insbesondere in Einfamilienhäusern mit überschaubarem Aufwand einbauen. Etliche Hersteller bieten heute komplette Systeme an, die das Wasser vom Dach filtern, sicher speichern und für eine vollautomatische Verteilung an den angeschlossenen Zapfstellen sorgen. Zisternen gibt es etwa aus Beton oder Kunststoff. Der Aufwand für die Verlegung eines zweiten Leitungsnetzes zur Waschmaschine und zu den WC-Spülungen im Haus muss individuell geprüft werden. In vielen Fällen ist sie relativ einfach durchzuführen. Tipps und Hinweise dazu gibt der Bundesverband für Betriebs- und Regenwasser unter fbr.de.
Weitere Informationen finden sich unter stadtplanungsamt-frankfurt.de/stadterneuerung und sind per E-Mail an info@griesheim-mitte.de erhältlich. (ffm)
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