Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 24.01.2020

Werbung
Werbung

Baugenehmigung für die Jüdische Akademie in Frankfurt erteilt

von Ilse Romahn

(03.01.2020) Dem Bau einer Jüdischen Akademie in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main wurde die Baugenehmigung erteilt. Geplanter Standort ist der südöstliche Abschluss des Kulturcampus an der Senckenberganlage.

Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker unterstützt seit Beginn der Überlegungen den Bau einer Jüdischen Akademie in Deutschland mit Sitz in Frankfurt und freut sich gemeinsam mit dem für die Baugenehmigung zuständigen Planungsdezernenten Mike Josef und dem im Zentralrat der Juden in Deutschland zuständigen Präsidiumsmitglied Harry Schnabel über diesen wichtigen Zukunftsschritt.

„Frankfurt am Main ist der richtige Ort für diese wichtige Institution und wir freuen uns, dass die Umsetzung Gestalt annimmt. Schließlich sind gerade jüdisches Leben und jüdische Traditionen Teil der Identität unserer Stadt. Frankfurt am Main verdankt seine heutige Bedeutung in vielerlei Hinsicht gerade auch den großen jüdischen Familien, die hier gelebt, gewirkt und gestaltet haben. Und auch das Lehren, Lernen und der gesellschaftliche Diskurs sind in Frankfurt seit jeher Zuhause“, betont Becker. „Das Judentum hat die kulturelle, politische und ökonomische Geschichte Europas vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit entscheidend mitgeprägt. Es bereichert mit seinen verschiedenen Facetten das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Frankfurt am Main und in Deutschland. Die Jüdische Akademie wird diese Bandbreite einer lebendigen Religion jenseits von Angst einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen können.“

Mike Josef zeigt sich ebenso erfreut über die von seiner Behörde erteilte Baugenehmigung. „Ich freue mich sehr, dass die Bauaufsicht mit guter Bauberatung und zügiger Genehmigung des Bauantrages zur Realisierung der Jüdischen Akademie beitragen konnte. Mit dem preisgekrönten Entwurf von Turkali-Architekten an dieser prägnanten Stelle gewinnt die Senckenberganlage nicht nur städtebaulich: Die Akademie wird den gesamten Campus Bockenheim bereichern und die gute Tradition der jüdisch geprägten Sozialwissenschaften an diesem Ort fortzusetzen. Die jüdische Tradition des Weiterdenkens und Diskurses erhält damit in Frankfurt einen weiteren wichtigen Ort, denn schon die Gründung unserer Bürgeruniversität wäre ohne das Engagement der jüdischen Bürger Frankfurts nicht denkbar gewesen.“

„Mit Erteilung der Baugenehmigung für die Jüdische Akademie in der Senckenberganlage ist der Zentralrat der Juden in Deutschland der Verwirklichung seiner wegweisenden Bildungseinrichtung einen großen Schritt näher gekommen. Wenn die Stadt Frankfurt, das Land Hessen und das Bundesinnenministerium als Zuwendungsgeber bei ihrem für Ende Januar anberaumtem Koordinierungsgespräch grünes Licht geben, kann alsbald mit der Ausschreibung der Gewerke begonnen werden. Bei planmäßigem Verlauf könnten die Bauarbeiten im Spätsommer aufgenommen werden. Die Jüdische Akademie soll den Diskurs über jüdisches Leben und jüdische Kultur in die Bevölkerung hineintragen. Ihr Seminar-, Konferenz-, Vortrags- und Fortbildungsangebot richtet sich gleichermaßen an Juden und Nichtjuden. Die von der Akademie vermittelten Inhalte dienen der Aufklärung, die nach Überzeugung des Zentralrats der Juden auch eine präventive Wirkung gegen zunehmenden Antisemitismus haben wird“, sagt Harry Schnabel, Mitglied des Zentralrats der Juden und des Gemeindevorstandes in Frankfurt.

„Das Grundstück stellt die ABG zur Verfügung und zeigt damit, dass unsere städtische Wohnungsgesellschaft nicht nur für den Wohnungsbau, sondern auch für die kulturelle Entwicklung Frankfurts große Dienste leistet. Mit der Jüdischen Akademie wird ein Ort in Frankfurt am Main entstehen, der die Diskussion über die Zukunft unserer Gesellschaft aus jüdischer Perspektive betrachten und befördern wird. Ein Jüdischer Thinktank, der in keine Stadt in Deutschland so gut passt wie nach Frankfurt am Main“, ergänzen Becker und Josef. (ffm)