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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Barbara Klemm mit der Kamera auf den Spuren Hölderlins zu seinen Orten

von Ilse Romahn

(01.09.2020) Friedrich Hölderlin war ein Wanderer. Nicht nur, dass er seine Reisen, seine langen Wege zu Fuß zurücklegte, er hielt sich auch selten über längere Zeit an einem Ort auf. Geboren in Lauffen am Neckar und aufgewachsen zum großen Teil in Nürtingen, verbrachte er kurze Jahre in Maulbronn, Jena, Heidelberg, Frankfurt und Bad Homburg, in der Schweiz und im französischen Bordeaux.

In Tübingen endete die Lebensreise des großen deutschen Dichters. Die ebenfalls große deutsche Fotografin Barbara Klemm setzte sich auf seine Spuren: Hölderlins Verse und Landschafts-Beschreibungen treffen auf ihre Bilder. Die Ausstellung „Hölderlins Orte“ wird vom 7. September bis zum 23. Oktober im Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg (Am Wingertsberg 4) gezeigt. 

Eigens für diese Wanderausstellung hatte Barbara Klemm eine fotografische Reise zu den Orten unternommen, die sich in Hölderlins Biografie und seine Werke eingeprägt haben. Mit der Kamera folgte sie den Perspektiven, die sich in Hölderlins Versen auftun. Nicht der Dichter selbst steht hier im Zentrum, sondern sein Blick auf die Landschaften, die zum Gegenstand seiner Gedichte geworden sind. Die Aussicht aus seinem Tübinger Turmzimmer, das Neckartal, der Bodensee. Ergänzend durchsuchte Barbara Klemm ihr eigenes Archiv auf Schauplätze aus Hölderlins Werken, wie etwa die Schweizer Alpen, den Ätna oder Griechenland. So nähert sich die Fotografin, deren Werke in das ikonografische Gedächtnis der Bundesrepublik eingegangen sind, dem Dichter, der wie kein anderer die Grenzen der deutschen Literatursprache ausgelotet hat. Die Ausstellung entstand anlässlich des 250. Geburtstages des Dichters in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg und der Universitätsstadt Tübingen. 

Geöffnet: werktags von 10 bis 16 Uhr, Eintritt frei. 

Bis zum 31. Oktober kann auch noch am Hölderlin-Pavillon in Reimers-Garten, ebenfalls Am Wingertsberg 4), die Buchinstallation von Anja Harms und Eberhard Müller-Fries besichtigt werden. Die beiden Künstler setzten den Hölderlin-Text „Wenn über dem Weinberg es flammt“ in überdimensionale QR-Codes um, die sie in fünf an aufgeschlagene Bücher erinnernde Stahlrahmen einfügten. Der Park ist werktags von 10 bis 17 Uhr zugänglich. Eintritt ebenfalls frei. 

www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de   www.reimers-stiftung.de