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Beitrag für eine gerechte Welt: Hochtaunuskreis macht sich auf den Weg zum „Fairtrade-Landkreis“

Der Hochtaunuskreis soll ein „Fairtrade-Landkreis“ werden. Um dies zu erreichen, muss er ein konkretes Zeichen für eine gerechte Welt setzen. Mit dieser Aktion trägt der Landkreis dazu bei, dass Produzenten in Lateinamerika, Afrika und Asien bessere Preise für ihre Produkte enthalten und damit mit ihren Familien ein besseres und menschenwürdiges Leben führen können.

Der Kreistag hatte auf seiner Sitzung am 15. Mai 2018 beschlossen, dass der Hochtaunuskreis im Rahmen der internationalen Kampagne von der Initiative „Transfair e.V.“ den Fairen Handel auf lokaler Ebene fördern und sich entsprechend der fünf Bewerbungskriterien dann um den Titel „Fairtrade-Landkreis“ bewerben wird. In Deutschland sind bereits über 500 Städte daran beteiligt.

Um das Fairtrade-Siegel zu erhalten, müssen drei Kriterien erfüllt werden: In den mindestens 33 lokalen Handelsgeschäften werden gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten und in mindestens 17 Gastronomiebetrieben werden Fairtrade-Produkte ausgeschenkt, in jeweils zwei folgenden öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen werden Fairtrade-Produkte verwendet.

Eine ins Leben gerufene Steuerungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern des Arbeitskreises, Politik und Wirtschaft begleitet den gesamten Prozess auf dem Weg zum „Fairtrade-Landkreis“. Kürzlich fand ein erstes Treffen der Gruppe statt an dem auch Vertreterinnen und Vertreter der landwirtschaftlichen Direktvermarkter teilnahmen, denn ein weiteres Ziel des Kreisbeschlusses war es, auch die Förderung der regionalen Wertschöpfung einzubinden. „Es passt wunderbar zusammen, wenn zum fair gehandelten Kaffee auch die regionale Milch verwendet wird. Genau wie die Plantagenbesitzer in Afrika, sollen auch die Landwirte vor Ort faire Preise für Ihre Produkte erhalten“, erklärte die Kreisbeigeordnete Katrin Hechler.

Das Label Fairtrade steht für Nachhaltigkeit und den Abbau von sozialer Ungerechtigkeit. Der Kreis möchte diese Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger weitergeben, um ein Bewusstsein für ein noch besseres Konsumverhalten zu schaffen. „Die Kriterien des Bewerbungsverfahrens sind gut erreichbar. Ausreichende Einkommen in einem gemeinschaftlichen Umfeld mit guten Zukunftschancen für die Kinder sind die besten Garantien, dass Menschen in ihrer Heimat bleiben. Ein gerechter Handel hilft daher auch Frieden zu sichern“, fasst Katrin Hechler den Beschluss für die Umsetzung des Projektes zusammen.

Für die Zukunft hat die Steuerungsgruppe die Aufteilung in Arbeitsgruppen geplant. Interessierte können sich gerne daran beteiligen. Für Nachfragen steht Annette Goy von der Leitstelle Integration gerne zur Verfügung unter Tel.: 06172/999-4200 oder E-Mail: annette.goy@hochtaunuskreis.de.

Erst wenn alle Kriterien erfüllt sind, kann der Kreis seine Bewerbung bei TransFair e.V. einreichen und um Prüfung bitten. Der Titel wird zunächst für 2 Jahre vergeben. Nach Ablauf der Zeitspanne erfolgt eine erneute Prüfung, ob die geforderten Kriterien weiterhin erfüllt sind.

Immer mehr Städte und Gemeinden im Main-Taunus-Kreis machen sich auf den Weg Fairtrade-Town zu werden. Mit Hofheim, Bad Soden, Eschborn und Schwalbach gibt es bereits zertifizierte Städte. In Eppstein, Kelkheim und Hattersheim wurde der Beschluss gefasst, sich an der Kampagne zu beteiligen.

Die Kampagne "Fair-Trade-Town" wurde in Garstang, Lancashire, im Jahr 2001 im Rahmen der Initiative von Bruce Crowther, einem lokalen Oxfam-Unterstützer, und der Garstang Oxfam-Gruppe ins Leben gerufen.[2] Diese Initiative zur Förderung Fair-Trade-zertifizierter Waren war erfolgreich: innerhalb weniger Monate wurde der Umsatz Fairtrade-zertifizierter Waren deutlich erhöht. Zusätzlich baute die Stadt Garstang im Laufe der Kampagne Geschäftsbeziehungen mit Fairtrade-Kakaoanbaugemeinden in New Koforidua, (Ghana) auf.